Jessy Martens im Heimathaus Gelungener musikalischer Saisonauftakt in Twist

Von Werner Scholz


Twist. Im Heimathaus Twist hat sozusagen die Hinrunde der Musik-Saison 2014/15 begonnen, und mit Jessy Martens & Band gab es einen Auftakt, der keine Wünsche offen ließ. Ein volles Haus, Top-Stimmung, satter Beifall und eine doppelte Zugabe – besser geht es nicht.

In Sachen Rock und Blues ist Jessy Martens, die bereits im Januar 2013 das Publikum in Twist begeistert hat, hierzulande längst zur echten Hausnummer avanciert. Mit ihrer Band spielt die Hamburgerin seit Ende 2010 und hat inzwischen für mächtig Wirbel in der Szene gesorgt. Schon 2012 räumte sie mit ihren Jungs den 30. Deutschen Rockpreis und den German Blues Award ab. Dazu wurde das Album „Brand New Ride“ als bestes Blues-Album des Jahres ausgezeichnet.

Dieses Jahr sind Jessy Martens & Band für den German Blues Award und die German Blues Challenge nominiert. Wer sie hört, weiß sofort, warum das alles kein Wunder ist. Es heißt, sie habe „eine Stimme zum Niederknien“. Und das hat Jessy Martens wirklich. Sie ist – jedenfalls im Verhältnis zu den Bandmitgliedern – eine kleine Frau, aber mit einem großen Herz, mächtig Emotion und riesiger Stimme.

Um es mit einem einzigen Wort zu sagen: Sie klingt sexy. Mal voller Energie, laut und explosiv, dann aber auch wieder flüsterleise hauchend. So hat sie in Twist regelrechte „Unplugged“-Passagen eingelegt, bei denen das Publikum ganz still und aufmerksam ihrer sanften und feinen Stimme lauschte, während es dann aber auch wieder satt rockig zuging und eifrig mitgeklatscht wurde. Und wem sie dann und wann vielleicht zu rockig erschien, für den gab es ebenso Stücke, die bluesiger gar nicht hätten sein können.

Einfach hammermäßig waren zudem ihre stimmliche Zaubereien, mit denen sie das Piano begleitete und die Töne der Melodie genial gut traf – das reinste Stimmwunder. Solche Einlagen machen ein Konzert zum Erlebnis und das gibt Beifall ohne Ende.

In Twist hat sie auch mit diesem Konzert restlos überzeugt. Das Publikum wollte sie jedenfalls nicht gehen lassen. Erst nachdem sie als zweite Zugabe noch den gefühlvollen Song „Human Nature“ gesungen hatte, gingen die Lichter an, während Jessy Martens und ihre Band mit tosendem Applaus verabschiedet wurden.

Ihre Tour geht zunächst weiter über Pinneberg und Eutin, wo am 20. September die German Blues Challenge mit der Preisverleihung der German Blues Awards auf dem Programm stehen. Im Heimathaus geht es unterdessen am 18. September weiter mit der Klaus „Major“ Heuser Band.