Eine Ölleitung auf Stelzen ExxonMobil investiert in Twist-Rühlermoor

Auf die Messdrähte in der Isolierung der Rohrleitung zeigt Projektleiter Jürgen Noll. Sie sollen bei Schäden Alarm auslösen. Foto: Manfred FickersAuf die Messdrähte in der Isolierung der Rohrleitung zeigt Projektleiter Jürgen Noll. Sie sollen bei Schäden Alarm auslösen. Foto: Manfred Fickers
Manfred Fickers

Twist. In vollem Gang sind die Bauarbeiten an der neuen Hauptleitung im Ölfeld Rühlermoor in Twist.

Von der Landesstraße 47 aus sind die Bauarbeiten im Ölfeld Rühlermoor zu sehen. Hier lässt ExxonMobil eine neue Hauptleitung legen, die das von den Pumpen in den Bohrlöchern geförderte Nassöl, eine Emulsion aus Erdöl und Lagerstättenwasser, zu den Abscheidern führt. Das hier gewonnene Rohöl wird der Raffinerie in Lingen-Holthausen per Pipeline zur Verarbeitung zugeleitet. Das Lagerstättenwasser wird in die ölhaltigen Schichten zurückgepumpt.

Für die Arbeiten im Gebiet ihrer Kommunen interessieren sich Bürgermeister Helmut Höke, Geeste und der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Twist, Werner Reiners. Mit dabei sind der Wirtschaftsförderer der Stadt Meppen, Alexander Kassner, und Ratsfrau Juliane Große-Neugebauer, denn der Betriebsplatz von ExxonMobil Productions befindet sich im  Industriegebiet Am Kreisforst in Meppen-Rühle. ExxonMobil-Betriebsleiter Daniel Fischer und Pressesprecherin Birgit Schilling machten deutlich, dass die Investition die Ölförderung und damit Arbeitsplätze bis in die zweite Jahrhunderthälfte sichern soll. Was das Ganze genau kostet verraten die beiden nicht, aber Fischer spricht von einem zweistelligen Millionenbetrag.


Baustellenbesuch in Rühlermoor, von links Birgit Schilling, Daniel Fischer und Jürgen Noll (Exxon Mobil Production), Helmut Höke, Juliane Große-Neugebauer, Alexander Kassner und Werner Reiners. Foto: Manfred Fickers


Das vorhandene, im Boden verlegte Hauptleitungssystem ist gut 50 Jahre alt und entspricht nicht mehr dem technischen Stand, erläutert Fischer. Statt mit Zement ausgekleidete Stahlrohre ist heute Edelstahl das Material der Wahl. Die Rohre besitzen eine Isolierung, die das zähe Öl warm und damit flüssig hält. An einem Modell zeigt der Betriebsleiter, dass sich in der Isolierung Drähte befinden. Der Messdraht löst bei Schäden Alarm aus. Um das Ganze besser überwachen zu können und für Wartungsarbeiten hat sich das Unternehmen für eine oberirdische Leitung entschieden.


Die miteinander verschweißten Rohre werden bald auf die Stützen montiert. Foto: Manfred Fickers


Mit Schutzhelm, Schutzbrille und Atemschutz ausgerüstet, geht es nach einer Sicherheitseinweisung zur Baustelle. Hier ist zu sehen, dass Firmen aus dem Weser-Ems-Gebiet einen Großteil der Arbeiten übernommen haben. Fischer weist auf mehr als 80 Jahre Erfahrung mit der Erdgas- und Erdölförderung im Emsland und der Grafschaft Bentheim hin. Bei der Auftragsvergabe habe dies eine Rolle gespielt.


Der Bohrstrang hat sich unter einer Straße hindurch gearbeitet. Die Leitung liegt zum Einziehen in das Loch bereit. Foto: Manfred Fickers


Ein Blick in eine Baugrube zeigt eine dicke Torfschicht. Weil der Boden nicht tragfähig ist, wurde für Baustraßen und -plätze über Folie Sand aufgeschüttet, darüber liegen Stahlplatten und an einzelnen Stellen Spezialplatten aus Kunststoff, die noch höhere Beanspruchungen aushalten. Alles muss nach Abschluss der Arbeiten wieder entfernt werden, erklärt Projektleiter Jürgen Noll. 


Geschützt vor Witterungseinflüssen werden in diesem Container die Rohrstücke miteinander verschweißt. Foto: Manfred Fickers


Die Stützen der neuen Leitung sind bis auf den tragfähigen Boden von einer Spezialmaschine in die Tiefe gedrückt worden. Daneben liegen miteinander verschweißte Rohrstücke. In einem mobilen Container wird eine weitere Naht mit dem Schutzgas-Schweißapparat von einem Fachmann mit Spezialausbildung gezogen. "Das muss sauerstofffrei verschweißt sein, nur dann bleibt es dicht", erläutert Noll. Nach dem Schweißen und vor der Inbetriebnahme sind Qualitätskontrollen vorgeschrieben.


Das Bohrgerät der Firma WBW Bohrtechnik arbeitet sich unter einer Straße hindurch. Foto: Manfred Fickers


 

An einer Straße wird der Schrägbohrung für die neue Leitung gearbeitet. WBW Bohrservice aus Weener hat schon eine Loch gebohrt, dass sich bogenförmig in bis zu acht Metern Tiefe unter der Fahrbahn bis zur gegenüberliegenden Seite erstreckt. Jetzt wird mit einem Kegelförmigen Bohrkopf der Durchmesser erweitert, bis die  verschweißten Rohrstränge eingezogen werden können. Dazu stehen Kräne bereit, die die Rohrleitung bewegen werden. Projektleiter Noll hofft, dass das Wetter günstig bleibt, denn dann können die Arbeiten in der Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.







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