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Schmuckstück in der Gemeinde Förderverein Erdölmuseum Twist setzt Ideen um

Von Manfred Fickers | 28.06.2017, 08:30 Uhr

Ein umfangreiches Programm rund um die Themen Erdöl, Erdgas und Bergbau hat der Förderverein Erdölmuseum Emsland/Grafschaft Bentheim in Twist vorgestellt.

Bei der Mitgliederversammlung würdigte Bürgermeister Ernst Schmitz das Wirken des Vereins und sprach von einer äußerst angenehmen Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem sehr aktiven Vorstand und den Mitgliedern. Als Beispiel nannte er die Renovierung der Rettungskapsel einer Bohrinsel, die am Erdöl-Erdgasmuseum Twist aufgestellt ist. Anerkennung gab es für die Museumsarbeit. Schmitz hatte das Deutsche Erdölmuseum in Wietze besucht und sagte, dass die Einrichtung in Twist mithalten kann, sie sei ein „Schmuckstück“ für die Gemeinde. Die Arbeitsteilung mit dem Heimatverein Twist als Träger des Museums, dem Förderverein als Unterstützer und Ideengeber mit der Gemeinde als Partner habe sich bewährt.

Der Vereinsvorsitzende Herbert Sander und der Bürgermeister informierten über den Stand des Projekts „Tank des Wissens“, der Erweiterung des Museums um einen Gebäudeteil, der einem Öltank ähneln wird. Hier soll im Erdgeschoss eine Quintuplex-Kolbenpumpe ausgestellt werden, die jahrzehntelang Rohöl aus dem Erdölfeld Rühlermoor durch die Pipeline zur Erdölraffinerie Emsland in Lingen befördert hat. Im Obergeschoss des Gebäudes mit einem Durchmesser von 10,30 und einer Gesamthöhe von 8,50 Metern soll der rund 132 Regalmeter umfassende Bibliotheksbestand Platz finden. Die Baukosten sind auf 350.000 Euro veranschlagt, ein großer Teil soll aus dem europäischen Interreg-Programm aufgebracht werden.

Sander wies auf einen Antrag des Heimatvereins beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur hin. Es sollen drei Mitmachexponate zu den Themen Viskosität, Druck in einer Lagerstätte und ein „Bohrspiel“ angeschafft werden. Ein Angebot einer Fachagentur für solche Ausstellungsstücke belaufe sich auf 35.100 Euro. Wenn es seine Förderzusage gibt, bleibe ein barer Eigenanteil von 8775 Euro für den Heimatverein.

Exkursionen

Der Vereinsvorsitzende kündigte die Exkursion ins Weinviertel nach Österreich für den 11. bis 15. September an. Auf dem Programm stehen das Technische Museum in Wien und der Erdöl-Erdgaslehrpfad mit dem Museum in Prottes. Am 18. Oktober wird der Steinkohlenbergbau im Hüttenstollen Osterwald im Weserbergland erkundet, wo von 1585 bis 1926 gefördert worden ist. Rechnungs- und Kassenführer Alfred Tenbergen konnte von einer guten Finanzlage berichten, die den Anteil am Projekt „Tank des Wissens“ und Investitionen in die Verbesserung der Dauerausstellung im Museum möglich macht.

Mehr Besucher

Museumsleiter Rudi Gaidosch berichtete von einem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Er dankte den Mitgliedern des Fördervereins, die im Vorfeld der Junior-Ranger-Tage mit mehr als 300 Gästen die Rettungskapsel auf dem Freigelände für Besichtigungen hergerichtet haben. Vom 1. bis zum 31. August wird im Museum die Ausstellung „Die Reformation im Emsland und in der Grafschaft Bentheim“ zu sehen sein. Neben den Radtouren durch das Erdölfeld Rühlermoor wird es am 15. Juli eine Radwanderung zum Industrieel Smalspoor-Centrum im niederländischen Nachbarort Erica geben. Hier sind Feldbahnen ausgestellt, wie sie auch von der Erdölindustrie im Emsland verwendet werden.

Bei den Vorstandswahlen wurde der Vorsitzende Herbert Sander im Amt bestätigt, als Beisitzer ist Hans Neuß neu gewählt. Die Aufgabe als Kassenprüfer sind Heinz Gorny, Heinrich Müller und Bernhard Kötting zugewiesen.

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