Stadtkiosk geht auf das Land Neues Ladenkonzept wird in Twist-Adorf getestet

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Glückwünsche zum Start gab es am Verkaufswagen des Stadtkiosk Julius Frilling in Twist-Adorf. Foto: Manfred FickersGlückwünsche zum Start gab es am Verkaufswagen des Stadtkiosk Julius Frilling in Twist-Adorf. Foto: Manfred Fickers

Twist. Mit einem Verkaufswagen versucht der Stadtkiosk Julius Frilling, das Nahversorgungsangebot in Twist-Adorf zu verbessern.

Der Jungunternehmer Frilling hat nach Abschluss seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann vor fünf Jahren seinen ersten Kiosk in Lünne eröffnet. Inzwischen gibt es acht Filialen in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Emsland. 58 Mitarbeiter, darunter sechs Auszubildende, beschäftigt der 23-Jährige.


Der Adorfer Dirk Hake hatte den  erfolgreichen Angebotsmix, den der Stadtkiosk bietet, an seiner Arbeitsstelle in Lingen kennengelernt. Weil es in Adorf seit Jahren keinen Laden mehr gibt, fragte er Frilling, ob dieser einen Versuch wagen möchte. Hake, der im Gemeinderat Twist sitzt und in seinem Dorf gut vernetzt ist, half bei der Standortsuche und bei organisatorischen Fragen.

"Ich war anfangs skeptisch", erzählte der Kioskbetreiber bei der Vorstellung des neuen Angebots in Adorf. Denn viel hänge davon ab, dass ein verkehrsgünstiger Standort gefunden wird. Den hat er an der Kirche in Adorf gefunden, wo sich die Kreisstraße 202 mit den Straßen Adorf-West und Adorf-Ost kreuzt, also in der Dorfmitte. Vier Wochen lang will er testen, wie die Angebotsmischung aus Waren und Dienstleistungen ankommt.

Frilling setzt auf regionale Produkte und Lieferanten. Seine Mitarbeiterin Aline Kreutzmann verkauft nicht  nur, sie spricht mit den Kunden über deren Wünsche, damit das Sortiment dem örtlichen Bedarf angepasst werden kann. Angeboten werden in der Zeit von 6 bis 10 Uhr Frühstück, frische Backwaren, Kaffee, Tabakwaren, Zeitungen, Getränke und Kioskwaren. 

Die Backwaren liefert die seit 111 Jahren bestehende Bäckerei Herbers aus Lünne. Lena Herbers sagt, sie kenne die Probleme mit der Nahversorgung aus dem eigenen Dorf. In Absprache mit Frilling soll das Backwarenangebot in Adorf den Wünschen den Kunden angepasst werden. Sie hofft, dass die in handwerklicher Arbeit nach alten Rezepten aus Produkten aus der Region hergestellten Backwaren bei den Kunden in Adorf gut ankommen.

Bei der Vorstellung des Angebots war die örtliche Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) zu Gast. Die Nahversorgung sei wichtig für die Lebensqualität auf dem Land. Dies habe die Bundesregierung erkannt und fördere deshalb die Einrichtung von Dorfläden. Es gehe schließlich um mehr als nur die Versorgung mit Waren, Läden seien Treffpunkte im Ort und fördern den sozialen Zusammenhalt. Sie dankte Frilling, dass er mit neuen Ideen einen Versuch in Adorf startet. Der stellvertretende Bürgermeister Heinz Deters sagte, dass die Verbesserung der Versorgung ein wichtiges Anliegen für die Gemeinde Twist ist. Es sei erfreulich, dass eine Initiative aus dem Ort Erfolg hatte.

Wenn das Angebot im Verkaufswagen gut angenommen wird, kann eine feste Verkaufsstelle eingerichtet werden, erklärt Frilling. Daher appellierte Dirk Hake an die Dorfbewohner: "Ich hoffe, dass ihr fleißig Brötchen kauft."



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