„Das Handwerk wird weiblicher“ 23-Jährige wird in Twist Kfz-Mechatronikerin

Besuch an ihrem Ausbildungsplatz erhielt Beatrice Szymniak (rechts) von Silvia Strüwing (von links), Heinrich Kötting, Alexandra Seggering, Peter Blömeke und Martin Gerenkamp. Foto: Martin ReinholzBesuch an ihrem Ausbildungsplatz erhielt Beatrice Szymniak (rechts) von Silvia Strüwing (von links), Heinrich Kötting, Alexandra Seggering, Peter Blömeke und Martin Gerenkamp. Foto: Martin Reinholz

mr Twist. Um erwerbslose Frauen mit Kindern dauerhaft und sozialversicherungspflichtig in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern, hat das Bildungswerk des Meppener und Lingener Handwerks das Projekt „Das Handwerk wird weiblicher“ begonnen. Zu den Teilnehmerinnen zählt Beatrice Szymaniak, die im Autohaus Kötting in Twist eine Teilzeitausbildung zur Kfz-Mechatronikerin absolviert.

Beatrice Szymaniak ist alleinerziehende Mutter von zwei Söhnen im Alter von sechs und fünf Jahren. Nach dem erfolgreichen Realschulabschluss hat die Twisterin aufgrund der Kinder weder eine Ausbildung noch einen Führerschein machen können. Dass das Autohaus Kötting, in dem sie seit August 2016 zur Kfz-Mechatronikerin ausgebildet wird, in ihrem Wohnort liegt, ist für sie ein großer Vorteil. Bei der Betreuung ihrer Kinder kann sie neben dem Ganztagsschulangebot und der Kindertagesstätte auch auf ihre Mutter zurückgreifen, sagte Szymaniak.

Das Bildungswerk des Meppener und Lingener Handwerks setzt das Projekt „Das Handwerk wird weiblicher“ unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft Emsland Mitte-Süd um. Beteiligt sind die Jobcenter des Landkreises Emsland und der Grafschaft Bentheim sowie die NBank. Ziel ist es laut Projektleiterin Silvia Strüwing, dem aktuell diskutierten Fachkräftemangel mit einer Erhöhung der Frauenerwerbsquote im Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim entgegenzuwirken und dabei vor allem das Handwerk in den Blick zu nehmen.

Betriebliche Qualifizierung

Möglich wird das Projekt durch Fördermittel, die die NBank dem Meppener Bildungswerk aus dem Europäischen Sozialfonds und vom Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt hat. Seit dem 1. April werden jeweils in Neunergruppen insgesamt 27 Projektplätze an den Standorten in Meppen, Lingen und Nordhorn angeboten. Die Teilnahme ist bei einer individuellen Förderdauer von bis zu 24 Monaten in Teilzeit (ab 20 Wochenstunden) oder Vollzeit (bis 40 Wochenstunden) möglich.

Vor der Ausbildung oder Vermittlung in eine Arbeitsstelle wurden Betriebsbesichtigungen, Werkstattwochen und Schnupperpraktika angeboten. Nach einem Praktikum konnten sich die Teilnehmerinnen für eine längerfristige betriebliche Qualifizierung entscheiden. Bei dieser werden sie von den Bildungswerken betreut und sozialpädagogisch begleitet.

Förderung wichtig

Am Ortstermin bei Kötting nahmen neben Strüwing der pädagogische Mitarbeiter des Bildungswerks des Meppener Handwerks, Peter Blömeke, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsplatz im Jobcenter des Landkreises Emsland, Alexandra Seggering, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und der Seniorchef des Twister Autohauses, Heinrich Kötting , teil. Trotz rückläufiger Arbeitslosenzahlen und der Tatsache, dass im Emsland 800 Ausbildungsplätze unbesetzt seien, sei die Förderung gerade alleinerziehender weiblicher Personen im Emsland nach wie vor wichtig, unterstrich Gerenkamp.

Der Landkreis und die Kommunen böten durch Kindertagesstätten und Ganztagsschulen wichtige und gute Rahmenbedingungen für Alleinerziehende. Der Kreisrat lobte die gute Zusammenarbeit mit den Bildungswerken des Handwerks im Emsland und in dem speziellen Fall mit dem Autohaus Kötting.

Viel Lob

Alexandra Seggering freute sich, „dass das Projekt Früchte trägt“. Die Teilzeitausbildung von Beatrice Szymaniak in ihrem Wohnort beim Autohaus Kötting sei „eine perfekte Sache“. Dem schlossen sich Silvia Strüwing und Peter Blömeke vom Bildungswerk an. Sie dankten ausdrücklich Heinrich Kötting, der den Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt hat.

Der Seniorchef ist voll des Lobes für seine Auszubildende: Sie sei wissbegierig und scheue sich nicht vor schmutzigen Händen . Auch wenn die Verdienstmöglichkeiten im Kfz-Handwerk nicht von Anfang an sehr hoch seien, gebe es bei entsprechendem Willen zur Weiterbildung gute Aufstiegsmöglichkeiten, erklärte Kötting. Er sicherte Beatrice Szymaniak seine weitere Unterstützung zu.


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