Multiple Sklerose Patientin Gehbehinderte Twisterin möchte reisen und arbeiten

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Nicht weit gehen kann Irmgard Drees aufgrund ihrer Erkrankung. Dennoch möchte sie arbeiten und ebenso auf Reisen gehen. Dafür hofft sie auf Hilfe. Foto: Matthias EngelkenNicht weit gehen kann Irmgard Drees aufgrund ihrer Erkrankung. Dennoch möchte sie arbeiten und ebenso auf Reisen gehen. Dafür hofft sie auf Hilfe. Foto: Matthias Engelken

Twist. Seit 20 Jahren lebt die Twisterin Irmgard Drees mit ihrer Multiple Sklerose-Erkrankung. Gemeinsam mit ihrem Partner hofft sie auf mehr direkte Hilfe, eine Arbeitsstelle und die Möglichkeit trotz Gehbehinderung die Welt zu bereisen.

Mit 31 Jahren diagnostizierten Ärzte bei Drees die Krankheit Multiple Sklerose (MS), eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie befällt das Gehirn, das Rückenmark sowie die Sehnerven. MS kann fast jedes neurologische Symptom auslösen, sodass die Krankheitsgeschichte bei verschiedenen Personen oft sehr unterschiedlich aussieht.

Seit fast 20 Jahren verschlechtert sich in kleinen Schüben Drees Gesundheitszustand. Heute ist sie zu 80 Prozent gehbehindert und damit stark eingeschränkt. Ihren Job als Gemeindereferentin musste sie vor einigen Jahren aufgeben. Seitdem lebt sie von ihrer Rente zuzüglich der gesetzlichen Grundsicherung. Doch sie verzweifelt nicht. Die gläubige Christin vertraut auf Gott. Und auf ihren Lebensgefährten Werner Manhold.

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Der Rentner kümmert sich liebevoll um seine Partnerin und versucht, im Rahmen seiner Möglichkeiten, ihr das Leben lebenswert zu machen. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, um Hilfe zu bitten. Große Konzerne, Stiftungen oder Verbände erhielten bereits Post von ihm mit der Bitte um materielle Unterstützung. Allerdings mit wenig Erfolg.

In Drees´ Fall würde es sich um keine Vereinigung handeln, sondern um ein Einzelschicksal, heißt es dann. Lieber werden Vereine und Gruppen unterstützt, um damit vielen Schicksalen helfen zu können. Das leuchtet auch Manhold ein.

Deshalb gehören er und seine Partnerin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) an und nehmen an einer Selbsthilfegruppe teil. So fand letztes Jahr ein Wohlfühlwochenende in der Historisch-Ökologischen Anlage (HÖB) in Papenburg statt. Organisiert werden solche Ausflüge von der Vereinigung der Multiple Sklerose und der Krankenkasse. Diese drei Tage, so Drees, haben ihr wieder Kraft gegeben. Kraft, die Krankheit zu akzeptieren, denn mit ihren knapp fünfzig Jahren möchte sie noch vieles erleben und sehen.

Nur eingeschränkt mobil

Doch allein reisen gestaltet sich schwierig. Auf den Rollstuhl angewiesen, stößt sie immer wieder auf Barrieren, sei es bei dem Versuch, die Bahn zu nutzen oder Gastronomiebetriebe zu besuchen, in denen das behindertengerechte WC weit vom Platz entfernt ist. Auch sind solche Unternehmungen sehr kostspielig, zumal die entsprechend ausgestatteten Hotels laut Manhold beispielsweise einen höheren Preis verlangen.

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Vor einigen Jahren bekam Drees einen Zuschuss von der Nathalie-Todenhoefer-Stiftung für ein Auto, das auf ihre Bedürfnisse umgebaut wurde. Doch mittlerweile ist allein der Weg von der Fahrertür zum Kofferraum, in dem der Rollstuhl steckt, für Drees zu weit. Außerdem ist der VW Polo mit seinen 17 Jahren in die Jahre gekommen. „Die Reparaturen fressen mich auf. Und ein neues kann ich mir einfach nicht leisten“, fügt sie hinzu.

Wunsch die Welt zu bereisen

Mit ihrem E-Scooter ist die Twisterin zumindest in ihrer Heimatgemeinde mobil und kann kurze Ausflüge allein tätigen. Aber sie möchte gern zu entfernteren Orten reisen, etwas noch von der Welt sehen. Doch dazu fehlen den beiden die Mittel. Besondere Hotels müssten gesucht, die Anreise dorthin, aber auch zu Örtlichkeiten und Sehenswürdigkeiten für eine Gehbehinderte gefunden und organisiert werden. „Das alles kostet“, weiß Manhold aus Erfahrung.

Beide hoffen weiterhin auf direkte Hilfe. Denn die wenigen Dinge, die ihre Woche erhellen, sind an einer Hand abzuzählen, meint Drees. „Dabei bin ich nur körperlich mit den Beinen eingeschränkt und könnte sogar am Rechner von Zuhause aus arbeiten.“ Sie träumt davon, wieder arbeiten zu dürfen, Aufgaben zu haben und dadurch auch ein Stück an Lebensqualität zurückzugewinnen.


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