Mit Plastikdeckel Kindern helfen Elisa Held sammelt Kunststoffverschlüsse

Regelmäßig leert Elisa Held ihre Kartons aus. Foto: EngelkenRegelmäßig leert Elisa Held ihre Kartons aus. Foto: Engelken

Twist. Anstatt ein Projekt nur im Unterricht vorzuschlagen, hat eine Schülerin ihre Idee gleich umgesetzt. Mit großem Erfolg.

Es einfach bei der Idee zu belassen, kam für Elisa Held nie in Frage. „Als mir die Aufgabe gestellt wurde, eine Präsentation halten zu müssen, wie mit geringem Aufwand eine soziale Einrichtung unterstützt werden könnte, war für mich gleich klar, meine Idee auch umzusetzen“, erzählt die im Twister Ortsteil Rühlerfeld lebende Schülerin der Johannesschule in Meppen. Kaum hatten die Lehrer die Aufgabe gestellt, hatte sich die damals 15-Jährige mit der Thematik intensiv beschäftigt. Einen sozialen Charakter sollte das Projekt beinhalten, vielen Menschen zugutekommen. „Schnell habe ich an den Verein "Deckel drauf" gedacht“, erinnert sich Held. Ihre Großmutter und viele weitere Emsländer sammeln bereits seit Jahren für diese Einrichtung Plastikdeckel. Durch die Sammlung von Kunststoffverschlüssen aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP) und mit dem anschließenden Verkaufserlös werden hierbei gemeinnützige sowie mildtätige Projekte unterstützt. Im ersten Schritt unterstützt die Einrichtung das Programm „End Polio Now“ mit dem weltweiten Vorhaben „Das kein Kind mehr an Kinderlähmung erkranken soll oder anders ausgedrückt, die weltweite Ausrottung von Polio“, wie es auf der Internetseite des Vereins www.deckel-gegen-polio.de heißt. 


Die gesammelten Verschlüsse werden recycelt, der Erlös fließt in wohltätige Zwecke. Foto Engelken


Doch allein beim Sammeln der eigenen verbrauchten Deckel wollte es die Schülerin natürlich nicht belassen. „Meine Idee war, viele Einrichtungen, Vereine und Firmen zu finden, in denen ich kleine Kisten hinstelle, die Mitarbeiter motiviere und dort zum Sammeln der Deckel auffordere“, erzählt sie. Schnell bastelte sie aus Pappkartons kleine Sammelkisten, klebte eine Erklärung darauf und fuhr damit zu diversen Einrichtungen und Firmen. Nicht überall wurde sie gleich hereingelassen, in manchen Fällen stieß sie gar auf Unverständnis, „doch in den meisten Fällen reagierten die Leute begeistert“, erzählt die Sportschützin der Schießsportgruppe Rühlerfeld. Für gut drei Monate hatte sie den Rahmen des Projektes eingeplant. Doch schon nach kürzester Zeit waren einige der verteilten Kartons randvoll mit Deckeln, mussten entleert werden. „Die Mitarbeiter der Firmen oder der Kindergärten und Schulen, an denen ich Kartons aufgestellt hatte, sammelten auch Zuhause und im Bekanntenkreis“, freut sich die Initiatorin über den Erfolg.  

Für mich ist Elisa wirklich eine Heldin. Sie lebt Gesundheit und Nachhaltigkeit mit ihrer Initiative und ist damit ein Beispiel für unseren Standort und eine Inspiration für mich.Maurice Baars, Geschäftsführer DSM Kunstharze


Auch beim Unternehmen DSM Kunstharze GmbH in Rühlerfeld hatte die Schülerin angefragt, die Mitarbeiter von der Aktion überzeugen können und den Karton in der Betriebskantine aufstellen dürfen. „In kürzester Zeit durfte ich den wieder leeren“, erzählt Held. Für DSM Geschäftsführer Maurice Baars kein Wunder, immerhin "steht das Vorhaben Elisas zu hundert Prozent konform mit dem Unternehmensziel Nachhaltigkeit“. Auch deshalb hätten er und seine Kollegen die junge Aktivistin bei ihrem ehrenamtlichen Engagement unterstützt. Dies wollen sie auch weiterhin tatkräftig tun. So stellt das Unternehmen der Schülerin derzeit kostenlos Kunststoffbehälter zur Verfügung, die sie zukünftig als Sammelbehälter nutzt und übernimmt auch den Transport der gesammelten Deckel zur Sammelstelle des Vereins. Nebenher schlug Geschäftsführer Baars sie jetzt beim Wettbewerb „Kleine Alltagshelden 2018“ vor. „Für mich ist Elisa wirklich eine Heldin. Sie lebt Gesundheit und Nachhaltigkeit mit ihrer Initiative und ist damit ein Beispiel für unseren Standort und eine Inspiration für mich“, sagt Baars.

Weit über 5000 Plastikdeckel hat die Schülerin mittlerweile gesammelt. 500 reichen jeweils für eine Impfung gegen Kinderlähmung. Foto: Engelken


Großes Lob für die Schülerin gab es auch seitens ihrer Lehrer, denn nur wenige Mitschüler hatten ihr soziales Projekt auch in die Tat umgesetzt, sondern es lediglich bei der Idee belassen. „Dabei macht es wirklich Spaß“, lädt Held ein, mitzumachen und eigene Projekte zu initiieren. Sie selbst hat derweil weit über 5000 Deckel gesammelt und will diese bald abgeben. „500 Kunststoffverschlüsse haben ungefähr den Gegenwert von einer Impfung gegen Kinderlähmung“, weiß die Twisterin vom Verein Deckel drauf. Ein einzelner Deckel wiege etwa zwei Gramm, 500 von ihnen würden rund ein Kilogramm Material darstellen, dessen Recyclingerlös für die Kosten einer Impfung ausreiche. Für die Schülerin Grund genug, weiterzumachen. Dabei hofft sie auch auf weitere Unterstützung von Firmen und Einrichtungen, bei denen sie noch nicht angefragt hatte. „Vielleicht meldet sich ja jemand“, hofft die Schülerin auf weitere Unterstützter.

Es wäre schön, wenn sich weitere Firmen und Einrichtungen bei mir melden und mich unterstützen.Elisa Held


Derweil darf sich Elisa Held zunächst über die Teilnahme am Wettbewerb „Kleine Alltagshelden“ freuen. Gesucht werden beim Wettbewerb – organisiert von den Freiwilligenagenturen und -zentren, den Familienzentren sowie dem Landkreis Emsland, dem EL-Kurier und der Meppener Tagespost – Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 15 Jahren, die sich in besonderer Weise für Mitmenschen eingesetzt haben oder ehrenamtlich aktiv sind. Für alle Teilnehmer gibt es etwas zu gewinnen. So unterstützen die Volksbanken Raiffeisenbanken im nördlichen Emsland und die AOK Emsland/Grafschaft Bentheim die Aktion.

Vorschläge können eingereicht werden bei Matthias Engelken (per E-Mail an m.engelken@noz.de oder unter Tel. 05931 940148 sowie bei den Freiwilligenzentren und Agenturen im Einzugsgebiet der Meppener Tagespost.


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