Gemeinsames Naturerbe schützen Twist: Grenzenloses Moorprojekt kämpft mit Trockenheit

Von pm

Blick ins Dalumer und Wietmarscher Moor. Es ist Bestandteil des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor/Bargerveen. Foto: Ludger JungeblutBlick ins Dalumer und Wietmarscher Moor. Es ist Bestandteil des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor/Bargerveen. Foto: Ludger Jungeblut

Twist. Nach vier Jahren ist das Projekt „Grenzenlos Moor“ abgeschlossen. Waren die 6,5 Millionen Euro von der EU, vom Land Niedersachsen und der Provinz Drenthe gut angelegt? Der Verein Internationaler Naturpark Bourtanger Moor - Bargerveen zog jetzt beim Naturpark-Forum in Zwartemeer Bilanz.

Die Experten befassten sich mit den Fragen: Was haben die 13 Maßnahmen gebracht für den Schutz der Moore, für die Lebensqualität der Menschen und die grenzüberschreitende Vernetzung? Und vor allem: Wie geht es jetzt weiter? Die 80 Gäste erhielten Antworten von Naturschützern, Touristikern und Vertretern der Landwirtschaft und Torfindustrie.

Beherrschendes Thema mit Blick auf die Zukunft waren die trockenen Sommer der vergangenen beiden Jahre. "Der Regenmangel brachte die Bemühungen um die Wiedervernässung unterschiedlicher Moorgebiete an ihre Grenzen", heißt es in einer Pressemitteilung. Schreite der Klimawandel weiter voran, reichten die bisherigen Maßnahmen nicht aus, hieß es. Deswegen wurden Möglichkeiten erörtert, wie sich künftig die Wasserverfügbarkeit für alle Nutzungsarten und vor allem für den Moorschutz sicherstellen ließe.

An dem Forum nahmen (von links) Henk Jumelet (Beigeordneter der Provinz Drenthe), Ilona Heijen (INTERREG-Geschäftsführerin, Ems Dollart Region), Franz-Josef Sickelmann (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Weser) und Landrat Reinhard Winter (Vorsitzender des Naturpark-Vereins) teil. Foto: Naturpark

Für eine solche hydrologische Planung lassen sich im Naturreservat Bargerveen wertvolle Erfahrungen sammeln. Denn hier wurde bereits ein beeindruckendes Maßnahmen-Bündel umgesetzt, um das Moor langfristig zu erhalten: Eine 65 Hektar große Pufferzone samt Ausgleichsbecken sowie ein neuer Damm sollen den Erfolg der Wiedervernässung sichern. Zugleich schützen Damm und Pufferzone umliegende Siedlungsgebiete und landwirtschaftliche Flächen auch bei Starkregen vor zu hohen Wasserständen.

Zu den Schutzmaßnahmen fürs Bargerveen gehört der neue Schafstall: 1.000 Schafe und 100 Rinder halten die ebenso reiz- wie wertvolle Heidelandschaft in Weiteveen baumfrei. Mit seinen Info-Angeboten ist der Schafstall zudem ein beliebtes Ausflugsziel. Dabei zahle sich das verbesserte Radwege-Angebot aus. Dazu gehört die neue Radfahrer- und Fußgänger-Brücke in Meppen, die Touren verkürzt, die rechts der Ems starten. Dazu gehört das Fietsknotenpunkt-System aus den Niederlanden, das flächendeckend im gesamten Naturpark übernommen wurde. Es macht die Ausflugsplanung und  Orientierung im grenzüberschreitenden Verkehr noch einfacher. Das gilt auch für Wanderer, deren Wege ebenfalls mit einem einhetlichen grenzüberschreitenden Knotenpunktsystem markiert sind.

Viele Freizeitwege

Im engmaschigen Netz der Freizeitwege sollen künftig Eigenarten und Besonderheiten der Natur- und Kulturlandschaft noch besser vermittelt werden. Im Rahmen des Projekts „Grenzenlos Moor“ wurde mit dem Deutsch-Niederländischen Bienenzentrum eine achte Moorpforte eingerichtet, das Emsland Moormuseum und das Erdöl-Erdgas-Museum Twist wurden ausgebaut und alle Ausstellungen wurden besser vernetzt und erhielten zweisprachige Info-Materialien.

Zusätzlich zu den Aussichtstürmen und -hügeln sollen weitere Erlebnisstationen entstehen, die selbstverständlich auf Deutsch und Niederländisch informieren. Zum Beispiel über den Fortschritt der Schutzmaßnahmen und die einzigartige Schönheit der Landschaften. Die Landwirtschaft im Naturpark soll sogar eine eigene Route erhalten: Am Wege liegen 23 Betriebe, die transparent über ihre Produktionsabläufe informieren.


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