Werk über Wasser- und Windmühlen ist in Arbeit 100 Mühlen im Emsland

Von Horst Heinrich Bechtluft


Twist. Mit Wasser oder Wind betriebene Mühlen gelten als romantische Orte in der Landschaft. Eigentlich aber sind sie auffällige Merkmale von Kulturlandschaften, sagt der Mühlenexperte Professor Rüdiger Wormuth aus Osnabrück. Er ist mit der Erforschung der Mühlen im Emsland beschäftigt. Sein geplantes Buch über mehr als einhundert emsländische Mühlenstandorte wird die erste umfassende „Mühlenchronik“ im Landkreis sein.

Grundlage der Nachforschungen von Rüdiger Wormuth ist die „Königlich-Preußische Landesaufnahme“ (Messtischblatt) von 1895 bis 1900. Die Geschichte der Mühlen beginnt aber deutlich früher. Deshalb „gräbt“ sich der Mühlenprofessor derzeit durch Akten des Staatsarchivs Osnabrück. Gleichzeitig ist er immer wieder im Emsland unterwegs, um die aufgefundenen historischen Standorte zu erforschen – egal ob vergangen oder noch vorhanden. Dabei enthält die ermittelte Zahl von über einhundert Mühlen nicht die vielen Rossmühlen („Göpel“).

Für Erhaltung werben

Das geplante Werk „Mühlen im Emsland“ soll in zwei Jahren als Veröffentlichung des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege erscheinen. Das Amt will damit die breite Öffentlichkeit auf die stark bedrohten Mühlen in Niedersachsen aufmerksam machen. Zugleich soll für deren Erhaltung geworben werden. Im Fall Emsland dürfte schon aus Gründen des boomenden Radfahr- und Wandertourismus großes Interesse an fundierten Informationen bestehen: Mühlen sind bevorzugte Ziele von Touristen.

Nur noch ein Stumpf

Die Überreste der alten Mühle auf dem Bült in Twist waren kürzlich Ziel von Professor Wormuth. Das Bauwerk ist nur noch als Mühlenstumpf erhalten. Im Urzustand des Jahres 1876 handelte es sich um den Typ „Galerieholländer“. 1941 wurden Galerie, Kappe und Flügel entfernt und ein Dach auf den verbliebenen Stumpf gesetzt. Das danach auch als Sägewerk genutzte Gebäude macht auf den ersten Blick nicht den Eindruck einer romantischen Mühle. Trotzdem brachte der Besuch des Experten Interessantes zu Tage.Die Twister Mühle ist nicht ausgeräumt worden. Sie vermittelt mit ihren zwei Mahlwerken den Eindruck, als sei sie irgendwann in den 1950er Jahren angehalten worden. Besucher müssen allerdings draußen bleiben, auch wenn der Privateigentümer im Prinzip nichts gegen Besichtigungen durch den Heimatverein Twist hätte: Das Obergeschoss im Innern der Mühle ist einfach zu unsicher.


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