Ben Poole rockt ordentlich ab Gitarrenvirtuose hat Twister Publikum voll im Griff

Von Gerd Mecklenborg

Ben Poole war wieder mit grandioser Performance zu Gast im Heimathaus Twist. Foto: Gerd MecklenborgBen Poole war wieder mit grandioser Performance zu Gast im Heimathaus Twist. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. Für ein proppenvolles Haus hat Ben Poole, genialer Bluesrock-Gitarrist, Sänger und Songwriter aus England, bei seinem zweiten Auftritt im Heimathaus Twist gesorgt. Poole und seine Band ließen es so richtig krachen und boten allerbeste R&B-Mucke.

Auf die Setlist hatte Poole mehrere Stücke von seiner aktuellen Scheibe „Anytime You Need Me“ gesetzt, die er mit den beiden renommierten Produzenten Wayne Proctor und Steve Wright in einem Tonstudio in Nordwales aufgenommen hat. Und diese Platte ist wieder im charakteristischen Stil von Poole produziert worden, mit dem knackigen Sound, den die Band auch im Heimathaus Twist ablieferte.

Leider hatte der Tontechniker im Heimathaus die Bassregler am Mischpult zu hoch geschoben, und vor allem die Bassdrum donnerte „zu gehörig“. Aber das Trio, das hatte es wieder voll drauf. Kein Wunder, Poole stand bereits in der legendären Royal Albert Hall für einen Auftritt beim „London Blues Fest“, das die BBC mitgeschnitten hat, auf der Bühne und sorgte dort für pure Begeisterung.

Das tat er auch in Twist, mit seiner ganz eigenen Handschrift an der Gitarre. Locker-flockig starteten die einzelnen Stücke. Meistens steigerten die sich dann und endeten im exzessiven Gitarrenspiel. Mal rotzig auf der Fender Telecaster, dann wieder schreiend oder sanft perlend mit seiner Stratocaster oder der Gibson Les Paul. Der Groove stimmte immer und Bens „Bryan-Adams-Stimme“ passte perfekt dazu. „Well done Boy“.

Hochkaräter

So folgte ein musikalischer Hochkaräter dem anderen. Wieder ein Höhepunkt des Gigs – wie schon 2016 im Heimathaus Twist – war die Freddie-King-Nummer „Have You Ever Loved A Woman“, mit coolem Intro auf der Gibson, ganz in der Art eines traurig klagenden Slow Blues und teilweise ohne Verstärker. Aber dann und typisch Ben: Vollgas!

Das alles zelebrierte der begnadete Gitarrist im Stil moderner Blues-Rock-Größen wie Joe Bonamassa oder King King. Die Songs vom neuen Album, wie der Titelsong „Anytime You Need Me“, kamen live gespielt allesamt als runde Angelegenheit rüber. Und die bekannten Poole-Tracks knallten so richtig, da bebte es im Heimathausgebälk. Immer wieder entlockte Ben Poole seiner Lieblings-Telecaster knackige Riffs und grandiose, schweißtreibende Gitarrensoli.

Poppig angehauchte Nummern erinnerten an John Mayer, aber im Vordergrund standen klassischer Bluesrock und die treibende Beats. An Künstlern wie Stevie Ray Vaughan angelehnte Bluesnummern rundeten die spannende Setlist ab. Es bleibt zu hoffen, dass ein Könner wie Ben Poole auch weiterhin für Clubs wie das Heimathaus Twist finanzierbar ist, man mag’s allerdings kaum glauben. Natürlich gab es für die begeisterten Fans noch einen fetten Zugabenblock auf die Ohren.


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