Bluesrock auf Johnny Depps Partys Heimathaus Twist präsentiert neues Halbjahresprogramm

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Twist. Unter neuer Leitung, aber mit der gewohnten Melange aus Blues, Rock und Artverwandtem, aus alten Bekannten und neuen Gesichtern, geht das Heimathaus Twist als Konzertstätte ins nächste halbe Jahr.

Zugegeben: Dass Johnny Depp demnächst als Konzertbesucher ins Blues-Mekka im Moor schneien wird, ist höchst unwahrscheinlich. Dabei hätte er, der durch ausschweifenden Lebenswandel und exaltierte Rollengestaltung das Filmgeschäft mit Rock-‘n‘-Roll-Attitüde anreichert, allen Grund zu einem Twist-Trip.

Denn am 20. Oktober gastieren hier die Imperial Crowns, denen nachgesagt wird, Depps Haus-und-Hof-Band zu sein. Jedenfalls sollen sie schon auf Partys des Hollywoodstars gespielt und bei solchen und ähnlichen Anlässen mit ihm und Keith Richards gejammt haben. Von ihrem Sound wird geschwärmt als Mischung aus „wildem Blues, Psych-Delta Soul und pulsierendem Funk“, womit sie, wie es heißt, die Geister von Otis Redding, Captain Beefheart und Blind Lemon Jefferson beschwören. Außerdem sind Frontmann Jimmie Wood und Gitarrist J.J. Holiday nebenbei in der Original Blues Brothers Band aktiv.

Wiedersehen mit Achtung Baby

Das Imperial-Crowns-Konzert verspricht eines der Highlights des Heimathaus-Programms von September 2018 bis Januar 2019 zu werden. Insgesamt zwölf Konzerte und eine Kinderbuchlesung (mit Janina Engelken am 21. Oktober) stehen in diesem Zeitraum an. Vorgestellt wurde die Auswahl nun vom neuen Programmchef Daniel Köstring.

Auf der Bühne loslegen werden mehrere alte Bekannte, die teils schon einen Ansturm auf die Vorverkaufsstellen auslösten. So sind für den Gig der Dire Strats, die das Werk von Mark Knopfler & Co. lebendig halten, am 16. November schon keine Karten mehr erhältlich. Wohl aber noch für B.B. & The Blues Shacks, die in gewohnter Manier bluesrockend das neue Jahr eröffnen werden – diesmal am 5. Januar 2019. Ein Wiedersehen gibt es zudem am 11. Januar mit Achtung Baby, deren U2-Show bereits zweimal in Twist umjubelt wurde, und mit dem Duo Friend‘n Fellow, das bereits fünfmal im Heimathaus gastierte und am 9. November wieder Eigenkompositionen sowie Klassiker des Jazz, Pop, Rock und Soul präsentiert.

Soul-Show

Dem Soul, einem im Emsland eher selten live zu hörenden Genre, widmet sich auch die London Palladium Marvin Gaye Show am 26. Oktober. Was Elvis für den Rock‘n‘Roll war und Michael Jackson für den Pop, war Marvin Gaye für R&B, Funk und Soul: eine prägende, ikonische Gestalt. Sein 1977 erschienenes Album „Live At The London Palladium“ war nicht nur eines der erfolgreichsten des Motown-Labels, es fiel 20 Jahre später auch Cosmo Klein in die Hände, der heute als Frontmann mit der Marvin Gaye Show tourt. Zur Band mit „Musikern der Extraklasse“, so Daniel Köstring, zählt Claus Fischer, der einst als Bassist der Showband Heavytones in Stefan Raabs „TV Total“ agierte.

Ebenfalls zu Fernseh-Meriten gebracht hat es Claudia Lippmann. Die Schlagzeugerin und Percussionistin ist Teil des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld, das Jan Böhmermanns Show „Neo Magazin Royale“ musikalisch untermalt. Ins Heimathaus kommt sie am 24. November mit Jimmy Cornett and The Deadmen. Dessen namensgebender Bandleader verquirlt Rock‘n‘Roll, Rockabilly, Country und Southern Rock zu einem individuellen Sound, dessen prägende Konstante aber der Blues ist.

„Eine Offenbarung“

Als niederländische Bluesrockgröße gilt Julian Sas, der für sein Gitarrenspiel lobende Vergleiche mit Jimi Hendrix, Alvin Lee und Rory Gallagher erntete. Nach einem ersten Gastspiel vor zwei Jahren werden er und Band am 22. September nach Twist zurückkehren. Blues und Rock sind auch das Lebenselixier von Sas‘ Landsmann Leif de Leeuw. Begleitet von seiner Combo wird der 23-Jährige am 1. Dezember im Heimathaus in die Saiten greifen.

„Die Jungs aus Berlin sind eine Offenbarung“, lauten Köstrings Vorschusslorbeeren auf The Wake Woods, deren Konzert am 3. November steigt. Das Quartett zieht seine Einflüsse aus Retro-, Indie- und Garagerock; die Mittzwanziger spielten bereits im WDR-Rockpalast und im Vorprogramm von Deep Purple.

Weitere Info zum neuen Heimathaus-Programm sowie zum Kartenvorverkauf sind auf www.heimathaus-twist.com zu finden.


Er nennt es selbst „einen Sprung ins kalte Wasser“, über den er nun aber froh sei, auch wenn die Einarbeitung zunächst wie eine Herkulesaufgabe anmutete. Daniel Köstring ist neuer Teamchef im Heimathaus Twist; das neue Halbjahresprogramm ist das erste, das ausschließlich seine Handschrift trägt.

Der 31-Jährige hat die Nachfolge von Dennis Niemeyer übernommen, der das Amt des Programmverantwortlichen aus beruflichen Gründen abgegeben hatte. Die Anfrage von Niemeyer und Heimatvereinschef Heiner Reinert habe er „nach reiflicher Überlegung“ bejaht, sagt Köstring.

Als er dann vor ungefähr einem Jahr ans Werk ging, überraschte ihn die Zahl der E-Mails (30 bis 50 pro Woche) und Anrufe, die nun in Sachen Heimathaus bei ihm eingehen. Eine Fülle von Bands und Interpreten klopft an und möchte auftreten; die kleine Schülercombo meldet sich ebenso wie die namhafte Agentur.

Anfangs habe er sich davon schier erschlagen gefühlt, dann aber mithilfe des Internets ein Rezept gefunden: „Playlist bei Spotify mit den vorgestellten Bands erstellen und im Shuffle-Modus bei langen Fahrten in die Songs reinhören.“ Die größte Herausforderung sei es, sich zurechtzufinden, lautet sein Resümee. Von seinen beiden Vorgängern habe er dazu viele hilfreiche Tipps erhalten.

Mit der Twister Konzertstätte ist Köstring von klein auf vertraut, was besonders im langjährigen Engagement seiner Eltern im Heimathaus-Team wurzelt. Beruflich beim Twister Kunststoffhersteller Wavin als Produktionsplaner tätig, war der neue Teamchef zuvor etliche Jahre bei Germania Twist ehrenamtlich aktiv.

Das Programm des Heimathauses will auch er „breit fächern“. Dabei sollen neue musikalische Einflüsse zugelassen werden – ein Beispiel sind Psycho Sexy, eine Tributeband der Red Hot Chili Peppers. Alles in allem aber will er die Waage halten zwischen Alt und Neu. Und verspricht: „Der Blues wird auch bei mir eine große Rolle spielen.“ trg

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