Kinder sollen Brücken bauen Zweite Krippe für Kindergarten St. Marien in Twist

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Twist. Nach nur fünf Monaten Bauzeit konnten die neuen Räumlichkeiten der zweiten Kinderkrippe der Kindertagesstätte St. Marien in Twist-Bült im Rahmen einer kleinen Feier an die Nutzer übergeben werden.

Mit dem Lied „Guten Morgen, liebe Nase“ eröffnete der Kleinkinderchor die kleine Zeremonie, der unter anderem Vertreter der Elternschaft, der katholischen Kirche, der Gemeinde Twist, des Landkreises Emsland und des planenden Architekturbüros beiwohnten.

Bürgermeister Ernst Schmitz erinnerte in seiner Rede an die Planungsanfänge der neuen Krippe .

So hätten im Jahre 2013 zwar 60 Krippenplätze in der Gemeinde Twist zur Verfügung gestanden, diesen hätten aber bereits 80 Anmeldungen von Kindern unter drei Jahren gegenübergestanden. Davon wären allein 30 Anmeldungen aus dem Einzugsgebiet des vorhandenen Kindergartens zu verzeichnen gewesen.

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Zunächst, so Schmitz, sei die Nutzung des frei werdenden Feuerwehrhauses in der Überlegung der Gemeindevertreter gewesen. Da sich die Mehrkosten für die jetzige Lösung aber in einem überschaubaren Rahmen gehalten hätten, habe der Gemeinderat sich für den Anbau der neuen Krippeneinheit mit 15 Betreuungsplätzen an die schon vorhandene Einheit entschieden.

So beinhaltet dieser neue Trakt einen eingeschossigen Anbau mit einem Ruhe-, Sanitär- und Gruppenraum sowie einem WC, dass für Menschen mit Behinderungen geeignet sei.

Betreuungszeit

Nach dem derzeitigen Stand bezifferte der Bürgermeister die Baukosten auf annähernd € 358000 Euro.

Die Leiterin der Kita, Melanie Wessels, zeigte in ihren Worten deutlich auf, wie sich unsere Gesellschaft im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert habe. So stiegen heute immer mehr Eltern nach der zwölfmonatigen Elternzeit wieder in einen Beruf ein. Das würde erfordern, dass die Betreuungszeit für die Kinder weit in den Nachmittag hineinführte.

Wessels erinnerte ferner daran, dass es heute einer qualitativ hochwertigen Betreuung bedürfe.

So seien für die Kinder die Bezugspersonen innerhalb der Kita enorm wichtig, die sich sehr viel Zeit für die Kleinen nehmen müssten.

Allein die verschiedenen Interessen der Kinder erforderten Räume, die anregungsreich gestaltet werden müssten. Spielmaterialien seien auf die Interessen und schon vorhandenen Kompetenzen der zu Betreuenden zuzuschneiden. Ganz wichtig sei dabei zu beachten, dass die Kinder nach eigenen Zeitrhythmen lebten und ihnen somit auch Ruhezonen und Möglichkeiten zum Rückzug zu gewährleisten seien.

Pfarrer Michael Schiller segnete anschließend mit Fürbitten, die von den einzelnen Betreuerinnen vorgetragen wurden, und dem Gebet des Vaterunsers die neuen Räumlichkeiten.

Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses des Landkreises Emsland, Ferdinand Redeker, zeigte auf, wie wichtig heute die frühkindliche Bildung geworden sei. So habe der Landkreis in den vergangenen Jahren geschätzte 15 Millionen Euro in diese Bildung investiert. Vorreiter, so Redeker, seien auf diesem Gebiet allerdings nicht die größeren Städte, sondern die kleineren Gemeinden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien heute der vielleicht wichtigste Punkt, um eine gut funktionierende Gesellschaft zu bekommen.

Ziele erreichen

Um diese Ziele zu erreichen, sei eine enge Verzahnung von Gesellschaft, Verbänden, Kirchen und der Politik unbedingt notwendig.

Die Vertreterin des Bistums Osnabrück, Birgit Völler, überbrachte Grüße des Bischofs und des Generalvikars und erheiterte die Gäste mit einer kleinen Geschichte über das Brückenbauen zwischen den Menschen.

Zum Schluss der Feier übergab der ausführende Architekt, Liedke, zusammen mit Bürgermeister Schmitz den obligatorischen großen Schlüssel an Wessels und Pfarrer Schiller.


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