Per Richtfunk ins Internet EmslandTel.Net stellt in Twist sein Angebot vor

Die Gesprächsrunde vor dem Sport- und Schützenhaus in Twist-Neuringe, von links: Bernd-Carsten Hiebing, Anette von Zoest, Sebastian Hoogland, Andreas Schröder, Heinz Greve, Thomas Wadehn, Hermann Ter Heide und Bernd Hake. Foto: Manfred FickersDie Gesprächsrunde vor dem Sport- und Schützenhaus in Twist-Neuringe, von links: Bernd-Carsten Hiebing, Anette von Zoest, Sebastian Hoogland, Andreas Schröder, Heinz Greve, Thomas Wadehn, Hermann Ter Heide und Bernd Hake. Foto: Manfred Fickers

Twist. Statt Kabel zu vergraben, will das Meppener Unternehmen EmslandTel.Net über Funkmasten den Twistern einen schnellen und leistungsfähigen Weg ins Internet bahnen. Geschäftsführer Andreas Schröder erklärte im Gespräch mit der CDU Twist, wie das geht.

Das technische Prinzip ist nicht neu. Funkwellen werden gebündelt zwischen einer Antenne an einem Funkmast und einer Antenne beim Kunden hin und her gesendet und das mit einem Tempo nahe der Lichtgeschwindigkeit, erklärte Schröder. Dieser Richtfunk wurde schon von der Deutschen Bundespost für ihr Telefonnetz genutzt. Das sei genauso schnell und leistungsfähig wie Glasfaserleitungen. Mit dieser Technik könne das Unternehmen Privat- und Geschäftskunden umfangreiche Angebote machen. Aus der in vielen Ortschaften im Emsland gewonnenen Erfahrung heraus wurden spezielle Lösungen für Anforderungen der Landwirtschaft entwickelt.

Gesundheitsgefahren durch die Richtfunktechnik gebe es praktisch nicht, weil die Strahlungsenergie relativ gering ist, erklärte Schröder. Die Technische Universität Darmstadt hat eine Untersuchung veröffentlicht, in der es heißt, dass bei der Nutzung von Bluetooth, W-LAN und schnurlosem Telefon mehr Energie auf die Nutzer abstrahlt.

Der Technische Leiter von EmslandTel.net, Sebastian Hoogland, präsentierte eine Grafik, die zeigt wie von einem Richtfunkturm im Industriegebiet an der Autobahn 31 in Geeste und drei neu zu errichtenden Türmen in der Gemeinde Twist die fast alle Haushalte und Unternehmen mit leistungsfähigen Anschlüssen versorgt werden können. Im Herbst dieses Jahres soll es bereits so weit sein.

Als Standorte für die 67,5 Meter hohen Masten sind Brachflächen beim Sportplatz in Adorf, beim Sportplatz in Twist-Bült und beim Bolzplatz in Rühlerfeld von der Gemeinde zur Verfügung gestellt worden.

Viele Fragen hatten die CDU Mitglieder und ihre Gemeindeverbandsvorsitzende Anette von Zoest zu Einzelheiten der Technik. Beim Kunden werden kompakte Antennen auf die Dächer gesetzt. Das Leistungsvolumen des Datenaustauschs zwischen den Richtfunkantennen beim Kunden und auf dem Funkmast werde ständig überwacht, so das Pannen schnell auffallen. Weil Richtfunk bis zu einem gewissen Grad in seiner Leistung wetterabhängig ist, gebe es eine Leistungsreserve. Daher könne man ein vom Kunden gewünschtes Volumen garantieren, antwortete Schröder.

Der EmslandTel.Net-Geschäftsführer sieht die vom Landkreis Emsland in Aussicht gestellten Subventionen für den Ausbau der Kabelnetze als eine Wettbewerbsverzerrung. Sein Unternehmen nutze diese Förderung nicht, mache aber die Erfahrung, dass dort, wo EmslandTel.Net Funkmasten errichtet hat und eine flächendeckende Versorgung bietet, Kabelanbieter mit öffentlichen Zuschüssen bedacht werden. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Bernd-Carsten Hiebing erinnerte daran, dass noch vor kurzer Zeit kein Unternehmen bereit war, die „weißen Flecke“ im Breitband-Datennetz im Emsland auszufüllen. Daher habe der Landkreis einen Anreiz geschaffen um diese Lücken zu schließen und Wettbewerb zu fördern. Da wo der Wettbewerb funktioniert, seien natürlich solche Anreize unnötig.


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