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Mitgliederversammlung in Twist Schulen werden Partner des Naturparks Moor

Von Tobias Böckermann | 08.09.2017, 14:37 Uhr

Eine positive Jahresbilanz hat der Internationale Naturpark Moor gezogen und plant weitere tief greifende Veränderungen,

Das hat Geschäftsführer Uwe Carli der Mitgliederversammlung im Gasthof Robbers in Twist-Hebelermeer mitgeteilt. „Der Naturpark wird noch mal auf links gezogen“, sagte Carli in der vom Vorsitzenden des Naturparks, Landrat Reinhard Winter, geleiteten Veranstaltung.

Zunächst präsentierten die Naturpark-Mitarbeiter einen neuen Imagefilm, der gerade fertiggestellt wurde und in den kommenden Tagen im Internet veröffentlicht werden und später auch an Schulen eingesetzt werden soll. Das aufwendige Werk verbindet die Geschichte des Bourtanger Moores mit Gegenwart und Zukunft und kam sehr gut an. Allerdings monierte der Kreistagsabgeordnete Michael Fuest (Grüne), die rigorose Ausbeutung des Moores im Emsland komme dabei zu kurz.

Heiner Reinert (CDU) schlug vor, die Lehrer der Schulen für Fortbildungen im Naturpark zu gewinnen, da viele nicht mit dem Moor groß geworden und sozusagen „landschaftsfremd“ seien.

Tatsächlich plant der Naturpark eine engere Kooperation mit Grundschulen, die als „Naturpark-Schule“ zu engen Partnern werden sollen, die das Naturpark-Thema dauerhaft im Lehrplan verankern. Der Verband Deutscher Naturparke VDN verleihe die entsprechenden Auszeichnungen, sagte Verena Schepers vom Naturpark-Team. Als erste Schule auf deutscher Seite werde die Franziskusschule Schöninghsdorf mitmachen. Auf niederländischer Seite werden sich 30 Schulen an einem ähnlichen Projekt beteiligen.

Kooperation mit Schulen

Carli berichtete über die derzeit laufenden und zum Teil abgeschlossenen Förderprojekte im Naturpark. Aus dem Programm Interreg, das 2018 ausläuft, werden demnach 6,5 Millionen Euro investiert, unter anderem in das Wassermanagement im Bargerveen und in einen dortigen Schafstall.

Auf Twister Seite arbeite man an einem verbesserten Hochwasserschutz und engagiere sich im Projekt „Paludiekultur“. Dabei versuchen Wissenschaftler, auf abgetorften, aber sehr feuchten Flächen Torfmoose als Torfersatz anzubauen. An allen wichtigen Orten des Naturparks wurden oder werden sogenannte Moorpforten installiert, alle Einrichtungen sollen zweisprachig ausgestattet werden.

Abgeschlossen sind einige Interreg-Projekte, darunter das Bienenzentrum Imme. In Arbeit befinden sich unter anderem die Erweiterung des Erdöl-Erdgas-Museums in Twist, die Besucherführung am Außengeländes am Moormuseum, der Bau einer Fahrradbrücke in Meppen oder die Einrichtung eines „Fietsknotenpunktsystem“ für Radfahrer auf deutscher Seite des Naturparks.

Projekt im Moormuseum

Aus dem sogenannten EFRE-Programm „Moor ohne Grenzen“ soll die Erlebbarkeit des Naturparks verbessert werden. Dazu zählt untere anderem der Ausbau des Moormuseums zu einem „Naturpark im Kleinen“ mit Wiederaufbau der Moorbahn und dem Bau von Bohlenwegen, sowie die naturverträgliche Besucherlenkung im Dalum-Wietmarscher Moor. „Dort haben wir eine Radwegetrasse gefunden, die sowohl Einblicke in das Vogelschutzgebiet gewährt, als auch den seltenen Tieren Rechnung trägt“, sagte Uwe Carli.

Besondere Erwartungen habe man an eine neue, im Wortsinn „verbindende“ Radrundroute, die über 44 Kilometer Deutschland und die Niederlande verbinde und auch durch das Dalum-Wietmarscher Moor führe.

Auch das Leader-Programm „Moor ohne Grenzen“ hat Fördergelder in die Region gebracht. Unter anderem wurde in Fehndorf ein Aussichtshügel errichtet, ein Wolfszaun am Versener Heidesee gefördert oder am Speichersee Geeste bei der Gestaltung der Seeterassen geholfen. Der Ortskern Wietmarschens wurde barreierefrei umgestaltet.

In Arbeit ist die Kartierung von Flora und Fauna auf deutscher Naturparkseite. Sie soll eine verlässliche Grundlage für spätere Projekte schaffen. Im Zuge der Umlegung der sogenannten „Emsland-Route“ für Radfahrer wird auch ein kleines Stück Radweg angrenzend an das Bargerveen gebaut.

Insgesamt flössen aus den drei Förderprogramm zwischen 2014 und 2020 12,9 Millionen Euro in den Naturpak, sagte Uwe Carli. Auch die Öffentlichkeitsarbeit habe man umgestellt und vereinheitlicht, die Angebote der eigenen Naturführer neu aufgestellt oder Journalistenreisen veranstaltet.

Der Haushalt des Naturparkvereins und seiner Geschäftsstelle sieht für das Jahr 2018 Einnahmen und Ausgaben von etwa 205.000 Euro vor.