Der Baupreis geht in die Höhe Mehrkosten beim Feuerwehrhaus Schöninghsdorf erwartet

Der Entwurf des Architekturbüros Becker Architekten & Ingenieure aus Haren hat das Preisgericht überzeugt. Grafik: Becker Architekten & IngenieureDer Entwurf des Architekturbüros Becker Architekten & Ingenieure aus Haren hat das Preisgericht überzeugt. Grafik: Becker Architekten & Ingenieure

Twist. Schöninghsdorf benötigt dringend ein neues Feuerwehrgerätehaus, noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein.

Die Gemeinde Twist seht unter Zeitdruck, wurde in der Ratssitzung deutlich. Das bestehende Gebäude, 1964 errichtet und 1975 erweitert, entspricht nicht mehr aktuellen Richtlinien, verfügt über zuwenig Platz und ist nicht erweiterbar. Die Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplans 2016 hat gezeigt, dass der Standort nicht optimal ist. 


Nach Auflösung des ABC-Zuges Bawinkel des Roten Kreuzes wird in allen drei Brandschutzabschnitten des Emslandes das CBRN-Konzept zur Abwehr von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren umgesetzt. Die Feuerwehr der Gemeinde Twist erhält einen mit Messinstrumenten ausgestatteten Gerätewagen, der in Schöninghsdorf stationiert werden soll.

Aus diesen beiden Gründen muss zügig ein Neubau errichtet werden. Daher hat sich die Gemeinde 2017 ein Baugrundstück im neuen Gewerbegebiet an der Europastraße 233 in Schöninghsdorf gesichert, außerdem einen Architektenwettbewerb ausgelobt, den das Büro Becker Architekten und Ingenieure Haren gewonnen hat.

2018 hatte die Gemeindeverwaltung noch eine Zielzahl von 800 000 Euro für das neue Gebäude gesetzt, ohne Nebenkosten. "Unrealistisch", nennt Architekt Christoph Becker diese Summe. Bei der Vorlage des Entwurfs hatte er 1 045 000 Euro kalkuliert, dazu noch 265 000 Euro für das Gebäudeumfeld. Inzwischen muss er sich selbst korrigieren. Grund sind die kräftig steigenden Baukostenpreise. Aufgrund aktueller Ausschreibungsergebnisse hält er jetzt zwischen 1,4 und 1,5 Millionen Euro Gesamtbaukosten für möglich, sagte er in der Ratssitzung.

Eigenleistung

Der Gemeinderat hat die zügige Fortführung der Planungen beschlossen, damit im Herbst mit dem Bau begonnen werden kann. Außerdem wird aus Feuerwehr-, Rats- und Verwaltungsvetretern ein baugegleitender Ausschuss gebildet. Achitekt Becker sagte, dass unter anderem über Entscheidungen zur Materialwahl bei gleicher Qualität der Bauausführung Möglichkeiten für Einsparungen vorhanden sind. Heinrich Wester (CDU) fragte nach Eigenleistung seitens der Feuerwehr. Becker antwortete, dass nur ein Teil der Arbeiten dafür infrage kommt, weil bei vielen Aufgaben aufgrund strenger Normen geschulte Fachleute tätig werden müssen.

Immerhin stehen Haushaltsmittel aus den Finanzjahren 2018 und 2019 zur Verfügung, rund eine Million Euro. Die Schlussrechnung wird den Haushalt 2020 belasten. "Das ist kein Vergnügen, sondern eine absolute Notwendigkeit", betonte Wester. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rudi Gaidosch sagte, der Gemeinde bleibe nichts anderes übrig, als auf die Vorgaben von Fachbehörden zu reagieren. Die Baukosten werde man im Blick behalten.

Becker wies darauf hin, dass durch das Planungsprinzip der kurzen Wege das Gebäude so groß wie benötigt wird und dabei so knapp bemessen wie möglich ist. Dies halte die Kosten in Grenzen. Berücksichtigt wurde eine Erweiterungsmöglichkeit. Viel Wert haben die Planer auf den Unfallschutz am und im Gebäude gelegt.


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