Bernard Allison beeindruckt Blueslegende bringt Heimathaus Twist zum Kochen

Von Gerd Mecklenborg

Die Blues-Legende Bernard Allison begeisterte mit vielen Varianten des 12-Takters im Heimathaus Twist. Foto: Gerd MecklenborgDie Blues-Legende Bernard Allison begeisterte mit vielen Varianten des 12-Takters im Heimathaus Twist. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. Vor einer Woche hat das Gebälk im Heimathaus Twist noch bei rockigem British Blues mit Ben Poole gebebt, jetzt am Sonntag glühten die Ohren der Fans beim funky angehauchten American R&B von Bernard Allison. Es „funzt“ grade ordentlich im emsländischen Blues-Mekka. Ein Fest nach dem anderen für Freunde des 12-Takters.

Bernard Allison aus Chicago ist der Sohn des legendären Bluesbarden Luther Allison, der 1997 verstarb. Mit „Dad“ war er schon als ganz junger Gitarrist auch immer wieder in Europa auf Tour und hat sich dabei alle Tricks und Varianten des Blues angeeignet. Die wurden am Sonntagabend dem begeisterten Publikum im Heimathaus Twist in Vollendung präsentiert.

Sogar ganz aus Bonn waren Allison Fans angereist. Ihnen bot die Band eine zweistündige Bluesperformance der ganz besonderen Art. Allison hatte viele Stücke aus seinem aktuellen Album „Let It Go“ im Gepäck, und so wurde im ersten Teil des Twister Gigs der Blues eher in funky Manier aufgetischt. Allison dabei obercool wie immer, schwarze Dreadlocks unter dem Hut, und die schneeweiße Gibson Les Paul baumelt ihm um den Hals.

Im ersten Set klang es sehr nach Johnny Guitar Watson, nur das B.A. – so nannte ihn sein Vater – der klar bessere Gitarrist ist. Bluesrock mit Funkelementen und der lockere R&B bestimmten die Show vor der „Halbzeit“. Seine super Band gab ihm dabei den groovigen Rückhalt. Erstaunlich abgeklärt der virtuose „Second-Lead-Guitar-Player“ Dylan Salfar, denn der ist erst 19 Jahre alt. Jose James glänzte mit Saxophon Solos, untermalte die knackig dynamischen Drums von Mario Dawson mit Latin-Percussions und entpuppte sich als der Showmaster der Band.

Reinster Knaller

Die „zweite Halbzeit“, war dann der reinste Knaller. Es wurde mehr rockig, mehr ur-bluesig. Zwei Höhepunkte werden den Fans wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Einmal das kokette Gespräch der Gibson Les Paul Gitarre mit den Leuten in der ersten Reihe, in Form eines Frage-und Antwortspiels mit synchronen Lippenbewegungen des genialen Gitarristen Allison. Meisterlich! Die Fans waren schier aus dem Häuschen.

Und dann der Sologitarrenwalk von B.A. quer durch das Heimathaus Twist, durchs Auditorium bis in die Küche, wo er eine Flasche Bier schnappte, die genüsslich austrank und dabei sein Solo einhändig weiter zelebrierte. Die Bude tobte. B.A. hatte alle und alles im Griff in diesem Moment. „Er ist Herrscher in Twist“, strahlte ein Fan aus Bonn. Das alles passierte bei einer genialen Adaption von Jimi Hendrixs „Voodo Child“.

Den krönenden Abschluss des Twister Gigs lieferte B.A. mit einer Hommage an seinen „Dad im Himmel“ ab und spielte eine unglaublich atmosphärische Version von Luther Allisons „Serious“.

Das war wieder einer dieser typischen Heimathaus-Twist-Blues-Abende, denn Band und Auditorium waren mit Leib und Seele dabei. Übrigens: Am 23. März bebt das Gebälk dort wieder, dann liefert Purple Rising eine authentische Deep Purple Tribute Show ab.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN