In Twist entstehen Damm und Radweg Bauarbeiten am Bargerveen gehen schnell voran


Twist. Trotz Winterwetters gehen die Bauarbeiten zur Abdichtung des Naturschutzgebiets Bargerveen an der deutsch-niederländischen Grenze in Twist zügig weiter.

Wer sich von deutscher Seite dem Schutzgebiet nähert, sieht jenseits des Grenzgrabens einen fast zwei Meter hohen Damm. Dieser sorgt dafür, dass der Wasserstand in dem Hochmoor direkt an der Grenze gleichmäßig hoch bleibt. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Überströmen dieses Damms bei extrem starken Regenfällen in Teilabschnitten nicht ausgeschlossen werden kann. Der Plan von Project Bargerveen ist daher, dort den Damm mit Lehm zu verstärken und zu erhöhen.

In Twist-Schöninghsdorf, nördlich der Hofer Straße wird seit November gearbeitet, deshalb sind seit Anfang Dezember der Radweg und der Wanderweg auf der niederländischen Seite der Grenze gesperrt. Radfahrer und Wanderer werden mit Hinweisschildern durch Schöninghsdorf bis zum niederländischen Nachbarort Zwartemeer umgeleitet, wo sie Anschluss an das Wegenetz am Rand des Naturschutzgebiets haben.

Auch samstags unterwegs

Wie das Project Bargerveen mitteilt, ist seit Baubeginn das Unternehmen Fuhler Hoornstra dabei, so viel Sand, Lehm und Torf wie möglich zu bewegen, es wird sogar samstags gearbeitet. Denn für die Brut- und Setzzeit müssen die Arbeiten mit Rücksicht auf den Naturschutz unterbrochen werden. Sand und Lehm für den Dammkern gewinnt das Unternehmen beim Ausbaggern des Zwartemeer, einem durch den Torfabbau und die damit verbundene Grundwasserabsenkung verschwundenen See. Bauleiter Eric Groote sagt, dass pro Woche gut 15.000 Kubikmeter lehmiger Sand und 12.0000 Kubikmeter Mutterboden aus dem künftig als Regenwasserspeicher dienenden Seegrund abtransportiert werden, das sind ungefähr 350 Fuhren mit speziellen Transportern, den Dumpern. Damit die beladen 50 Tonnen schweren Baufahrzeuge nicht den empfindlichen Untergrund schädigen, sind Fahrwege aus Stahlplatten angelegt.

Stahlplatten verlegt

Aber nicht nur an der deutsch-niederländischen Grenze wird gearbeitet. Projektleiter Freek Nijman von der Firma Arcadis leitet den Bau von Lehmdämmen mit einer Gesamtlänge von neun Kilometern rund um das Naturschutzgebiet. Es müssen gut 5000 Dumper-Ladungen mit fast 90.000 Kubikmeter Lehm verarbeitet werden. Darüber hinaus sind 3000 Ladungen mit 73.000 Kubikmeter Sand zu bewegen. Dieses Material wird gegen gut 110.000 Kubikmeter Torf ausgetauscht, der sich dort befindet, wo die Dämme angelegt werden.

Im Herbst soll es in Schöninghsdorf einen neuen Radweg geben, der von der Hofer Straße nach Norden führt und am Nordrand des Naturschutzgebiets die Grenze überquert. Denn schon der alte Damm war eigentlich nicht breit genug für einen Wander- und einen Radweg. Der neue Damm wird aber nicht breiter. Daher wird der Radweg neu gebaut.


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