Connemann besichtigt Förderfeld Ölproduktion im Emsland langfristig gesichert

Von Heiner Harnack

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Twist. In den 1950er-Jahren und den darauffolgenden Jahrzehnten waren Erdölförderpumpen, im Volksmund auch „Nickermänner“ genannt, ein alltägliches Bild im Emsland. Nach vielen Stilllegungen hat der Energiekonzern Exxonmobil der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann in Twist aufgezeigt, wie die langfristige Sicherung der Erdölproduktion und damit zusammenhängende Investitionen in die Region aussehen werden.

Bevor es zur Besichtigung des Erdölfeldes Rühlermoor ging, stellte Exxonmobil-Wirtschaftsmanager Markus Glab im Heimathaus Twist den Politikern die Arbeit des Konzerns vor. Der Redner bemerkte, dass der Schwerpunkt mit rund zehn Milliarden Kubikmetern in der Gasproduktion läge, während die Erdölproduktion, den Verbrauch betreffend, relativ gering sei.

„Vonseiten der Exxonmobil operieren wir auf den beiden Feldern Rühlermoor und Georgsdorf in der Grafschaft“, sagte Glab. Man fördere aber nicht nur Erdöl, sondern auch Öl- und Salzwasser, das in Separationstanks gelange, um getrennt zu werden. Danach gelange das Salzwasser zur Druckerhaltung in die Lagerstätte zurück.

Im Emsland sei das Erdöl sehr zähflüssig, sodass man schon seit den 1980er-Jahren mit Dampfinjektionsbohrungen arbeite. „Das erhitzte Öl wird später mit dem Lagerstättenwasser und dem kondensierten Dampf wieder gefördert“, so der Manager.

Connemann fragte, welche Kosten entstünden, da ja ein Energieeinsatz stattfände. Glab antwortete, dass es deutlich teurer sei, da man Erdölgas und zugekauftes Gas nutze, was dem offenen Markt unterliege und die Bohrungen zusätzlich ausgerüstet werden müssten. „Trotzdem ist die Wirtschaftlichkeit der beiden Felder gegeben“, so Glab. Er ergänzte, dass das Erdölfeld Rühlermoor ohne die Einführung der Verdampfung heute nicht da stünde, wo es sich jetzt befände.

Natürlich würde bei Dollarpreisen von 60 US-Dollar pro Barrel die Situation schwieriger. Glab sagte den Gästen, zu denen auch die beiden Bürgermeister Ernst Schmitz und Helmut Höke zählten, dass die Erdölraffinerie in Lingen für die Erdölfelder der Region der einzige Kunde sei.

Projektingenieur Ludwig von Schnurbein stellte die Entwicklung des Erdölfeldes Rühlermoor vor und sagte, dass man dieses zumindest für die nächsten 30 Jahre fit machen wolle. Dazu gehörte auch der Umbau des Betriebsplatzes mit der Wiederinbetriebnahme von Tanks und der Optimierung des vorhandenen Pumpen- und Rohrleitungssystems. „In Zukunft werden wir mit einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage arbeiten, mit der wir sowohl Dampf als auch Strom erzeugen können“, so der Ingenieur. Hier würde das Gas gereinigt und das Wasser aufbereitet. Der elektrische Strom würde teilweise in den Anlagen und im Förderfeld genutzt. „Den Überschuss werden wir in das öffentliche Stromnetz einspeisen“, so von Schnurbein. Im Übrigen würde das nicht zur Dampfinjektion genutzte Lagerstättenwasser in die Lagerstätte zurückverpresst. Nach den technischen Vorträgen fuhr die Gruppe mit der kleinen Feldbahn über das Gelände des Erdölfeldes Rühlermoor.


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