Konzert im Heimathaus Urgesteine des Krautrock begeistern in Twist


Twist. „Nein, sie wollen doch noch nicht aufhören! „Es ist nur eine (Fast)Abschiedstournee“, verkündete Bassist und Sänger Charly Maucher gleich zum Anfang des Konzertes der legendären Krautrockband Peter Panka’s Jane im Twister Heimathaus.

.Das hörten die Fans nur zu gern. Und die Liebhaber der symphonisch melodiösen Rockmusik, die waren für dieses Konzert aus den Niederlanden, Schweden und sogar ganz aus San Francisco angereist. Eingeheizt wurden die Rockfans mit einem 50-minütigen und damit für einige erwartungsfrohe Jane-Schwärmer etwas zu langem Gig der Vorband „Crystal Reed“. Dann aber betraten endlich Charly Maucher (Bass, Lead Vocals), Klaus Walz (Guitar, Background Vocals), Niklas Turmann (Guitar, Vocals), Corvin Bahn (Keyboards, Vocals) und Fritz Randow (Drums) die Heimathaus-Twist-Bühne.

„Peter Panka’s Jane“ präsentierten sich bei ihrem dritten Gastspiel in Twist wieder als super eingespielte Truppe mit sattem Classic-Rock-Sound. Anschwellende, epische Mellotron-Akkorde, zweistimmige Gitarrensoli, treibender Bass und ein bombastisches Schlagzeugspiel prägten den Vortrag der fünf Vollblutmusiker vom ersten Takt an.

Mitreißendes Solo

Die Rockgruppe „Jane“ aus Hannover existiert seit 1970 und galt vor allem in den 1970er-Jahren als Prototyp der Krautrock-Generation. In ganz Europa, Neuseeland und Amerika verkaufte Jane an die zwei Millionen Schallplatten. Peter Panka saß 37 Jahre unerschütterlich am Schlagzeug der Band und war auch die Stimme von Jane. Seit 2002 nannte sich die Formation offiziell dann Peter Panka’s Jane. Peter Panka starb am 8. Juni 2007.

Für das Heimathaus Twist hatte die aktuelle Besetzung der legendären Truppe die alten Jane-Klassiker „Out In The Rain“, „Windows“ oder „Spain“ auf die Setliste gesetzt, aber auch einige Stücke der aktuelleren Studioalben standen auf dem Programm. Der durch sein kraftvolles Spiel begeisternde Fritz Randow legte natürlich wieder ein mitreißendes Schlagzeugsolo auf die Bretter und imponierend einmal mehr das blinde Verständnis zwischen den beiden Jane-Urgesteinen Klaus Walz und Charly Maucher.

Da spürten die begeisterten Konzertbesucher förmlich, dass diese charismatischen Barden mehr als nur die Musik verbindet. Aufgewertet wird das Zusammenspiel von Walz und Maucher durch die perlende, weinende und lachende E-Gitarre von Niklas Turmann und die orchestralen Keyboardklänge von „Elb“ Corvin Bahn. Alle Bandmitglieder entpuppten sich zudem als hervorragende Sänger.

Immer wieder wurde das Publikum mit eingebunden. So entwickelte sich bei „Daytime“ aus dem Sologesang ein durch die textsicheren Fans bereicherter großer Chor. Bei „Lord Love“, einem ganz tiefen Griff in die Schatzkiste der Jane-Kompositionen, konnten die Bandmitglieder direkt in die verträumten Augen der Erstreihen-Konzertbesucher blicken. Bei den Zugaben gab es eine powervolle Version von „Coming Again“ auf die Ohren. „Good Vibrations Everywhere“, hieß es in der letzen Textzeile.

Das stimmte, denn einmal mehr war es einer dieser vielen Gänsehautauftritte im Heimathaus Twist . Und wer weiß, vielleicht doch nicht der letzte dort für Peter Panka’s Jane.