Strandtage und Stadtgespräche Klaus „Major“ Heuser Band rockt Heimathaus Twist

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Twist. Dass ein Konzert im Zeichen einer Zahl steht, ist nicht alltäglich. In Twist war es nun die 57, um die sich alles drehte, als die Klaus „Major“ Heuser Band dem Publikum zweieinhalb Stunden atmosphärische Musik zwischen Rock und Blues, Folk und Country bot.

Die Magie der 57 gründet sich für das Quintett in den Lebensdaten seines Anführers: Klaus „Major“ Heuser ist Jahrgang 57 und blickt auf ebenso viele Lenze zurück, was sicher maßgeblich dafür war, das neue Album der Band – es ist ihr zweites – „57“ zu betiteln. Das Werk kommt erst Ende des Monats in die Läden; im ordentlich besuchten, aber nicht ausverkauften Heimathaus feierten die neuen Songs Live-Premiere. Entsprechend viel gab es für das Publikum zu entdecken.

Heuser ist eine ikonische Figur der deutschen Rockmusik, seit er bei BAP musikalischer Vater von Klassikern wie „Verdamp lang her“ wurde. Der Kölschrock an der Seite von Wolfgang Niedecken war einmal; mit seiner neuen Band scheint der „Major“ den Blick nach Amerika zu richten.

Geradliniger Sound

Der Sound vieler Stücke, die das Ensemble in der ersten Hälfte darbot, legt das nah. „The Wolf“, „Catch The Flame“, „Talk Of The Town“ – das sind Songs wie Autofahrten durch die Wüste Arizonas oder über eine staubige Landstraße im Mittleren Westen. Geradliniger Midtempo-Rock mit Anleihen beim Country. Hier scheinen Tom Petty und seine Heartbreakers um die Ecke zu kommen, dort Ryan Adams & The Cardinals vom Straßenrand zu winken.

Auf das rhythmische Fundament von Marcus Rieck (Schlagzeug) und Sascha Delbrouck (Bass) bauen Organist Matthias Krauss, der mitunter auch zur Gitarre greift, sowie Leadsänger und Gitarrist Thomas Heinen die melodischen Strukturen, die von Heusers virtuosem Leadgitarrenspiel gekrönt werden. Gerade seine ausgefeilten Soli lösten beim Publikum viel Beifall aus.

In Teil zwei des Abends kamen die Songs blues-lastiger daher. Einige waren von Rory Gallagher inspiriert, bei anderen schienen die späten Dire Straits Pate gestanden zu haben, wiewohl Mark-Knopfler-Fans das Schaffen des „Major“ und seiner Mannen generell gefallen dürfte.

Beeindruckend auch „Day On The Beach“: Am besinnlichen Element von Strand und Meer haben sich schon viele Pop-Größen abgearbeitet, von den Fantastischen Vier bis zu Neil Young, dem Heuser mit dunklem Hut und ergrauter Mähne ein wenig ähnelt. Er und seine Combo fügten dem Thema eine elegante Poprock-Version hinzu.

Bei allen erhabenen Momenten nahmen sich die Musiker zwischendurch Zeit für Flachsereien und Geplauder. So erzählte Heuser den Besuchern, dass jedes neu von ihm geschriebene Stück für kurze Zeit sein aktuelles Lieblingslied ist: „Deshalb höre ich auch nicht auf“. Von Heimathaus und Publikum war der „Major“ übrigens sehr angetan. Sein Fazit: „Es war ein bisschen wie eine Privatparty.“ Eine gelungene, möchte man hinzufügen.


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