De Ridder besucht Erdölmuseum 132 Meter Fachbibliothek kommen in Anbau in Twist

Von Georg Hiemann

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela De Ridder (5. v. l.) besuchte zum ersten Mal das Erdöl-Erdgas-Museum Twist. Museumsleiter und SPD Ortsvorsitzender Rudi Gaidosch (4. v. l.) führte die Gäste durchs Museum. Foto: Georg HiemannDie SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela De Ridder (5. v. l.) besuchte zum ersten Mal das Erdöl-Erdgas-Museum Twist. Museumsleiter und SPD Ortsvorsitzender Rudi Gaidosch (4. v. l.) führte die Gäste durchs Museum. Foto: Georg Hiemann

Twist. Das Erdöl-Erdgas-Museum Twist liegt im Zentrum der größten Erdölfelder Deutschlands und erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Touristen und „Fachleuten“. „Sobald der geplante Anbau fertig sein wird, wird hier mit 132 Metern eine der größten Fachbibliotheken zu finden sein“, wie Heiner Reinert, Vorsitzender des Heimatvereins, erläuterte.

Schon jetzt gibt es immer wieder Anfragen von Universitäten, Studenten aus aller Welt, die in diesem „Schatz“ fündig werden. 2009 zog das Museum in einen Neubau um, der sich den benachbarten Heimathäusern anpasst. Übersichtlich werden hier auf 450 Quadratmetern auf zwei Ebenen die Objekte präsentiert. Im Freigelände am Museum sind große Anlagenteile aus dem Erdöl-Erdgas-Betrieb zu besichtigen. Magnetischer Anziehungspunkt ist das Bohrturmmodell des ehemaligen Exxonmobil Mitarbeiters Jürgen Lorenz im Eingangsbereich, das Hans Neuss, ehrenamtlicher Mitarbeiter, den Gästen MdB Daniela De Ridder und der SPD-Landtagskandidatin Andrea Kötter ausführlich vorstellte. Dabei waren auch Exxonmobil-Betriebsleiter Daniel Fischer sowie Kathrin Falk vom Exxonmobil „Representaitive office Berlin“ sowie der stellvertretende Twister Bürgermeister Heinz Deters.

Über 1000 Bohrlöcher

Begrüßt wurden die Gäste im Erdöl-Erdgas Museum durch den Museumsleiter und SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Rudi Gaidosch. Heinz Deters betonte, die Erdöl- und Erdgasförderung besitze in der Gemeinde Twist eine hohe Akzeptanz. „Schließlich leben wir seit Jahrzehnten in der Region der über 1000 Bohrlöcher“.

Erdöl aus Rühlermoor

Exxonmobil-Betriebsleiter Daniel Fischer und Kathrin Falk stellten ausführlich das Projekt „Erdöl aus Rühlermoor“ vor. Seit den 1950er Jahren fördert Exxonmobil Erdöl im Emsland und bereits heute wird diese Förderung durch die Injektion von Wasserdampf, der die Fließeigenschaften des Rohöls verbessert, unterstützt. Im Feld Rühlermoor soll aber die Ausbeute erheblich verbessert werden, denn von den vorhandenen 100 Millionen Tonne sind bisher nur rund 30 Millionen gefördert worden, was an den zähen Fließeigenschaften liegt. „Wir wollen in den nächsten Jahrzehnten durch weitere Dampfinjektionen die Förderrate erhöhen und investieren hierfür hohe Summen“, erläuterte Daniel Fischer. Sobald die Genehmigung vorliegt, werde man in den Jahren 2019 bis 2022 das Projekt „Erdöl aus Rühlermoor umsetzen“. „Durch viel Transparenz und geplante Informationsveranstaltungen wollen wir die Bevölkerung hierbei mitnehmen“, kündigte Kathrin Falk an, „um Vorurteilen und Falschinformationen durch sachliche Information zu begegnen“.

30 Umrüstungen

Im Rahmen des Projektes „Erdöl aus Rühlermoor“ soll das Erdölfeld durch etwa 140 Neubohrungen sowie 30 Umrüstungen und die Erneuerung bestehender Feldleitungen besser erschlossen werden. Weiter soll das bestehende Betriebsgelände umgebaut und modernisiert werden. „Der Neubau einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) wird erhebliche Verbesserungen im Umweltbereich ermöglichen“, betonte Daniel Fischer, denn „durch die Umstellung von Frischwasser auf aufbereitetes Lagerstättenwasser zur Dampfproduktion wird kein Grundwasser mehr benötigt“.

Auf Fragen antwortete er, „Grundwasser wird immer von oben verschmutzt, nie von unten aufgrund einer Bohrung“. Zum Projekt „Erdöl aus Rühlermoor“ gehöre auch die Errichtung von Stationen zur Wasserverpressung. Insgesamt werde durch die geplante Modernisierung des Leitungsnetzes die „Integrität der Erdölproduktion langfristig gesichert“. Fazit: Exxonmobil wird das Projekt Erdöl aus Rühlermoor umsetzen, offen ist aber noch der Zeitpunkt der Umsetzung einzelner Maßnahmen, was von der Entwicklung des Rohölpreises auf dem Weltmarkt abhängt.


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