Es wird wieder gebohrt ExxonMobil investiert im Erdölfeld Rühlermoor

Eine Bohranlage erschließt im Ölfeld Rühlermoor neu entdeckte Vorkommen. Foto: Manfred FickersEine Bohranlage erschließt im Ölfeld Rühlermoor neu entdeckte Vorkommen. Foto: Manfred Fickers

Twist. Im Ölfeld Rühle lässt ExxonMobil Bohrungen niederbringen. Eine Untersuchung hat gezeigt, wo sich Erdöl versteckt.

2007, 2014 und 2016 hatten die Erdölförderbetriebe von ExxonMobil und GdF Suez, heute NeptuneEnergy, den Untergrund im Gebiet der Feldteile Rühlermoor und Rühltertwist mit neuester Technik erkunden lassen. Zuerst war das Kerngebiet Rühlermoor dran, später die südlichen und nördlichen Randgebiete. Es zeigte sich, dass es 69 Jahre nach Beginn der Förderung noch bislang unbekannte Stellen gab, wo sich im zerklüfteten Untergrund Erdöl gesammelt hat. Daher hat die ExxonMobil Production Deutschland GmbH zum ersten Mal seit 2010 im Feldteil Rühlermoor Bohrgerät angefordert.


Vibrotrucks waren 2016 bei Rühlertwist im Einsatz. Hier wurden Anzeichen für ein Erdölvorkommen entdeckt. Foto: Manfred Fickers


Für die Anliegergemeinden ist dies seine gute Nachricht, denn es sind neben den Ölfirmen ortsansässige Betriebe an den Arbeiten beteiligt, meinen Bürgermeister Helmut Höke, Gemeinde Geeste und der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Twist, Werner Reiners. Sie informierten sich bei einem Besuch in dem auf dem Gebiet beider Gemeinden liegenden Ölfeld bei ExxonMobil-Betriebsleiter Daniel Fischer und Pressesprecherin Birgit Schilling. Als Vorteil für die Region werteten die Gesprächspartner die kurzen Wege. Das in den Feldern im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und im angrenzenden niederländischen Südostdrenthe gewonnene Rohöl wird in der Erdölraffinerie Emsland in Lingen verarbeitet. Außerdem sind in  76 Jahren Erdölförderung in diesem Gebiet spezialisierte Firmen entstanden, die zuverlässig an der Ertüchtigung der Anlagen für die Förderung in den nächsten Jahrzehnten mitarbeiten.

Bevor es zum Bohrplatz geht, gibt es eine Sicherheitsunterweisung, danach Helme, Schutzbrillen und Gasschutzausrüstung. Sicheres Schuhwerk ist ebenfalls notwendig. In unmittelbarer Nähe des Bohrgeräts ist keine Elektronik erlaubt, gelbe Pylone zeigen, wo die Grenze ist. Die Anlage gelangte auf dem Schienenweg ins Moor. Das Schienennetz betreiben die Ölfirmen gemeinsam mit dem Substrathersteller Klasmann-Deilmann GmbH, der hier Torf abbaut. 


Auf Gleisen ist die schwere Bohranlage in das Ölfeld Rühlermoor gelangt. Foto: Manfred Fickers


Fischer sagt, dass die im Gebiet vorhandene Infrastruktur viele Vorteile bei der Erschließung neuer Vorkommen hat. Die Aufsicht über die Bohranlage von Neptune Energy hat an diesem Morgen Matthias van Faassen. Er erklärt, dass man die vorhandene senkrechte Bohrung Nummer 380 nutzt, um von hier über Ablenkungsbohrungen an noch nicht erschlossene Ölvorkommen zu gelangen. Die aktuelle Bohrung wurde bei 360 Metern Tiefe zur Seite gelenkt, jetzt dreht sich der Bohrmeißel in 430 Metern, bei etwa 750 hofft man, die ölführende Schicht erreicht zu haben.

Bei der Besichtigung der Erdölbohrung, von links: Matthias van Faassen, Werner Reiners, Helmut Höke, Birgit Schilling und Daniel Fischer. Foto: Manfred Fickers


Bei etwa zwei bis drei Grad Ablenkung komme man etwa 800 bis 900 Meter von der Senkrechten entfernt seitlich heraus, ergänzt Fischer. Von fünf Ablenkungsbohrungen sind an dieser Stelle drei fertig. Van Faassen rechnet damit, die aktuelle Bohrung Anfang kommender Woche abschließen zu können.

Unterdessen dreht sich das Bohrgestänge weiter. Nicht nur die Bewegung des Gestänges mit dem Rollenmeißel an der Spitze wird stetig von Spezialisten der Firma Weatherford gelenkt und überwacht. Ein Mitarbeiter kontrolliert am Schüttelsieb ständig die aus dem Bohrloch nach oben strebende Spülflüssigkeit, die über Filter zurück in den Untergrund geleitet wird. Denn hieran können Probleme und Gefahren erkannt werden. Fachleute der Firma GeoData analysieren das Gestein. Container fangen das aus der Spülflüssigkeit ausgesiebte Material auf, damit es fachgerecht beseitigt werden kann.

Ist die Bohrung fertig, wird das Bohrloch mehrschichtig ausgekleidet und abgedichtet, beschreibt der Betriebsleiter, wie es weiter geht. Erst wenn der Zement vollständig getrocknet ist, kann der Einbau von Pumpen erfolgen. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN