Gemeinde schafft Bauland Grundstücke in Twist sollen teurer werden

Das Baugebiet Am Kanal West hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Feuerschutz Twist besichtigt, Foto: Manfred FickersDas Baugebiet Am Kanal West hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Feuerschutz Twist besichtigt, Foto: Manfred Fickers

Twist. Eine Anhebung der Baulandpreise hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Feuerschutz Twist empfohlen. Stimmt der Gemeinderat zu, dann werden Wohnbauflächen ab dem 1. September teurer.

Seit 2005 hat die Gemeinde die Preise nicht angehoben. Nach 2010 habe sich der Bodenrichtwert für Ackerland von 2,50 Euro pro Quadratmeter auf 5,80 gesteigert. „Eine Entspannung auf dem Flächenmarkt ist nicht absehbar“, sagte Bürgermeister Ernst Schmitz. Ebenso sind die Kosten für Grundstücksvermessungen gestiegen, sodass die Gebühr von einem Euro pro Quadratmeter auf 1,30 Euro steigen sollte. Der Vorschlag der Verwaltung empfiehlt für Adorf, Neuringe und Hebelermeer eine Anhebung von 15 Euro/m² auf 19.50, für Schöninghsdorf, Rühlermoor/Rühlerfeld von 18.50 auf 24, für Twist-Siedlung und Twist-Bült von 21,50 auf 28 und im Zentrum, „Am alten Hafen“ von 25 auf 32,50.

Die Notwendigkeit einer Preiserhöhung wurde in der Diskussion nicht bezweifelt. Claudia Joostberends schlug vor, Preise inklusive Erschließung festzusetzen. Wilhelm Meyer, Fachbereichsleiter Bau und Planung, erklärte, dass es in Twist wegen der unterschiedlichen Bodenverhältnisse schwierig sei, Einheitspreise festzusetzen, die Kaufwilligen würden jeweils über die zu erwartenden zusätzlichen Kosten informiert. Der Bürgermeister ergänzte, dass man deshalb auch die Preise in unterschiedlichen Kommunen nur sehr grob miteinander in Vergleich bringen könne. Unter Hinweis auf die zu erwartenden Steigerungen der Ackerlandpreise sagte Heinz Pieper (Wählergemeinschaft Twist), dass weitere Preiserhöhungen zu erwarten seien. Der Ausschussvorsitzende Uwe Weßling riet, die Entwicklung im Auge zu behalten und die Preise für Bauland häufiger anzupassen.

Am Beispiel Twist-Siedlung wurde deutlich, in welche Richtung die Entwicklung in den nächsten Jahren geht. In einem weiteren Bauabschnitt soll das Baugebiet Am Kanal West um sechs Baugrundstücke erweitert werden. Dort müssen zwei weitere Regenrückhaltebecken gebaut werden. Im ersten Abschnitt des Gebiets werden in absehbarer Zeit die Straßen endausgebaut. Im älteren Teil der Siedlung arbeitet die Gemeinde an einem Vorentwurf für eine Bebauungsverdichtung im Bereich am Kreishof/Distelwerg und am Eichenweg soll eine Zahnarztpraxis entstehen. In Schöninghsdorf arbeitet die Verwaltung an der Ausweisung von Gewerbeflächen südlich der B 402. Hier will man die Anregung aus der Bevölkerung aufgreifen, einen Lärmschutzwall zur Wohnsiedlung hin zu bauen, weiterhin ist die Erschließung von Grundstücken beim 1. Reihenweg/Fuchsienstraße bald abgeschlossen teilte der Bürgermeister mit. Ebenso sieht es in Adorf, Am Fuchsbau aus.

Die Gemeinde hat die in ihrem Besitz befindlichen Wege- und Ackerrandstreifen von einem Fachbüro prüfen lassen. Rund 3,3 Hektar Fläche werden von Landwirten widerrechtlich genutzt, berichtete der Fachbereichsleiter Wirtschaft/Tourismus, Martin Müller. Dies sei im Vergleich zu anderen Gemeinden eine recht kleine Fläche, die aber dennoch der Gemeinde kostengünstig einen ökologischen Ausgleich für neue Bauflächen erlaubt. Es gehe um rund 150000 Euro, die die Gemeinde nicht aufbringen muss. Heinz Pieper schlug vor, die Randsteifen nicht nur regelmäßig zu überwachen, sondern auch zu pflegen. Insbesondere dei Jägerschaft düfte ein Interesse an intakten Grün- und Gehölzstreifen als Kinderstube für das Wild haben.


0 Kommentare