Musik-Reise über verwunschene Wege Litha sorgt für Stimmung im Twister Heimathaus

Auf eine Folkmusic-Reise hin und her zwischen Schottland und Deutschland hat Litha das Publikum im Heimathaus Twist eingeladen. Foto: Gerd MecklenborgAuf eine Folkmusic-Reise hin und her zwischen Schottland und Deutschland hat Litha das Publikum im Heimathaus Twist eingeladen. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. So hört man ihn gerne, den typisch mehrstimmigen angelsächsischen Folkgesang derber Männerstimmen, die den glasklaren Klang einer Elfe aus den mythischen keltischen Wäldern umrahmen. Die deutsch-schottische Folkband Litha zog alle diese Register der Barden mit den akustischen Instrumenten bei ihrem Gastspiel im Heimathaus Twist.

Dort gab es allerdings nicht nur Balladen, Jigs und Reels aus Schottland, England oder Irland, sondern auch so manches altdeutsches Liedgut stand auf der Setlist der vier Musiker.

Litha steht für das Fest und den Monat der Sommersonnenwende. „Celtic Crossroads“ heißt das aktuelle Bühnenprogramm, mit dem Gudrun Walter, Aaron Jones, Jürgen Treyz und Steffen Gabriel zurzeit auf Tournee sind. „Diese musikalischen Straße führt uns und euch hin und her zwischen Schottland und Deutschland“, kündigt die charmante Sängerin und Geigerin Gudrun Walter eine Reise über verwunschene Wege an. Zur Einstimmung gibt es einen Instrumentalreigen aus Jigs und Reels, und dann besingen Litha auch schon in deutscher Sprache die Geschichte des Marktgrafen.

Für Claire Mann, die eigentlich zur Festbesetzung von Litha gehört, steht Steffen Gabriel auf der Twister Bühne. Ein Glücksgriff, denn der ist ein echter Virtuose auf seinen verschiedenen Flöten. Besonders der irischen Holzquerflöte entlockt Steffen, „bezaubernde Töne“, flüstert eine schwärmende Konzertbesucherin. So prägt das Flötenspiel, oft zweistimmig mit Geige arrangiert, diesen Folkabend in Twist. Jürgen Treyz bildet zusammen mit Aaron Jones den musikalischen Charakter der Band. Sein akzentuiertes Folkgitarrenspiel harmoniert hervorragend mit Aaron Jones’ Klampfe und sorgt bei den Tänzen und Instrumentals für den richtigen Dampf.

Mit humorvollen Anekdoten, aber auch traurigen und romantischen Geschichten leiten, abwechselnd in englischer und in deutscher Sprache, Aaron Jones und Gudrun Walter die tonfarbenfrohen Folksongs ein.

„Nun will der Lenz uns grüßen“ oder die „Zwei Königskinder“ werden textsicher vom begeisterten Twister Publikum mitgesungen und die schaurige Ballade „Herr Olof“ von Johann Gottfried Herder – in ein spannendes musikalisches Gewand verpackt – jagt so manchem Zuhörer eine wohlige Gänsehaut über den Rücken. Stark sind auch die instrumentalen Tänze, mit rasanten Tempo- und Tonartwechseln. Bestes Beispiel dafür, ein lebensfroher Hochzeitstanz aus Galizien.

Gesangstechnisch erinnern die oft vierstimmigen Arrangements stark an die legendäre englische Folkrockband Steeleye Span, allerdings bei Litha von rein akustischen Instrumenten (Gitarren, Geige, Akkordeon und Flöten) begleitet. Hervorragende Musiker, gute Storyteller und richtig tolle Folkmusik brachte beste Stimmung in das Twister Heimathaus , die ihren Höhepunkt erreichte, als sich Litha mit einem vierstimmig gesungenen schwäbischen Wirtshaus-Lied vom Publikum verabschiedete, das danach lauthals Zugaben einforderte.


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