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40 interessierte Gäste Bürgerversammlung in Twist: Tempo-30-Zonen „kein Allheilmittel“

10.03.2013, 09:57 Uhr

Die Gemeinde Twist prüft die von der SPD-Fraktion beantragte Einrichtung von Tempo-30-Zonen in Wohngebieten. Im Rahmen einer Bürgerversammlung in der Aula der Oberschule Twist, zu der knapp 40 interessierte Twister erschienen waren, sind die entsprechenden Planungen zu Geschwindigkeitsbeschränkungen in den Ortsteilen Twist-Bült, Schöninghsdorf und Rühlerfeld erörtert worden.

Schon im Sommer 2011 hat die SPD die Verkehrssituation in Rühlerfeld prüfen lassen. Grund dafür waren und sind Raser, die mit ihrem Verhalten zwischen der Hermann-Lemper- und Mozartstraße Fußgänger gefährdeten. Die SPD weitete ihr Vorhaben später auf alle Gemeindestraßen in Rühlerfeld aus.

Im Februar 2012 hat der Fachausschuss Gemeindeentwicklung und Feuerschutz dann eine Einwohnerbefragung beschlossen. Ende Februar bestätigte der Verwaltungsausschuss die Empfehlung, die Angelegenheit bei einer Einwohnerversammlung zu behandeln. Schließlich beantragte die SPD Tempo-30-Zonen in allen Twister Wohngebieten, worauf die Fachausschusssitzung am 5. Februar dieses Jahres den Beschluss zur jetzt durchgeführten Bürgerversammlung fasste.

Im Fokus stehen Gemeindestraßen an Kindergärten, Schulen, Spielplätzen und lange Wohnstraßen ohne abgegrenzte Gehwege sowie Einmündungen und Straßen, die häufig als Durchgangsstraßen von Verkehrsteilnehmern, die selbst keine Anwohner sind, genutzt werden. Dabei soll die Meinung der Anwohner Grundlage für die weiteren Beratungen in den politischen Gremien sein. Moderiert wurde die Veranstaltung von Bürgermeister Ernst Schmitz.

Im Zuge der lebhaften Versammlung kristallisierten sich rasch zwei entscheidende Aspekte heraus. Es sind die Anwohner selbst, die gerne mal zu schnell fahren. Und dort, wo Tempo-30-Zonen eingerichtet werden, ist aus gesetzlichen Gründen automatisch Schluss mit den verkehrsberuhigten Bereichen, den Spielstraßen. Würde beispielsweise in Rühlerfeld das Wohngebiet westlich der Lange Straße und nördlich der Landesstraße 47 bis zur Blumenstraße zur Tempo-30-Zone, dann könnte die Alte Rathausstraße keine Spielstraße mehr bleiben. „Besser die Spielstraße lassen, das Hinweisschild so versetzen, dass es besser gesehen wird und Kontrollen einführen“, hieß es dann aus den Reihen der Anwohner.

Nachdem die Ortsteile hinsichtlich möglicher Geschwindigkeitsbeschränkungen durchdiskutiert worden, resümierte Bürgermeister Schmitz abschließend: „Wir sehen, dass Tempo 30 bei allen Vorzügen dennoch kein Allheilmittel ist. In den allermeisten Fällen sollen die Spielstraßen erhalten bleiben, wobei Kontrollen und mehr Disziplin der Verkehrsteilnehmer gefragt sind“.