Denkmal des Kalten Krieges Turm an der Grenze bei Twist wird renoviert

Von Martin Laning

Ein seltenes Denkmal des Kalten Krieges sind die Überreste des Turms der niederländischen Luftüberwachung an der Grenz-Aa. Foto: Horst Heinrich BechtluftEin seltenes Denkmal des Kalten Krieges sind die Überreste des Turms der niederländischen Luftüberwachung an der Grenz-Aa. Foto: Horst Heinrich Bechtluft

Twist Ein seltsames Betongerüst steht auf der niederländischen Seite der Grenzaa bei Twist. Es ist ein Luftraumbeobachtungsturm.

Die Denkmalschützer von der Stichting Drents Monument (SDM) lassen das militärische Bauwerk in Schoonebeek aus der Zeit des Kalten Krieges jetzt renovieren. Dafür wurden in den letzten Jahren circa 300 000 Euro beisammen gebracht. Inzwischen sind die hohen Bäume direkt am Turm entfernt und die Baufirma Brands repariert die Schäden am Bauwerk.

Der Beobachtungsturm 7Z3 wurde 1954 im Auftrag des Luftraumüberwachungsdienstes errichtet, der dem niederländischen Verteidigungsministerium unterstand. Der Schoonebeeker Turm war Teil eines landesweiten Netzwerks von 276 Luftüberwachungsposten, von denen zwischen 1951 und 1955 wohl 139 speziell für diese Aufgabe gebaut wurden. Entworfen hat sie Architekt Marten Zwaagstra aus Den Haag. Sie bestehen aus vorgefertigten Rasterelementen aus Beton.

Von der Plattform oben auf dem Turm sollten im Tiefflug unterhalb der Radarreichweite in den niederländischen Luftraum eindringende Kampfflugzeuge entdeckt werden. Schon 1964 wurden die Türme außer Dienst gestellt, weil inzwischen Tieffliegerradaranlagen in Dienst gestellt waren und eine neue, schnellere Kampfflugzeuggeneration eingeführt war, die die Meldeketten der Luftbeobachter überforderte. Mit 16 Mann pro Posten war das System zudem sehr personalintensiv.

In der niederländischen Provinz Drenthe sind nur noch zwei erhalten geblieben, einer im Forst Ruinen bei Echten und der 10,50 Meter hohe Turm an der Nordseite des Schoonebeekerdieps.

Denkmalschützer, Politiker und Heimatvereine wollen den Turm nicht nur erhalten, er soll über die Rolle als Baudenkmal hinaus eine Funktion erhalten. Daher soll die Beobachtungsplattform wieder zugänglich werden, damit man von hier den Blick über das deutsch-niederländische Grenzgebiet schweifen lassen kann. Für die gefällten Bäume soll ein Ausgleich angepflanzt werden. Mit Picknickplatz, Fahrradstand und Parkplätzen soll der Turm zu einer touristischen Attraktion werden. Im Sommer sollen die Arbeiten vollendet werden.


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