Dröge Ansagen vor heißer Mucke Jimmy Cornett & The Deadmen im Heimathaus Twist

Von Gerd Mecklenborg

Jimmy Cornett & The Deadmen rissen mit eingängiger Mucke das Publikum immer wieder mit. Foto: Gerd MecklenborgJimmy Cornett & The Deadmen rissen mit eingängiger Mucke das Publikum immer wieder mit. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. Jimmy Cornett & The Deadmen haben bei ihrem Auftritt im Heimthaus Twist mit ihrem Können überzeugt.

Das ist schon ein uriger, sehr eigenwilliger Typ, dieser Jimmy Cornett, aber er macht saubere „handmade“ Music. Das haben die begeisterten Fans im Heimathaus gehört und erlebt. Jimmy Cornett & The Deadmen lieferten dort einen in vieler Hinsicht bemerkenswerten Gig ab.

Gleich beim Opener, die Bluesballade über den allseits bekannten „Hoochie Koochie Man“, ging die Post ab, nachdem sich Claudia Lippmann solo ans Schlagzeug gesetzt hatte und ein ordentliches Rhythm Intro ins Publikum pumpte. Den Rhythmus nahmen dann nacheinander Kontra-Bassist Frank Jäger und Gitarrist Dennis Adams auf, bis Jimmy die Bühne betrat und den Klassiker sehr rockig auftischte. Cornett und seine Truppe sind nicht die echten Blueser als die sie oft bezeichnet werden. Ihr Stil beinhaltet viele Music-Genres. Ihr Stil, das ist ein mit knackig rockigem Sound gespickter, der Druck aufbaut und trotzdem immer melodiös, wild romantisch daherkommt.

Frontmann Cornett überzeugte mit seiner markanten Rockröhre und mit seinem exzellenten Akustikgitarrenspiel. Nicht der Blues, nein, der American Folkrock, mit einem ordentlichen Spritzer rockiger Countrymucke prägten den Heimathaus-Gig der hervorragenden Deadmen-Gang hinter Jimmy. Der verblüffte seine Fans mit sehr drögen, fast provokanten Anmoderationen, und ließ die auch mal lange im Stillen stehen, während er mit aller Gelassenheit seine Klampfe stimmte. Okay, die Band bediente in Twist manche Klischees und holte altbekannte Floskeln aus dem Tour-Koffer. Aber die rockigen, melodiösen Songs, die kamen richtig gut an. E-Gitarre mit viel Wah-Wah-Effekt, passend zur Akustikklampfe des Frontmans, Rockiger Western-Country mir R&B Elementen, dazu pumpten Kontrabass und Schlagzeug durchgehend perfekt. Mit einer witzigen Variante von Springsteens „I’m On Fire“ schickten Jimmy Cornett & The Deadmen ihre begeisterten Fans in die Pause.

Mit frischem, sehr würzigem „Old-School R&B“ ging es dann im zweiten Set weiter. Kernige Stücke wie „Road To Heaven“ rissen die Fans mit. Es wurde dann ruhiger im Publikum, wenn Cornett sich mal wieder mit den Fans in der ersten Reihe verquatscht hatte, oder das Gitarrenstimmen in andächtiger Stille etwas zu intensiv zelebrierte. Immer wieder ein Genuss war es, wenn Frank Jäger mit seinem unübersehbaren Kontrabass auf der Bühne rumstolzierte und mit diesem knackigen Tieftöner den Blues und Southern Rock würzte. Dazu rassige Gitarrenriffs und eigensinnige Grooves. Das wurde mit lautem Szeneapplaus honoriert. Die Songs hatten allesamt was, denn Jimmy Cornett, ist ein ideenreicher Songschreiber. Das hatte er schon mit seinem Solodebüt „Rhythm Of Hells - Songs Of Angels History“, in der Cornett die gemeinsame Geschichte der Hells Angels mit Musiklegenden wie Janis Joplin, Rolling Stones, Jerry Garcia, Johnny Cash und Hank Williams vertonte, bewiesen. Bei der laut eingeforderten Zugabe wurde noch ein bisschen über die Bandgeschichte erzählt und die Bandmitglieder bekamen bei der namentlichen Vorstellung vom Frontmann ein knackiges Solo genehmigt.


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