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Vernissage in Wallenhorst Giraffen, Stiere und skurrile Figuren

Von Michael C. Goran | 22.08.2019, 13:18 Uhr

Unter dem Titel „Giraffenartig“ präsentierte der Maler Bernd Steinkamp großformatige, farbenfrohe Werke im Foyers des Wallenhorster Rathauses. Über fünfzig Besucher waren am Abend des 16. August der Einladung zur Vernissage gefolgt und wurden von einem visuellen und musikalischen Programm verzaubert.

Steinkamps Kunst besteht aus einem Potpourri aus kleinteiligen Sujets und Kontrasten. Giraffen, Stiere und skurrile Figuren treffen immer wieder in seltsamen Konstellationen aufeinander. Dabei wecken die Gemälde eine besondere Faszination beim Betrachter. Hier wandert das Auge durch eine Landschaft, die eine Mischung aus Märchen und Popkultur ist, dort wünscht es einer Abfolge nachzugehen, die bei genauerer Betrachtung keine ist. „Die Beziehungen der Figuren entstehen im Prozess des Malens. Ich plane nicht vorher. Das tue ich nicht. Der Stier kommt vor, die Giraffe, die Zebras. Das hat natürlich mit dem grafischen Reiz zu tun“, sagte Steinkamp.

Der Maler, Jahrgang 1949, ist bereits seit jungen Jahren mit der Kunst verbunden. Nach dem Abitur in Osnabrück studierte er in Münster Kunst auf Lehramt. Nach seiner Pensionierung wechselte er von der Theorie in die Praxis und malt seitdem Werke, die oft eines zweiten oder gar dritten Blickes bedürfen. „In seinen Arbeiten bedient sich Bernd Steinkamp freimütig im großen Baukasten der Wirklichkeit“, erklärte der Schriftsteller Alfred Cordes während seiner Laudatio über den Künstler.

Neben den tierischen Akteuren finden sich allerlei Personen und Figuren, vom Pestarzt bis zum Feuerwehrmann in den Bildern. Die Figuren interagieren miteinander, sodass es in jedem einzelnen Kunstwerk für den Betrachter einiges zu entdecken gibt. Steinkamps Bildwelten sind nicht statisch, es herrscht immer Bewegung. „Ich arbeite lange an sowas“, erläuterte Steinkamp. „Ein Bild dauert etwa vierzig bis fünfzig Stunden. An der Eindeutigkeit der Figuren möchte ich keinen Zweifel lassen und die Arbeit an einer kleinen Figur kann schnell mehrere Stunden in Anspruch nehmen.“

Schriftsteller Cordes ordnet Steinkamps Malerei, trotz der skurrilen Aspekte, dem Realismus zu: „Wir erkennen das Meiste des Dargestellten fraglos wieder. Auch wenn die Proportionen uns gelegentlich verunsichern und sehr eigenwillig erscheinen.“ In seiner Rede über den Künstler zeigte er sich von der Strahlkraft der Bilder fasziniert. Von der Auswahl war auch Alfred Lindner, stellvertretender Bürgermeister Wallenhorsts begeistert: „Wir als Gemeinde sind immer unheimlich stolz, wenn wir einzigartige Werke zeitweise beheimaten dürfen.“

Für großen Beifall sorgte die Musik der Gruppe „Rhythmics-Voices“. Pia Schmoll, Pina Koy und Johanna Schmoll untermalten die Vernissage mit ihrem stimmungsvollen Gesang. Musiktheorie-Professor Michael Schmoll begleitete am Keyboard. Die Ausstellung ist bis zum 15. November im Rathaus der Gemeinde Wallenhorst zu sehen. Der Eintritt ist frei.