Ein Käfer mit Motorradmotor Team Wester aus Twist fährt Autocross-Rennen


Twist. Schnelle Autos, packende Duelle und rasante Überholmanöver – für viele gehört Autocross zu den Highlights der Renn-Saison. Das Team Wester aus Twist ist seit zehn Jahren am Start.

„Schon als Kinder waren wir vom Autocross fasziniert“, erinnert sich Christoph Wester. Der 30-Jährigen und seine Brüder Johannes, 27, und Sebastian, 32, denken gerne an ihre Ausflüge an die Autocross Rennstrecke des MSC Rütenbrock zurück. „Unser Vater nahm uns damals mit zu den Rennen. Da wussten wir schon, dass wir da irgendwann mitfahren werden“, sagt Sebastian.Vor zehn Jahren traten die drei Brüder dann dem Grafschafter Auto Cross Club (GRCC) bei.

2007 drehten sie den Schlüssel zum ersten Mal im Zündschloss herum und gaben auf der Rennstrecke des MSC Rütenbrock Gas. Damals war Sebastian noch der Fahrer des Teams und fuhr einen VW Passat 5E. Im gleichen Jahr kam dann Bruder Christoph dazu, kurz danach dann Johannes. „Über die Jahre hat sich die Aufgabenverteilung bei uns etwas geändert“, erklärt Christoph. Heute ist Johannes der Fahrer, Sebastian fungiert als Mechaniker und Christoph als Teamchef und Organisator.

Seit dem vergangenen Jahr ist der ganze Stolz des Teams ein VW Käfer mit Kawasaki Motorradmotor, den sie in Heimarbeit zusammengeschraubt und optimiert haben. Das Team fährt in der Supertourenwagen Klasse 5 in der Nordwestdeutschen Meisterschaft (NWDAV) um die Siege.

„Mehr Speed“

„Der Motor ist das Besondere an unserem Fahrzeug. Mit dem Motorradmotor haben wir einfach mehr Speed“, erklärt Sebastian. Mit 179 PS und bis zu 140 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit auf der geraden Strecke sind sie unterwegs. „Es ist schon was Besonderes, wenn wir mit unserem kleinen Käfer die größeren Teams mit ihren teuren Autos überholen. Das ist schon eine gewisse Genugtuung“, sagt Johannes Wester mit einem Lächeln. Die Wester Brüder haben sich mit dafür eingesetzt, dass diese Motoren in der NWDAV zugelassen werden. „Es macht einfach Spaß, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln, um das Auto schneller und leichter zu machen.“, erzählt Sebastian. Sebastian arbeitet als Industriemechaniker, Johannes ist Konstruktionsmechaniker und Christoph Baufacharbeiter.

„In Spohle haben wir 2016 unseren ersten Sieg eingefahren“, sagt Johannes stolz. Weitere Plätze auf dem Treppchen kamen hinzu, doch „es könnten ruhig einige Siege mehr sein“, scherzt der 27-Jährige. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir uns in diesem Jahr vorne etablieren können“, meint Sebastian.

Familiensport

„Das Hobby ist bei uns ganz klar Familiensport“, sagt Christoph. „Es ist auch nicht alltäglich, dass drei Brüder ein Team bilden. Damit haben wir uns in der Autocross-Szene einen Namen gemacht“, sagt der 30-Jährige. „Die Harmonie und die Atmosphäre unter den Teams ist einmalig“, erklärt Johannes. „Wir gehen sehr freundschaftlich und kollegial miteinander um. Man hilft sich untereinander und trinkt auch nach den Rennen mal ein Bier zusammen“, erzählt der Team-Fahrer. „Die Autocross-Gemeinschaft lebt und so soll es sein.“

An den Wochenenden optimieren sie ihr Auto in ihrer Twister Schrauberhalle. „Im April geht es dann wieder los mit den Rennen“, freut sich Sebastian schon. „Eines der Highlights ist da natürlich das Rennen in Rütenbrock mit dieser einmaligen Kulisse und Atmosphäre.“ Die Saison geht dann bis Oktober und es gibt circa zehn Rennen im Jahr. „Bei uns ist Teamwork gefragt. Nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der Vorbereitung. Wir sind immer zusammen in der Halle und unsere Aufgaben sind effektiv aufeinander abgestimmt“, erzählt Sebastian. „Meine Frau Jenny ist die gute Seele des Teams“, sagt Christoph.

Sebastian Wester ist der 2. Vorsitzende des Motorsport-Clubs und würde sich über neue Mitglieder freuen. „Es ist absolut nicht notwendig aktiv als Fahrer dem GACC beizutreten. Wer sich auch nur für das Hobby und den Rennsport interessiert ist bei uns herzlich willkommen.“ Fahren darf man dann ab 14 Jahren. „Es gibt dafür einen Lehrgang in Osnabrück, wo Theorie und Praxis trainiert werden. Die Teilnahme kostet 50 Euro“, erklärt Sebastian.


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