Interview mit Ex-BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser und Band spielen in Twist

Von Reinhard Fanslau

Klaus „Major“ Heuser und seine Band machen am 18. September Station im Heimathaus Twist. Foto: PRKlaus „Major“ Heuser und seine Band machen am 18. September Station im Heimathaus Twist. Foto: PR

Twist. Klaus „Major“ Heuser war fast 20 Jahre lang an der Seite von Wolfgang Niedecken führendes Mitglied bei BAP, einer der erfolgreichsten deutschen Bands aller Zeiten. Heuser komponierte die größten Hits der Band wie „Verdamp lang her“ oder „Alles em Lot“. 1999 trennte sich der Gitarrist von BAP. Zurzeit ist er mit seiner Klaus Major Heuser Band auf Tournee. Am Donnerstag, 18. September, tritt er im Heimathaus in Twist auf.

Twist. Klaus „Major“ Heuser war fast 20 Jahre lang an der Seite von Wolfgang Niedecken führendes Mitglied bei BAP, einer der erfolgreichsten deutschen Bands aller Zeiten. Heuser komponierte die größten Hits der Band wie „Verdamp lang her“ oder „Alles em Lot“. 1999 trennte sich der Gitarrist von BAP. Zurzeit ist er mit seiner Klaus Major Heuser Band auf Tournee. Am Donnerstag, 18. September, tritt er im Heimathaus in Twist auf.

Herr Heuser, Sie sind 1999 bei BAP ausgestiegen. Haben Sie seitdem ein einziges Interview gegeben, in dem Sie keine Frage zu BAP beantworten mussten?

Nein. Und das wird jetzt auch wohl wieder nichts werden.

Sie bezeichnen ihre aktuelle Band, als die beste, in der Sie je gespielt haben. Sie freuen sich, dass der Spaß im Vordergrund steht. Sie sind froh, keine Stadionkonzerte mehr geben zu müssen und in kleinen Clubs spielen zu können, wo sie die Leute in der letzten Reihe sehen können. Alles perfekt im Moment oder fehlt noch was zum Glück?

Eigentlich fehlt nichts. Vielleicht könnten bei dem einen oder anderen Konzert ein paar mehr Zuschauer kommen. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden. Wir haben gerade eine, wie wir meinen, sehr gute CD aufgenommen, die am 26. September erscheinen wird und den Titel „57“ trägt. Meine Band besteht aus wirklich tollen Musikern, die auch noch alle sehr nette Zeitgenossen sind. Da ist in den letzten zwei Jahren etwas zusammen gewachsen, das ich nicht mehr für möglich gehalten habe. Es ist für mich ein großes Glück, diese Menschen gefunden zu haben und in dieser Band spielen zu dürfen.

Sie sind musikalisch früh zum Blues gekommen, haben verschiedene andere Projekte gemacht und landen immer wieder beim Blues. Von der Musik abgesehen – sind Sie vom Charakter her auch eher blue, melancholisch?

Ich würde mich schon als Romantiker bezeichnen, was sich ja auch in den vielen Balladen widerspiegelt, die ich im Laufe meines Musikerlebens geschrieben habe. Ohne Emotionen ist Musik nichts wert. Musik ist für mich ja auch nichts anderes als ein Mittel, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Ein Kritiker eines bekannten Musik-Portals hat die letzten CDs von Mark Knopfler und Eric Clapton als „Schlafwagenmusik“ bezeichnet. Haben Sie keine Angst, dass es Ihnen irgendwann auch mal so ergehen könnte, wenn Sie in das Alter von Knopfler und Clapton kommen?

Na ja, so jung bin ich nun auch nicht mehr. Aber ich glaube, dass ich dem Zuhörer noch immer etwas zu sagen habe. Viele ältere Musiker verwalten eigentlich nur noch ihr Lebenswerk. Sie bringen dann nur noch CDs heraus mit Coverversionen oder ihren größten Erfolgen in einem neuen Gewand. Mir fällt aber immer noch etwas Neues ein. Ich habe in den letzten drei Jahren drei komplette Alben geschrieben. Ich bin also noch lange nicht am Ende angekommen. Ganz im Gegenteil. Mit meiner neuen Band habe ich das Gefühl, gerade erst richtig anzufangen.

Laut Statistik eines großen Online-Händlers hören die Käufer Ihrer CDs auch gerne Genesis und Queen. Wie passt das denn zusammen?

Das kann ich ihnen auch nicht beantworten. Vielleicht ist es eine Generationsfrage.

Wie geht es Ihrem kranken Mittelfinger, der vor einiger Zeit nicht mehr so funktionierte, wie er sollte?

Leider hat sich da nichts getan. Der Mittelfinger meiner rechten Hand ist wie gelähmt. Ich kann ihn beim Gitarre spielen nicht mehr kontrollieren. Deswegen ist es mir leider nicht mehr möglich, klassische Gitarre zu spielen, was ich zutiefst bedauere. Ein sehr dunkles Kapitel in meinem Leben.

Sie spielen im Heimathaus in Twist. Premiere im Emsland? Oder waren Sie schon mal in der Region?

In Twist war ich jedenfalls noch nicht. Deswegen freuen wir uns auch so sehr auf diesen Auftritt.

Info zum Major-Heuser-Konzert in Twist unter www.heimathaus-twist.com