Kraft-Wärme-Kopplung ExxonMobil erörtert Pläne zur Erdölförderung in Twist

Erdöl wird in Twist-Rühlermoor durch die ExxonMobil Production Deutschland GmbH und die Engie E. und P. gefördert. Die Dampferzeuger, deren Schornsteine im Hintergrund zu sehen sind, sollen durch eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ersetzt werden. Archivfoto: Manfred FickersErdöl wird in Twist-Rühlermoor durch die ExxonMobil Production Deutschland GmbH und die Engie E. und P. gefördert. Die Dampferzeuger, deren Schornsteine im Hintergrund zu sehen sind, sollen durch eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ersetzt werden. Archivfoto: Manfred Fickers

Twist. Der Konzern ExxonMobil Production Deutschland will das Erdölfeld in Twist-Rühlermoor für weitere 30 Jahre nutzen. Für 2016 ist der Start des Planfeststellungsverfahrens vorgesehen; 2020 soll der neue Produktionsbereich in Betrieb gehen. Mit Details zum Vorhaben hat sich der Gemeinderat beschäftigt.

„Erdöl aus Rühlermoor“, wie sich das Projekt nennt, ist an sich nichts Neues. Bereits seit den 1950er Jahren fördert ExxonMobil dort Öl, das sich in mehr als 650 Meter Tiefe in porösem Gestein unter einer undurchlässigen Schicht befindet. Wie Projektmanager Stefan von Bose dem Twister Gemeinderat erörterte, sind von den ursprünglich 100 Millionen Tonnen Erdöl bislang 32 Millionen Tonnen, also knapp ein Drittel, gefördert worden.

Um in den kommenden drei Jahrzehnten die übrigen Reserven anzugehen, will ExxonMobil die vorhandene Produktion intensivieren. Neben einer langfristigen Sicherung der Ölproduktion im Emsland verspricht sich der Konzern davon auch Verbesserungen im Umweltbereich.

Mit Wasserdampf

„Das Öl ist hier besonders zähflüssig“, erklärte von Bose, „daher nutzen wir Wasserdampf, um die Temperatur zu erhöhen und das Öl fließfähiger zu machen.“ Durch eine erhöhte Dampfinjektion will das Unternehmen somit die Förderrate erhöhen.

Dieses schon praktizierte Verfahren soll nun intensiviert und auf einer größeren Fläche angewandt werden. Statt wie bisher Heizkessel zu verwenden, will ExxonMobil eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage installieren, „die modernste Form der elektromechanischen Energieversorgung“.

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In der Anlage sollen mit dem bei der Erdölförderung anfallenden Gas Dampf und Strom erzeugt werden. Zwei Drittel der elektrischen Energie benötigt das Unternehmen selbst, „ein Drittel werden wir an das öffentliche Netz abgeben“, kündigte der Projektmanager an. Zu dieser effizienteren Energieversorgung kommt ihm zufolge eine Grundwasserschonung, indem für die Dampferzeugung eine Umstellung von Frischwasser auf Lagerstättenwasser erfolgt; Letztgenanntes wird zusammen mit dem Öl gefördert.

In diesem Jahr will ExxonMobil den Antrag für das Planfeststellungsverfahren einreichen; von 2017 bis 2020 sollen nach den Plänen des Unternehmens der zentrale Betriebsplatz in Meppen-Rühlerfeld umgebaut und die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage installiert werden. Für 2020 ist die Inbetriebnahme vorgesehen.

„Keine Chemikalien im Einsatz“

Nach seinen Ausführungen stellte sich der Vertreter des Unternehmens den Fragen des Gemeinderats sowie, in der anschließenden Einwohnerfragestunde, der Zuhörer. Auf Nachfrage von Heinz Deeters (CDU) sagte von Bose, ExxonMobil habe bei der Erdölförderung „keine Chemikalien im Einsatz“, daher gebe es auch keine Gefahren durch Stoffe wie etwa Dioxin.

Gewiss sei jedoch während der Bauzeiten mit Einschränkungen in der Umgebung zu rechnen, was beispielsweise den Moor-Energie-Erlebnispfad betreffe. Für den gesamten Prozess plane das Unternehmen jedoch, die Öffentlichkeit einzubeziehen.


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