Auftakt für zehntägiges Programm Festival PlattSatt in Twist eröffnet

Von Heiner Harnack

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Twist. Am Freitagabend ist das zehntägige Kulturfestival PlattSatt eröffnet worden. Die Band Wunnerwark mit Schlager, Blues und Folklore sowie die NDR-Redakteurin Ilka Brüggemann gehörten zu den Protagonisten in Twist.

Die Platt-Gemeinde traf sich in der Aula der Oberschule Twist. Hier fanden sich rund 100 Gäste ein, die sich auf plattdeutsch unterhalten lassen wollten.

Der Präsident der Emsländischen Landschaft, Hermann Bröring, hielt seine Eröffnungsrede komplett auf Plattdeutsch. Man müsse langsam etwas unternehmen, damit die Sprache nicht untergehe, forderte er. „Platt ist Kulturgut“, zeigte Bröring die Wichtigkeit des Erhalts der Sprache. Heute sollten Menschen, die die plattdeutsche Sprache beherrschten, stolz auf ihre Fähigkeit sein. Deshalb versuche man auch, in den kommenden zehn Tagen, die Veranstaltung in möglichst viele Orte zu tragen, damit die Menschen vor Ort die Möglichkeit bekämen, zu sehen, wie wertvoll dieses Kulturgut sei. „Wir wollen hier die Gemeinschaft fördern, damit dieses Kulturgut nie untergeht“, meinte der ehemalige Landrat.

Mit ‚der Tod holt dich doch‘ kam dann die Band Wunnerwark sehr gut beim Publikum an. Schöner schwarzer Humor, eigentlich eher eine große britische Stärke, zeigte den Gästen, dass so manche Anstrengung auf Gottes Erden eigentlich überflüssig ist. Am Ende komme dann doch der Sensenmann, der alles zunichtemache und alles Erreichte an den Nullpunkt zurückstelle.

Die Gäste ihren Spaß an den musikalischen Einlagen der Band aus Friesoythe, die logischerweise auf Platt gesungen wurden. Und NDR-Moderatorin Ilka Brüggemann versteht natürlich richtig etwas von der plattdeutschen Sprache. Sie ging ziemlich scharfzüngig mit der Männerwelt um. Dass so mancher männlicher Gast sich selbst wieder erkannte, konnte kaum ausbleiben. Übrigens gab es bekennende Brüggemann-Fans, die behaupteten, jede Sendung mit der Moderatorin aus dem Landesfunkhaus Niedersachsen gehört zu haben.

Viel Applaus

Sonderapplaus gab es zuhauf für die Frau aus Hannover. So erzählte sie, natürlich auch nicht auf Hochdeutsch, von Geschichten aus der Lüneburger Heide und von Fahrten mit der Bahn. Zunächst sei man da ja sehr freundlich, aber wenn man im Zugrestaurant angekommen sei, wechsele die Laune der Mitarbeiter eher in eine hässliche Variante, sodass einem schon sehr schnell der Appetit vergehe.

Es ist eine der großen Stärken der Radiofrau, genau hinzusehen und das Erlebte authentisch wiederzugeben. Die großen Lacher erntete sie, als sie von den Renovierungsarbeiten mit ihrem Mann erzählte. Eigentlich hatte sie nach entsprechender Vorankündigung gehofft, aufgrund eines angeblich etwas faden Erotiklebens einen ‚Stripper‘ für zu Hause zu engagieren. Erst im Baumarkt stellte sich dann aber heraus, dass es sich dabei um eine Maschine handelt, die den Fußboden sauber abfräst.

Die Auftaktveranstaltung der ‚Platt satt‘ Reihe hätte durchaus mehr Zuschauer verdient gehabt, denn die Planer haben sich monatelang alle Mühen gegeben. Zeitgleich fand auch im Heimathaus Börger ein plattdeutscher Abend mit dem Lyriker Hermann May statt. Aber in den kommenden Tagen kann man noch viel erleben im Landkreis Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Der Flyer zum Festivalprogramm ist unter www.emslaendische-landschaft.de einsehbar.


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