"Wir haben einiges ausgemacht" Klemens Gebbeken seit 60 Jahren in der Feuerwehr Twist

Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Twist, von links: Josef Cordes, Klemens und Maria Gebbeken mit Bürgermeister Ernst Schmitz. Foto: Manfred FickersEhrung für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Twist, von links: Josef Cordes, Klemens und Maria Gebbeken mit Bürgermeister Ernst Schmitz. Foto: Manfred Fickers

Twist. Nach 60 Jahren in der Feuerwehr Twist verfolgt Klemens Gebbeken die Entwicklung noch mit großem Interesse.

Über die Entwicklung der Feuerwehrtechnik und die damit verbundenen Änderungen beim Vorgehen im Einsatz hält sich der 80-Jährige auf dem Laufenden. "Ich kenne nicht mehr alles bis ins Detail, aber die wichtigsten Dinge sind mir noch geläufig", sagt er. Und seine Erfahrung ist noch gefragt, so bei den Moorbränden im vergangenen Jahr. Gundsätzlich habe sich an der Vorgehensweise wenig geändert, aber die Technik ist besser geworden, sagt er.

Am 1. Oktober 1958 trat er in den Feuerwehr Twist ein. "Mit 20 hat man Interessen und will nicht nur in seiner Freizeit in der Kneipe sitzen", sagt Gebbeken. Mit drei Bekannten ist er darum Feuerwehrmann geworden. Als "sehr primitiv" bezeichnet er die damalige Ausrüstung. Ein schwarzer Helm, ein Arbeitsanzug "Blaumann" genannt, ein Gurt zum befestigen der persönlichen Ausrüstung und Stiefel - kein Vergleich zur heutigen Ausstattung. 

Gebbekens erster Einsatz war in Brinkmanns Busch in Twist-Bült. Das Waldstück wurde als wilde Müllkippe missbraucht, hier waren Gras, Buschwerk und Abfall in Brand geraten. Die Löschwasserversorgung musste über eine lange Schlauchleitung sichergestellt werden. Weil immer wieder Glutnester für ein Aufflammen sorgten, wurde mehrere Tage lang gelöscht.

Bürgermeister Ernst Schmitz hat aus Unterlagen der Gemeinde entnommen, dass sich Gebbeken stetig fortbildete. 1975 wurde er stellvertretender Gemeindebrandmeister, von 1981 bis 2000 war er Gemeindebrandmeister. "25 Führungstätigkeit, in denen er stets rechtzeitig die Weichen richtig gestellt hat, indem er die Verwaltung und den Rat mit seinem Wissen unterstützte." Mit Erreichen der Altersgrenze 2000 wechselte Gebbeken in die Alters- und Ehrenabteilung. Seine Leistungen wurden mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, dem Titel Ehrenbrandmeister und dem Niedersächsischen Ehrenzeichen gewürdigt.

Josef Cordes, Vorsitzender des Feuerwehrverbands Altkreis Meppen, erinnert sich gern an die Zusammenarbeit mit seinem Twister Kollegen. "Er hat keine Verantwortung gescheut, auch wenn es mal unangenehm wurde." Unter Hinweis auf die organisatorische Arbeit in der Feuerwehrführung und gemeinsame Löscheinsätze der Harener und Twister Wehr sagt Cordes: "Wir haben einiges ausgemacht."

Gebbeken und Cordes sind sich einig, dass für die ehrenamtliche Aufgabe in der Feuerwehr das private und berufliche Umfeld Verständnis aufbringen muss. Dies war bei Gebbekens Tätigkeit für ein Busunternehmen gegeben. Cordes nennt Maria Gebbeken "ein Vorbild für junge Frauen in der Feuerwehr." Denn sie habe sich stets stark engagiert. Für Maria Gebbeken war die Hilfe für ihren Mann und seine Kameraden selbstverständlich, denn "ich kenne ihn nicht anders als ein Feuerwehrmann". Denn als sie sich kennenlernten, war er bereits Mitglied der Feuerwehr Twist.



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN