KFD-Frauenkarneval Rulle 2018 Werbung für die närrische Jahreszeit

Von Sina-Christin Wilk

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siwi Wallenhorst. „Werbung ist der Hit, KFD macht mit“, unter diesem Motto hatte die Katholische Frauengemeinschaft Rulle zum Frauenkarneval 2018 geladen – auch in diesem Jahr wegen der großen Nachfrage gleich zweimal.

Die Jeckinnen wurden im Saal des Hotels Lingemann mit einem bunten Potpourri aus Sketchen, musikalischen Einlagen und tänzerischen Darbietungen in die Welt des noch bunteren Kommerzes entführt.

Offensichtlich kam das diesjährige Motto der Traditionsveranstaltung bereits im Vorfeld gut an: Die meisten Gäste erschienen in farbenfrohen, an berühmte Marketingkampagnen angelehnten Kostümen – was beweist, wie nachhaltig eine ausgeklügelte Werbestrategie im Gedächtnis bleiben kann. Zu den beliebtesten Kostümen zählten diverse Varianten des „Schokobons“, aber auch BIC-Männchen und M-&-M-Maskottchen stachen neben zahlreichen weiteren Werbefiguren sofort ins Auge.

Gut 140 Frauen füllten bei der zweiten Auflage des Frauenkarnevals am Freitag die Tische im großen Lingemann-Festsaal und feierten nach dem Start um 16.06 Uhr gleich für mehrere Stunden die fünfte Jahreszeit.

Ausgelassene Stimmung in vielen Facetten

Neuinterpretationen bekannter Werbe-Jingles und eine Vielzahl an Sketchen mit zündenden Pointen, die nicht selten an die humoristischen Leistungen des Victor von Bülow erinnerten, sorgten für Kurzweil und entfachten die Stimmung von Anfang an. Wo sonst ließe es sich so schön über den Geschmack der „ost-schleswig-holsteinischen Wildfluggans“ fachsimpeln?

Die Tanztruppe „Sahneschnitten“ sorgte zudem unter anderem mit einem Medley bekannter Melodien aus Tanzfilmen buchstäblich für Schwung auf und vor der Bühne. Bereits die ersten eingespielten Takte bekannter Schlager, für die sich Volker Gausmann am Keyboard verantwortlich zeigte, ließen die in Feierlaune schwelgenden Närrinnen eifrig mitklatschen und in lautstarke Gesänge ausbrechen.

Gesellschaftskritik verpackt als Seitenhieb in Sketchform

Wie beim Karneval vielerorts üblich, durften auch satirische Verweise auf gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklungen nicht fehlen. Der auf Anke Engelkes TV-Show „Ladykracher“ zurückgehende Sketch „Deutsch als Fremdsprache“ spielte überspitzt mit Klischees, um diese ad absurdum zu führen: Der Türke Orhan, der die deutsche Grammatik und Aussprache eigentlich perfekt beherrscht, wird den Erwartungshaltungen seiner Umgebung nicht gerecht. Die Lehrerin korrigiert: „Es heißt nicht ‚Ich bin Orhan‘. Korrekt lautet es ‚Aldaaa, bin isch Orhan‘.“ „Eine Klasse für sich“, fasste Moderatorin Gertrud Schallenberg die schauspielerische Leistung der Mitwirkenden anerkennend zusammen.

Etabliertes Konzept mit langer Tradition

Bereits seit September hatte das neunköpfige Team der KFD-Karnevalsabteilung an dem breit gefächerten Programm für 2018 gefeilt. Die Idee zum diesjährigen Fokus „Werbung“ sei ganz spontan entstanden, erzählten die Damen, die das Bühnenprogramm nicht nur geplant, sondern jetzt auch selbst umgesetzt haben. „Wir bieten jedes Jahr etwas Besonderes“, versicherte Annette Vennemann-Ruhland, die bereits seit 15 Jahren Mitglied im Organisationsteam ist.

Hoch das Bein! Tanzeinlagen durften beim KFD-Frauenkarneval Rulle 2018 nicht fehlen. Foto: Sina-Christin Wilk

Die beiden Termine am Mittwoch und Freitag waren jeweils fast ausverkauft und zogen Jung und Alt an, wie ein Blick in die Reihen der Feiernden bestätigte. Vennemann-Ruhland erinnerte daran, dass „die KFD bereits seit kurz nach dem Krieg den Frauenkarneval in Rulle ausrichtet. Wir haben Stammgäste, die kommen seit mehreren Jahrzehnten“.


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