15 neue Plätze in Kinderkrippe Gemeinde Twist reagiert auf steigenden Bedarf

Von Manfred Fickers

Erweitert werden soll der Kindergarten St. Marien, Twist-Bült um eine zweite Krippengruppe, die in einem Anbau untergebracht wird. Foto: Manfred FickersErweitert werden soll der Kindergarten St. Marien, Twist-Bült um eine zweite Krippengruppe, die in einem Anbau untergebracht wird. Foto: Manfred Fickers

Twist. Das Angebot an Betreuungsplätzen für Kleinkinder soll in Twist durch einen Anbau an die Kindertagesstätte St. Marien im Ortsteil Bült vergrößert werden. Das hat der Ausschuss für Generationen und Ehrenamt dem Gemeinderat empfohlen.

Für die Verwaltung stellte Peter Liedtke die Sachlage dar. Einerseits gibt es eine steigende Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, die jünger als drei Jahre sind. Erhebungen des Landkreises Emsland und die Tendenz bei den Anmeldungen in Twist zeigen, dass künftig etwa die Hälfte der Kinder dieser Altersgruppe in Krippen betreut wird. Gleichzeitig lag die Zahl der Neugeborenen bei Familien im Ortsteil Twist-Bült im Zeitraum zwischen dem 1. Oktober 2012 und dem 30. September 2013 bei 43, während die Jahrgangsstärke in früheren Jahren bei 35 lag. Wie Liedtke mit Statistiken bewies, sei der zu erwartende Bedarf nicht ohne die Einrichtung einer zusätzlichen Krippengruppe mit 15 Plätzen zu decken.

Zwei Lösungen stellte die Verwaltung zur Diskussion. Gegenüber der Kindertagesstätte an der Marienstraße befindet sich das Feuerwehrhaus, das nach dem Umzug der Wehr in das neue Gebäude im kommenden Jahr leer stehen wird. Hier könnte ein Teil der Räume für eine Krippengruppe umgebaut werden. Die Kosten einschließlich der notwendigen Gestaltung der Außenanlagen haben ein Architekturbüro und die Verwaltung auf 293226 Euro berechnet. Möglich wäre auch ein An bau an den Krippentrakt der Kindertagesstätte. Dieser könnte bei Bedarf für eine zweite Krippengruppe erweitert werden. Der Anbau soll 342800 Euro kosten.

Gespräche mit der Leitung der Kindertagesstätte ergaben, dass ein Anbau betriebliche Vorteile gegenüber der Nachnutzung des Feuerwehrhauses hätte. Denn die neuen Räume schließen direkt an den Krippentrakt im bestehenden Gebäude an, wodurch je nach Bedarf ein schneller Wechsel des Personals möglich ist. Wie der Allgemeinde Vertreter des Bürgermeisters, Heinz Greve, sagte, soll das Feuerwehrhaus verkauft werden, wenn es keine Nachnutzung durch die Gemeinde gibt. Erwartet wird ein Landeszuschuss in Höhe von 115500 Euro, der Kreis wird sich mit 50100 Euro beteiligten. Für den Anbau an die Kindertagesstätte müsste die Gemeinde 177200 Euro zahlen, die im Haushalt 2014 zu finanzieren sind.

Eine Diskussion ergab sich aus der Frage von Beate Reinert (CDU) nach weiteren Kapazitäten der Kinderbetreuung. Liedtke wies auf die wichtige Rolle des Familienzentrums hin, das Engpässe über die Vermittlung von Tagesmüttern abdecken kann und durch die Vermittlung von Plätzen in benachbarten Ortsteilen. Eltern zögen aber erfahrungsgemäß Krippenplätze am Wohnort vor. Aus finanzieller Sicht sei es für die Gemeinde stets günstiger, Plätze dort zu schaffen, ausreichender Bedarf für eine Krippengruppe besteht, so wie jetzt in Twist-Bült. Jürgen Bloem (Wählergemeinschaft Twist) sagte, dass die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, ausreichend Plätze vorzuhalten. Liedtke wies auf die Statistiken hin, die zumindest für den anhand der Geburtenzahlen überschaubaren Zeitraum ein ausreichendes Angebot in der Gemeinde erwarten lassen. Mit der neuen Gruppe verfüge die Gemeinde über 85 Krippenplätze, darüber hinaus gibt es weitere Plätze in altersübergreifenden Gruppen und bei Tagesmüttern.