Bürgerversammlung Fracking ist in Twist kein Thema

Von Matthias Konen

Am Rande der Versammlung: Anneliese Wolken, Ernst Schmitz, Stefan Brieske, Rudolf Oberascher, Anette von Zoest und Hermann Ter-Heide. Foto: KonenAm Rande der Versammlung: Anneliese Wolken, Ernst Schmitz, Stefan Brieske, Rudolf Oberascher, Anette von Zoest und Hermann Ter-Heide. Foto: Konen

Twist. Der CDU-Gemeinderat des Twister Ortsteils Rühlermoor/Rühlerfeld hatte zur Bürgerversammlung in die Gaststätte Heidekrug eingeladen. Bürgermeister Ernst Schmitz stellte die aktuelle Lage des Ortsteils dar, Stefan Brieske und Rudolf Oberascher vom Energieversorger GDF Suez E&P Deutschland aus Lingen informierten über lokale Projekte und das Thema Fracking.

Schmitz verwies eingangs auf die stabile Entwicklung der Einwohnerzahlen von Rühlermoor/Rühlerfeld. Im Jahr 2003 zählte der Ort noch 1078 Einwohner, aktuell sind es 1113. Für die Grundschule wurden 100000€ Euro für Investitionen bereitgestellt. Bislang sind diese beispielsweise in den Brand- und Schallschutz, Beleuchtung und in die Rettungswege geflossen. Weitere Investitionen in energetische Maßnahmen sollen aber noch folgen: „Die 100000€ Euro werden wir auch gebrauchen“, erklärte Schmitz. Investiert wurde außerdem in den Umbau des Schwesternhauses und des Kindergartens.

Insgesamt wurden etwa 370000 Euro € bereitgestellt. In der Kita stehen seit August 15 neue Plätze bereit, die offizielle Einweihung ist im November. „Der Rechtsanspruch auf Betreuung wird umgesetzt“, resümierte Schmitz. Die Sicherheit der Kinderspielplätze im Ort wurde durch externe Experten bestätigt. Dennoch strebt die Gemeinde auch hier eine Modernisierung an.

Die Situation im Gewerbegebiet ist ebenfalls positiv: Nördlich der Landesstraße ist jeder Quadratmeter verkauft, gesamt stehen noch 3,3 Hektar zum Verkauf. In Teile der neuen Wohnbaugebiete flossen bislang 125000 Euro, aber es gebe „noch zu wenig Zuzüge“, wie Schmitz feststellte. Die Internetversorgung wird auch in Zukunft ein Thema bleiben. Von Unternehmerseite ist ein Netzausbau der Leitungen angedacht, die Gemeinde hingegen favorisiert eine Funklösung. Hierbei handle es sich noch um laufende Gespräche. Ein Manko ist die örtliche Versorgung durch einen Lebensmittelmarkt: „Wir haben es im Blick“, versicherte Schmitz.

Stefan Brieske, Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation, und Rudolf Oberascher, Abteilungsleiter Untertagetechnik von GDF Suez E&P, hielten einen Vortrag über lokale Projekte des Energieversorgers und informierten allgemein über das Hydraulic Fracturing – besser bekannt als Fracking. Mit diesem Verfahren werden mithilfe von Flüssigkeiten, die mit Chemikalien versetzt sind, Fließwege für Erdgas in dichten Gesteinsformationen erschlossen.

Seit dem Produktionsstart am Standort Rühlermoor im Jahr 1940 wurden bislang 30 Millionen Tonnen Erdöl gefördert, pro Jahr sind es aktuell 200000 Tonnen. Brieske erklärte, dass bis heute erst 30 Prozent des Öls gefördert wurden: „Wir sehen ein enormes Potenzial an diesem Standort.“

Brieske und Oberascher unterstrichen, dass im Raum Twist keine Fracking-Vorhaben geplant sind. Gemessen an den geologischen Gegebenheiten, sei Fracking grundsätzlich nicht notwendig, man bleibe bei der konventionellen Förderung, sagten sie.


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