Damit das Wasser im Moor bleibt Rund um das Bargerveen entstehen Pufferzonen

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Twist. Rund um das Hochmoorschutzgebiet Bargerveen entstehen Pufferzonen zu landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen. Was sich in den nächsten Jahren verändern wird, erläuterte Jans de Vries von der Forstbehörde Staatsbosbeheer im Ausschuss für Gemeindeentwicklung Twist.

Von einstmals 160000Hektar Hochmoorfläche im Bourtanger Moor waren vor 50 Jahren im niederländischen Teil noch 66 Hektar einigermaßen unberührter Moorlandschaft übrig geblieben. 1968 wurde der Meerstalblok, an der deutschen Grenze bei Schöninghsdorf gelegen, unter Naturschutz gestellt. De Vries hat die Entwicklung des nach und nach ausgeweiteten Schutzgebiets begleitet. Heute umfasst es 2500 Hektar. Die Kernzone ist der Meerstalblok, das letzte Gebiet mit funktionierender Hochmoorentwicklung in den Niederlanden. Daran grenzt das Schoonebeeker Veld an, eine abgetorfte, wiedervernässte Hochmoorfläche. diese geht über in das Amsterdamsche Veld, das von Grünland auf Hochmoor geprägt ist. Diese einzigartige Landschaft, Teil des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor/Bargerveen, ist durch ein Wegenetz erschlossen, ergänzt um Aussichtspunkte und Informationsangebote.

Naturschützer, Behörden, Landwirten und die Anliegergemeinden sind gleichermaßen an möglichst stabilen Wasserständen im Gebiet interessiert. Dies ist einerseits für eine natürliche Hochmoorentwicklung von Nutzen andererseits für eine ertragreiche Landwirtschaft und zum Schutz von Siedlungen, erklärte de Vries. Aber: „Grundwasserströme stoppen nicht an Landesgrenzen“ und das Oberflächenwasser laufe nicht immer so ab, wie es sinnvoll wäre. Die Wasserstudie für das Naturparkgebiet habe Lösungswege aufgezeigt, die jetzt begangen werden.

Der Hauptstrom des Grundwassers laufe aus dem Gebiet der Gemeinde Twist unter dem Bargerveen hinweg Richtung Nordosten. Hier gebe es ein altes Flusstal, in dem vor Jahrtausenden das Hochmoorwachstum begann. Das Oberflächenwasser aus dem Bargerveengebiet lief ursprünglich über das Flüsschen Runde nach Norden Richtung Dollart ab, erklärte de Vries. Aber der Torfabbau hat diesen natürlichen Wasserabfluss gestört. Es bestehe die Gefahr, dass Oberflächenwasser nach Süden Richtung Weiteveen und Nieuw Schoonebeek oder nach Osten Richtung Twist abfließt.

Auf der niederländischen Seite wurde und wird deswegen der Abfluss des Oberflächenwassers Richtung Norden bei Zwartemeer durch Rückhaltebecken sowie die Renaturierung der Runde verbessert. Im Westen, Richtung Nieuw Amsterdam entsteht außerhalb des Naturschutzgebiets ein feuchtes Heidegebiet, das durch Beweidung mit Schafen und Rindern von Baumbewuchs freigehalten werden soll. Weiteveen und Nieuw Schoonebeek werden durch Pufferzonen und Lehmdämme geschützt, die den Nebeneffekt haben, dass im Winter Wasser aufgefangen und in Trockenzeiten im Sommer abgegeben werden kann. Davon profitiere die Landwirtschaft, sagt de Vries.

Eine solche Pufferzone soll auch an der Grenze bei Schöninghsdorf entstehen. Hier haben ein Torfabbaubetrieb und ein Landwirt als Ausgleich für die Abtorfung einen 300 Meter breiten Streifen zur Verfügung gestellt. Der Grenzgraben soll mit Lehm aufgefüllt werden, was die benachbarten landwirtschaftlichen Flächen vor Wasser aus dem Meerstalblok schützt und hilft, im Naturschutzgebiet gleichmäßige Wasserstände zu halten, erläuterte de Vries. Auf dem Damm entsteht ein Radweg, was dem Tourismus nützt.

Unklar ist noch, ob diese Pufferzone nach Süden entlang des Schoonebeeker Veld verlängert werden kann. De Vries warb für dieses Projekt, denn hierdurch könnten ebenfalls Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus gleichermaßen profitieren.


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