Versöhnlicher Abschluss Flurbereinigung Hebelermeer B 402 ist beendet

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Die Eigentumsverhältnisse in Hebelermeer sind durch die Flurbereinigung neu geordnet worden, wie die Karte zeigt, die vom Vorstand der Eigentümervertretung und Vertretern der beteiligten Behörden vor der Mühle präsentiert wird. Foto: Manfred FickersDie Eigentumsverhältnisse in Hebelermeer sind durch die Flurbereinigung neu geordnet worden, wie die Karte zeigt, die vom Vorstand der Eigentümervertretung und Vertretern der beteiligten Behörden vor der Mühle präsentiert wird. Foto: Manfred Fickers

Twist. Mit einer Feierstunde ist die Flurbereinigung Hebelermeer B 402 beendet worden.

Die Verbreiterung der Bundesstraße in Hebelermeer auf vier Spuren bedeutete einen erheblichen Eingriff in die Besitzverhältnisse sagte Projektleiter Richard Thale, Amt für regionale Landesentwicklung, bei der Abschlussveranstaltung. So wurde 2004 das Flurbereinigungsverfahren eingeleitet, für Flächen von insgesamt 484 Hektar mit 53 Teilnehmern.

Es waren nicht nur die negativen Folgewirkungen der Verbreiterung der Europastraße 233 (B 402), die  vermieden werden sollten. "Die landwirtschaftlichen Flächen waren ungünstig geformt, die Wege befanden sich in einem sehr schlechten Zustand," sagte Thale. Es musste ein neues Wegenetz geschaffen werden, das ebenso wie der Zuschnitt der Flächen heutigen Anforderungen entspricht. 

Die B 402 konnte nicht mehr der Erschließung landwirtschaftlicher Fläche dienen, also musste ein Ersatzweg 400 Meter nördlich parallel zur Bundesstraße zwischen der niederländischen Grenze und der Kreisstraße 201 am Süd-Nord-Kanal gebaut werden. Zu den Fläche südlich der B 402 wurde eine neue Überführung gebaut. Der Aufwand für den Wegebau war hoch, denn unter den bisherigen Fahrbahnen befanden sich bis zu vier Meter dicke Moorschichten, berichtete Thale. Es folgte ein kompletter Austausch des nicht tragfähigen Moorbodens durch Sand, "auf Dauer am haltbarsten und am wirtschaftlichsten".

750 Meter Betonspurbahnen und 3095 Meter Straße sind entstanden, bilanzierte der Projektleiter. Auf Wunsch der Gemeinde Twist wurde die Albers-Wilken-Straße statt auf drei Metern auf 5,50 Metern Breite ausgebaut, sie verbessert die Anbindung des Dorfes nach Süden hin.


Die neue Albers-Wilken-Straße in Hebelermeer. Hinter den hohen Bäumen verbirgt sich der Ortskern. Rechts ist ein neu angepflanzter Gehölzstreifen zu sehen. Foto: Manfred Fickers


Mit Flächen aus öffentlichem Besitz, die nach dem Torfabbau zur Verfügung standen, konnte das Tausch- und Neuordnungsverfahren der landwirtschaftlichen Flächen so gestaltet werden, dass am Ende netto kein Flächenabzug bei den privaten Eigentümern erfolgte. Die Gemeinde Twist erhielt dabei  günstig gelegene Grundstücke für die Gewerbeansiedlung in Hebelermeer und Schöninghsdorf.

Ein ökologischer Ausgleich wurde durch die Aufforstung von 13.5 Hektar im Flurbereinigungsgebiet geschaffen, außerdem durch das Pflanzen von 200 Eichen entlang von 1700 Metern Wirtschaftswegen. Thale stellte fest, dass die Bäume und Schonungen den trockenen Sommer gut überstanden haben.  Er dankte der Teilnehmergemeinschaft, insbesondere dem Vorstand, für die weitestgehend einvernehmlich getroffenen Beschlüsse. 

Der Leiter des Geschäftsbereichs Lingen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Klaus Haberland sagte, dass es vor 15 Jahren "Gegenwind" von den Grundeigentümern gab, der sich jetzt offensichtlich gelegt hat. Diesen einen Ausgleich aus Flächen in öffentlichem Besitz zu geben, habe hervorragend geklappt.

Ernst Schmitz, Bürgermeister der Gemeinde Twist, bescheinigte den Beteiligten "wertvolle und gute Arbeit" geleistet zu haben. Die Gemeinde werde in Hebelermeer ebenso wie in anderen Ortsteilen die Erneuerung von Wirtschaftswegen fortführen. 


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