Anregungen und Einwendungen Streit um geplante Beschichtungsanlage in Twist



Twist. Der Bundestagsabgeordnete Markus Paschke (SPD) hat sich in der Diskussion um den Neubau einer Beschichtungsanlage in Twist als Mediator angeboten. Die Firma Giga Coating will hier Maschinen- und Fahrzeugteile mit Oberflächenschutz versehen.

Paschke informierte sich gemeinsam mit den Kreistagsabgeordneten Karin-Stief Kreihe und Astrid Wilbers sowie dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Rudi Gaidosch bei Giga Coating-Geschäftsführer Ingo Wildermann und Unternehmer Ralf Saatkamp, der mit dem Projekt die Möglichkeiten seines Unternehmens System Trailers Fahrzeugbau am Standort Twist erweitern will. Ralf Saatkamp hatte 2001 im Industrie- und Gewerbegebiet an der Autobahn 31 im Ortsteil Rühlerfeld eine Auftragsfertigung für spezialisierte Fahrzeughersteller begonnen und damit den von seinem Vater Dieter Saatkamp aufgebauten Betrieb in Emlichheim ergänzt. Inzwischen beschäftigt er in Twist 220 Mitarbeiter. Die Kunden aus Deutschland, West- und Nordeuropa wünschen eine hochwertige Beschichtung der Baugruppen, um diese vor Korrosion zu schützen. Stand der Technik sei längst nicht mehr die Lackierung per Spritzpistole, sondern die Oberflächenbehandlung in Tauchbädern und die Pulverbeschichtung, erklärte Saatkamp.

Auf einem Gelände neben der Firma System Trailers soll eine solche Beschichtungsanlage errichtet werden. Dazu wurde die Firma Giga Coating gegründet. System Trailers stelle eine Grundauslastung sicher, darüber hinaus stehen Kapazitäten für den wachsenden Markt der Oberflächenbeschichtung in der Fahrzeug-, Schiffbau- und Maschinenbauindustrie zur Verfügung, sagte Giga Coating-Geschäftsführer Ingo Wildermann.

Die Pläne seien frühzeitig der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Daraufhin habe es viele Anregungen, aber auch Einwände gegeben, berichtete Saatkamp. Er ist ebenso wie Wildermann zuversichtlich, dass die nach neuesten technischen Erkenntnissen geplante Anlage allen Anforderungen genügen wird. Ein Einwand lautete, dass Oberflächenbeschichtungsanlagen in ein Industriegebiet gehören, sagte Saatkamp. Wildermann sind 15 Anlagen bekannt, die in Gewerbegebieten stehen. Weil durch neueste Technik die Emissionen auf ein Mindestmaß reduziert werden, sind beide zuversichtlich, dass die strengeren Regeln für Gewerbegebiete erfüllt werden können. Jetzt komme es vor allem darauf an, dass der Landkreis Emsland in seinem Abwägungsverfahren bald zu einem positiven Entscheid kommt, damit 50 neue Arbeitsplätze entstehen können.

Die SPD-Kreistagsvorsitzende Karin Stief-Kreihe staunte über die Entwicklung, die der Fahrzeugbaubetrieb in den vergangenen 15 Jahren genommen hat. Sie sagte ebenso wie Rudi Gaidosch eine wohlwollende Begleitung des Projekts zu. Zusammen mit Paschke empfahlen sie, den Gesprächsfaden mit Kritikern des Vorhabens nicht abreißen zu lassen. Ralf Saatkamp antwortete, dass es bei ihm jederzeit eine offene Tür für die Nachbarn gebe und Ingo Wildermann ergänzte, dass man im Gespräch mit den Nachbarunternehmen stehe.

Saatkamp und Wildermann gaben den Politikern eine Idee mit auf den Weg. Es sollte in der Region, wozu sie auch die benachbarten Teile der Niederlande zählen, ein Netzwerk der mit Fragen der Oberflächenbehandlung befassten Unternehmen gebildet werden. Forschungseinrichtungen könnten dann hier neue Anwendungen und Verfahrensverbesserungen entwickeln.


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