Integration soll forciert werden Twister Netzwerk Flüchtlingsbetreuung gestartet

Von Georg Hiemann

Erstes Treffen des Twister Netzwerks Flüchtlingsbetreuung: Gemeinsam sind wir stark und schaffen es. Foto: Georg HiemannErstes Treffen des Twister Netzwerks Flüchtlingsbetreuung: Gemeinsam sind wir stark und schaffen es. Foto: Georg Hiemann

Twist. In Twist hat das Netzwerk Flüchtlingsbetreuung mit der Arbeit begonnen. Bei einem ersten Treffen wurden die Ziele abgesteckt.

Bürgermeister Ernst Schmitz brachte es im Rathaus auf den Punkt: „Nach der Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge muss jetzt verstärkt die Integration folgen“. Anfang November wird die Gemeinde Twist zu einem Informationsabend einladen, an dem sich Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer kennenlernen können. „Wir wollen konkret auch nach den Bedürfnissen der Flüchtlinge fragen, um gezielter helfen zu können.“

Die Gemeinde Twist geht davon aus, dass die Quoten noch weiter erhöht werden. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen und ihr tolles Engagement wären wir völlig überfordert“, dankte Schmitz für die großartigen Hilfen und Aktionen in seiner Gemeinde. Um die Mitarbeiter der Verwaltung zu entlasten, habe die Gemeinde jetzt Willi Rümpker als Mitarbeiter für die Flüchtlingsbetreuung, befristet auf zunächst ein Jahr und mit 23,4 Stunden, angestellt.

Seine Aufgabe wird sein, allgemeine Hilfestellungen und Beratung zu geben, auch in den Wohnungen. Weiter soll er ein lokales Netz von Dolmetschern aufbauen, unterstützen bei Behördenangelegenheiten, Information über Bildungs- und Arbeitsgelegenheiten geben. Er wird zuständig sein für Orientierungshilfen in der Aufnahmekommune, für Vermittlung in Konfliktsituationen, soll den Einsatz ehrenamtlich tätiger Personen koordinieren und an der Erarbeitung einer Lebensperspektive der Flüchtlinge für die Zeit des Aufenthalts mitwirken – alles in enger Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und dem Netzwerk Flüchtlingshilfe Twist.

Informationen bereits online

Einen Informationsflyer hat Willi Rümper bereits im Internet veröffentlicht, er ist auch bei der Gemeinde zurzeit in deutscher Sprache erhältlich. Bald folgt die englische Fassung, danach sind weitere Sprachausgaben je nach Bedarf geplant. Diese Informationen sollen eine erste Orientierung für Flüchtlinge sein.

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Bisher haben sich zehn Twister Bürger für die ehrenamtliche Unterstützung der Flüchtlingsbetreuung gemeldet, teilte Fachbereichsleiter Peter Liedtke in der Sitzung des Netzwerks mit. Sie sollen unter anderem die örtlichen Strukturen erklären, Einkaufs und Hausaufgabenhilfe leisten, Arztbesuche und Behördengänge begleiten oder Kinder betreuen.

In der ersten Sitzung des Netzwerks Flüchtlingsbetreuung wurde schnell deutlich, dass bisher schon vieles in der Gemeinde getan wurde, jetzt aber noch besser koordiniert und auf breitere Füße gestellt werden soll. Vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Meppen war Nicole Jager vertreten. Der SKM bietet einmal pro Woche in Twist eine hauptamtliche Beratung an.

Treffen mit Flüchtlingen am 5. Novemver

Die Pfarreiengemeinschaft Twist, AG Menschen in Not, vertreten durch Tanja Spiekermann, plant für den 5. November, 15 Uhr, im Gemeindehaus St. Ansgar mit dem „Cafe Miteinander“ einen Treffpunkt für Flüchtlinge, Senioren, alleinerziehende Mütter und Suchende. Es soll künftig einmal pro Monat, immer am Donnerstag, stattfinden.

Sandra Robben, Leiterin des Twister Familienzentrums, das ebenfalls im Netzwerk mitarbeitet, wird einige neue Flüchtlingskinder und ihre Mütter beziehungsweise Eltern im Familienzentrum betreuen. Am 12. Oktober wird der Verein „Seitenblicke“ gegründet. „Wir werden ein gemeinnütziger Verein, eine Plattform für freiwilliges Engagement im sozialen Bereich, wir fördern das Miteinander unterschiedlicher Generationen und Kulturen und der gegenseitigen Unterstützung“, erläuterte Heike Theisling.

Anwesend war auch Beate Reinert, Initiatorin der ehrenamtlichen Sprachkurse in der Gemeinde Twist. Jeder Erwachsene sollte mindestens einmal pro Woche Gelegenheit zum Lernen der deutschen Sprache erhalten. Geleitet werden die Kurse von pensionierten Lehrern.

Die Leiterin der Lingener Tafel, Inge Disselborg, arbeitet ebenfalls im Netzwerk mit. Einmal pro Woche verteilt die Tafel in Twist Lebensmittel und Kleiderpakete, was gerne angenommen wird. Dem Netzwerk Flüchtlingsbetreuung Twist haben auch die Reiterfreunde Twist bei Bedarf Reittherapie angeboten. Der DRK Twist-Geeste will einen Workshop Fahrrad-Reparatur veranstalten, um Flüchtlingen zu zeigen, wie sie ihre Fahrräder selbst reparieren können.

Schwimmclub bietet Trainingseinheiten an

Der Schwimmclub Twist bietet Schwimmtraining an und der SoVD Twist ein Begrüßungscafé. Das Sozialamt Twist hat einige Projekte in Planung. So soll es eine Verkehrserziehung für Asylbewerber in Kooperation mit der Polizeistation Twist geben, ein Fahrradtraining für Frauen jedes Alters und jeder Kultur in Zusammenarbeit mit der KEB Meppen. Weiter will man die Qualifikationen Asylsuchender ermitteln und gemeinnützige Arbeitsplätze schaffen.

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Auf der Ausbildungsplatzbörse an der Oberschule Twist will das Sozialamt Twister Unternehmen über die Thematik „Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ informieren. Nähkurse und vieles mehr sind in Vorbereitung. Das Gymnasium Lingen will Geschenkpakete für Flüchtlingskinder in Twist packen.

Die Integration in der Gemeinde Twist nimmt immer mehr Form an. Viel Arbeit für das Netzwerk und Willi Rümpker. Bis jetzt sind 78 Flüchtlinge in der Gemeinde, darunter 29 Kinder. Bis Januar kommen 47 dazu. „Wir bemühen uns, die Integration zu forcieren“, hofft Fachbereichsleiter Liedtke auf die ehrenamtlichen Hilfe vieler.


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