Nach Schätzung des Architekten Neues Feuerwehrhaus in Schöninghsdorf soll eine Million Euro kosten

So könnte das neue Feuerwehrhaus in Schöninghsdorf aussehen. Grafik: BeckerSo könnte das neue Feuerwehrhaus in Schöninghsdorf aussehen. Grafik: Becker

Twist. Der Twister Ortsteil Schöninghsdorf soll ein neues Feuerwehrhaus bekommen, darüber sind sich alle einig. Seinen Plan stellte Architekt Christoph Becker nun im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Feuerschutz vor.

Das Harener Büro "Becker Architekten und Ingenieure" hatte sich in einem Preiswettbewerb gegen vier Konkurrenten durchgesetzt und vom Preisgericht den Zuschlag für den Bau des neuen Feuerwehrhauses bekommen. Nun bekam er die Gelegenheit, seinen Plan für das neue Gebäude ausführlich darzulegen.

L-förmiges Gebäude

Wesentliche Ziele seines Entwurfes seien die kurzen Wege vom Eingang zu den Umkleiden in die Fahrzeughalle und ein unkompliziertes Ausrücken der Fahrzeuge, erklärte Becker. Deshalb sei das Gebäude in L-Form angedacht. Hinter dem vorgeschobenen Verwaltungstrakt mit Büro und Küche solle sich der Schulungs- und Jugendraum befinden. Gegenüber befindet sich die Damenumkleide mit direkter Verbindung zur Fahrzeughalle. Parallel zur großen Halle, die für sechs Fahrzeuge ausgelegt ist, sollen die große Herrenumkleide, sanitäre Einrichtungen, die Umkleide für die Jungen und zwei Lagerflächen oder Werkstätten ihren Platz finden. "Wir haben so wenig Begegnungsverkehr im Gebäude und die Einsatzkräfte haben so einen kurzen Weg vom Eingang zur Umkleide und von der Umkleide zum Fahrzeug", erklärte Becker.

Grafik: Becker

Außerdem biete der Entwurf einen günstigen Verkehrsfluss, sagte der Architekt. Ankommende Einsatzkräfte oder andere Fahrzeuge, die auf der Fehndorfer Straße fahren, werden so von den ausrückenden Feuerwehrfahrzeugen nicht gekreuzt. Das soll den Einsatzkräften Sicherheit bieten und außerdem ein schnelleres Ausrücken über den großzügigen Alarmhof ermöglichen.

Bau wird wohl noch teurer

Im Anschluss stellte Becker seine Kostenschätzung vor. In der Auslobung des Projektes waren 800.000 Euro festgesetzt – ein Ziel, das laut Becker unrealistisch ist. "Bei dem vorgegebenen Raumprogramm und dem aktuellen Markt, wo die Baukosten pro Jahr zwischen sechs und acht Prozent steigen, wird das niemals möglich sein", sagte er. Seine Kalkulation liegt bei 1.045.000 Euro. Allerdings sei diese bei Baubeginn schon nicht mehr aktuell. Einerseits fehlen die Baunebenkosten, andererseits müsse mit einer weiteren Kostensteigerung ausgegangen werden. Beckers Rechnung stammt aus November 2018 – mit dem Baustart ist aber nicht vor Herbst 2019 zu rechnen.

Erweiterung möglich

Der Ausschuss diskutierte mit dem Architekten außerdem die Möglichkeit einer Erweiterung der Fahrzeughalle, die laut Becker bei der Umsetzung seines Vorschlags ohne größere Probleme möglich sei. Außerdem beschloss der Ausschuss die Bildung eines baubegleitenden Ausschusses. Dieser soll maßgebliche Entscheidungen bei der Planung und Realisierung des Projektes treffen. Er setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Verwaltung, der Politik und der Feuerwehr.


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