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Erdölförderung sichern Exxon Mobil präsentiert Konzept für Rühlermoor

Von Ina Wemhöner | 15.08.2014, 20:00 Uhr

Dass die Erdölförderung mit Risiken verbunden ist, ist kein Geheimnis. Immer wieder kommt es zu Ölunfällen aufgrund maroder Leitungen. Der Mineralölkonzern Exxon Mobil arbeitet derzeit an einem Konzept zur langfristigen Sicherung der Ölproduktion im Emsland, das die Mitarbeiter dem SPD-Politiker Markus Paschke bei einer Besichtigung im Rühlermoor vorstellten.

Zuletzt machte das Erdölfeld in Georgsdorf in der Gemeinde Osterwald Schlagzeilen , als es dort Ende Juni zu einer Leckage an einer Sammelleitung kam. Dabei traten etwa 150 Kubikmeter Nassöl aus. Ursache für diese Leckage war ein Korrosionsschaden im Rohr.

Die Stahlleitungen sind teilweise noch aus den 1980er-Jahren und können bei Druck oder Temperaturschwankungen nachgeben. „Wir sind schon seit Jahren dabei, die Leitungen auszutauschen. Im Rühlermoor sind es 160 Kilometer an Leitungen, die ausgetauscht werden müssen, das braucht Zeit“, erzählte Markus Glab, Wirtschaftsmanager von Exxon Mobil, beim Besuch von Markus Paschke im Rühlermoor. Im Rahmen seiner Wahlkreis-Sommerreise informierte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete über eines der größten deutschen Ölfelder und die langfristigen Planungen für dieses Gebiet.

Das betroffene Leitungsnetz im Feld Georgsdorf wurde nach der Leckage außer Betrieb genommen, jedoch soll es ab September wieder schrittweise in Betrieb genommen werden, sagte der Sprecher Hans-Hermann Nack von Exxon Mobil. Der Ölkonzern hatte nach der Leckage die Aufgabe, ein umfassendes Konzept zur Verbesserung vorzulegen. Dies wird derzeit noch mit den zuständigen Behörden und einem unabhängigen Gutachter diskutiert.

Im Rühlermoor wird bereits seit 1980 Heißdampf in die Lagerstätte injiziert, um das zähflüssige Schweröl fließfähiger zu machen. Diese Leitungen gilt es jetzt auszutauschen. Des Weiteren wird es etwa 100 Neubohrungen und 65 Aufarbeitungen geben. „Wir sind derzeit dabei alle unsere Salzwasserleitungen zu erneuern“, sagte Techniker Georg Stühlen von Exxon Mobil.

Im Zuge des Neuentwicklungskonzepts für das Rühlermoor stehen ebenfalls ein Umbau des Betriebsplatzes, der Neubau einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und die Errichtung von Stationen zur Wasserverpressung an. „In Zukunft können wir dann selber Energie produzieren, und durch die Umstellung von Frischwasser auf Lagerstättenwasser zur Dampfproduktion wird die Ressource Grundwasser geschont“, sagte Markus Schanzenbaecher von Exxon Mobil, der das Projekt betreut. Bis 2019 seien die Baumaßnahmen umzusetzen, die voraussichtlich eine Milliarde Euro kosten werden, sagte Stühlen.