Spende von 65.000 Euro Sparkassenstiftung fördert Sanierung der Motormühle in Lechtingen

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Wallenhorst. Gute Nachricht für die Freunde der Lechtinger Windmühle: Die Weichen für die geplante Sanierung der Motormühle sind gestellt. Die Sparkassenstiftungen Niedersachsen sowie der Stadt und des Landkreises Osnabrück fördern das Vorhaben mit 65000 Euro.

„Das ist für die Mühle sehr bedeutend und ein wirklich schöner Start ins neue Jahr, dass die erste Aktion eine Scheckübergabe ist“, freute sich Franz-Josef Albers, Vorsitzende des Mühlenvereins, über die hohe Spendensumme. Damit sei der Anfang für die geplante Sanierungsmaßnahme gemacht, die laut Kostenvoranschlag mit insgesamt 300.000 Euro veranschlagt ist.

Gewaltige Summe

Um diese gewaltige Summe stemmen zu können, haben die Mühlenfreunde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde einen weiteren Fördertopf angezapft. Das Ensemble ist im Besitz der Gemeinde und an den Mühlenverein verpachtet. Sie unterstützt das Vorhaben selbst mit 45.000 Euro. „Das ist ganz wichtig, dass ein solches Gebäude erhalten bleibt. Wir sind froh, dass wir den Mühlenverein haben, der über ein hohes ehrenamtliches Engagement den Erhalt der Mühle sicherstellt“, erklärte Bürgermeister Otto Steinkamp das Engagement der Gemeinde, die darüber hinaus einen Antrag beim Amt für regionale Landesentwicklung gestellt hat. Sie und die Mühlenfreunde erhoffen hier EU-Fördermittel in Höhe von 189.000 Euro. Mit einer Entscheidung der zuständigen Jury, der auch Landrat Michael Lübbersmann angehört, wird noch im Januar gerechnet.

Erhalt des Ensembles

Eine positive Entscheidung vorausgesetzt, führen die Mühlenfreunde fort, was sie bereits 1982 begonnen haben. Seitdem setzen sich die Mühlenfreunde für den Erhalt des Ensembles ein. Mit viel ehrenamtlichen Einsatz haben sie die seinerzeit brachliegende Windmühle in ein Schmuckstück verwandelt, das regelmäßig für große Besucherströme aus der gesamten Region sorgt.

Auf die Mühlenstilllegungsprämie verzichtet

Die jetzt geplanten Sanierungsmaßnahmen sind nicht minder umfangreich und erstrecken sich auch auf den Anbau, von dem bis in die 1970er Jahre ein Motor die Mühle betrieben hat. Anders als viele Mühlenbetreiber hatte der letzte Müller auf die Mühlenstilllegungsprämie verzichtet, die in der Zeit des großen Mühlensterbens ausgezahlt wurde. Deswegen können die Mühlenfreunde auch heute noch den mittlerweile von den Lechtinger Treckerfreunden restaurierten Herforder Motor in Aktion im Anbaugebäude präsentieren. „Dort muss jetzt ein Fundament gelegt, Dach und Boden müssen erneuert und das Mauerwerk neu verfugt werden“, erläuterte Albers einen Teil der geplanten Arbeiten.

Feines Auszugsmehl

Die anliegende Motormühle soll schließlich nicht nur vom Holzbock befreit und einen neuen Anstrich und Zugang erhalten, sondern nach Möglichkeit auch wieder in Betrieb gesetzt werden. „Dafür müssen die Mahlwerke auseinandergenommen und über den Motor wieder ans Laufen gebracht werden“, so Albers weiter. Der Vorteil: Die Hobbymüller können dann nicht nur geschrotetes Mehl wie in der benachbarten Windmühle, sondern auch feines Auszugsmehl herstellen. Außerdem soll ein Durchbruch zwischen Motormühle und Anbau geschaffen werden, der Besuchern den gefahrlosen Blick auf den Motor im Einsatz ermöglichen soll.

Motor ausschlaggebend für Förderung

Für Landrat Michael Lübbersmann macht das den besonderen Reiz der Mühle aus: „Es ist noch viel besser, dass man die Mühle in Betrieb setzt und am Mühlentag als Objekt gerne in Augenschein nimmt.“ Das Mühlenensemble bezeichnet er als „absolut erhaltens- und unterstützenswert“. Für die Sparkassenstiftung sei besonders der noch existente Motor ausschlaggebend für die Förderung gewesen, betonte ihre Vertreterin Nancy Plaßmann: „Dass der Müller damals auf die Prämie verzichtet hat, ist heute bares Geld wert.“

Sanierung bis Ende 2018 durchgeführen

Wenn die EU-Förderung wie geplant fließt, wollen die Mühlenfreunde nicht lange fackeln: „Wir möchten die Baumaßnahme so schnell wie möglich in Angriff nehmen“, stellt Franz-Josef Albers fest. Nach Möglichkeit soll die komplette Sanierung bis Ende 2018 durchgeführt werden.


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