The Cannons präsentieren Fans „echten Folkabend“ Ein Dubliner im Heimathaus Twist

Von Gerd Mecklenborg

The Cannons mit James, Seán und Robert Cannon (von links) begeisterten erneut ihr Twister Publikum. Foto: Gerd MecklenborgThe Cannons mit James, Seán und Robert Cannon (von links) begeisterten erneut ihr Twister Publikum. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. Die Irish-Folk-Legende Seán Cannon und seine beiden Söhne James und Robert haben wieder zahlreiche Fans ins Heimathaus Twist gelockt. Denn Seán Cannon ist der 78-jährige einstige Leadsänger der weltberühmten Dubliners.

Seit mehr als einem Jahrzehnt tourt Seán mit den Söhnen James und Robert als The Cannons durch Folkklubs in der ganzen Welt, und natürlich sind wieder sehr viele Konzertbesucher nur wegen Seán Cannon ins annähernd ausverkaufte Heimathaus Twist gekommen. Sean kann man getrost als das sympathische Urgestein des Irish-Folk bezeichnen.

Gleich zum Auftakt des Twister Konzerts stimmte das Familientrio bekannte irische Gassenhauer wie „The Black Velvet Band“ an, die sich natürlich oft mit dem heftigen Whiskeydurst der Iren beschäftigen. Okay, die Cannons, das sind keine Instrumentalvirtuosen, sie punkten mit Kult, Charme und Nostalgie. Ihre Musik besteht oft aus einfachen, aber sehr eingängigen Vier-Akkord-Songs, aber die prägen die irischen Folkballaden nun mal.

Dylan und „Cocaine“

Und die Cannons gehen auch gerne mal genrefremd, so ist „der Alte“, Seán Cannon, ein großer Fan von Hank Williams und mag Country-&-Western-Mucke. Seine Anmoderationen waren an diesem „endlich mal wieder echten Twister Folkabend“, so ein begeisterter Fan, einfach nur authentisch, fröhlich und sehr cool. Sein „vor Urzeiten“ in Tübingen erlerntes Deutsch kombinierte er mit irischem Englisch, was dann ein herzliches „Denglisch“ ergab.

James Cannon (Gesang, Gitarre, Mandola, Mandoline und Bluesharp) spielt gerne Stücken von Bob Dylan, Shane MacGowan, aber auch von anderen Künstlern aus dem Bereich des American Folk, und sang in Twist solo eine schön arrangierte Soft-Version von Dylans „All Along The Watchtower“. Cool auch die Ur-New-Orleans-Variante von „Cocaine“ (im Original: A Little Cocaine) aus den 1920er Jahren. Robert Cannon (Gesang, Gitarre, Mandola) ist der eher introvertierte Teil des Trios und brachte dem Publikum die sentimentale Seite des Lebens nahe.

Grandioser A-cappella-Jig

Beide Söhne unterstützten mit ihren warmen Baritonstimmen ihren Dad, bekamen aber immer wieder auch ihren Solopart oder lieferten ein anspruchsvolles instrumentales Mandolinen-Mandola-Duett ab. Bei Klassikern wie „Dirty Old Town“ sangen die Fans lauthals den Refrain mit und bei „Paddy Works On The Railway“ ging die Post so richtig ab.

Und dann kam das Publikum am Freitagabend natürlich auch in den Genuss von musikalischen Geschichten über den „Nancy Whisky“ oder über die „Liverpool-Lue“. Viel Beifall gab es, wenn Seán immer wieder uralte gälische Weisen vortrug. Grandios ein A-cappella-Jig des „Alten“, da wurde gejohlt, gestampft und rhythmisch geklatscht. Zum Abschluss des Konzerts der drei Cannons durfte natürlich ihre Version von „Whiskey In The Jar“ nicht fehlen und im umjubelten Zugabenblock gab es selbstredend noch „The Wild Rover“ aufs Ohr.


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