Sechstes Kochbuch veröffentlicht Twister Felix Olschewski: „Wir haben eine Fresskultur“

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Felix Olschweski möchte, dass mehr Menschen mehr Zeit in ihrer Küche verbringen, damit sie gesünder und länger leben. Foto: Malte GoltscheFelix Olschweski möchte, dass mehr Menschen mehr Zeit in ihrer Küche verbringen, damit sie gesünder und länger leben. Foto: Malte Goltsche

Twist. Felix Olschewski aus Twist gibt Ernährungstipps und schreibt Kochbücher. In seinem sechsten Buch „Einfach kochen“ schreibt er, warum das Kochen uns selbst guttut und wie wir mit der richtigen Ernährung unserer Gesellschaft helfen.

„Wer selber kocht, lebt gesünder und besser“, sagt Felix Olschewski. Zwar gebe es keine nachweisbaren direkten Zusammenhänge, doch Studien haben ermittelt, dass Gesellschaften, in denen die Menschen sich längere Zeit in der Küche aufhalten, gesünder leben und schlanker sind, erklärt er. Der 37-Jährige ist selbst ein dürrer aber sportlicher Mann, dem man ansieht, dass er gesundheitsbewusst lebt. Im früheren Beruf als Spieleentwickler habe er ein paar Pfunde zugenommen, berichtet Olschewski. Dann habe er seine Ernährung komplett umgestellt und sich sofort besser gefühlt. „Es ist unglaublich, wie gut man sich fühlen kann“, sagt der Twister über seine Veränderung.

Seit 2009 veröffentlicht Olschewski auf urgeschmack.de regelmäßig Artikel, Videos und Rezepte, die seine Art zu kochen und zu leben darstellen. Dann kamen die Bücher dazu, mittlerweile sind es sechs. Sein neuestes sollte „nicht einfach nur ein Kochbuch sein“, sondern möglichst vielen Menschen helfen. „Eigentlich sollten es mal drei Bücher werden, nun habe ich aber alle zusammengebracht. Es gibt den Leuten drei Dinge an die Hand: Rezepte zum Selberkochen, die Werkzeuge, es auch tatsächlich zu tun und die Motivation, dabei zu bleiben.“

Regional und saisonal

Auf Olschewskis persönlichem Speiseplan stehen ausschließlich regionale und saisonale Produkte. Neben einer Vielzahl an natürlichen Zutaten wie Gemüse und Obst, das er auf Wochenmärkten bei regionalen Anbietern oder Hofläden kauft, isst er Fleisch ausschließlich nur aus Weidehaltung, also nachhaltiger und umweltgerechter Tierhaltung. „Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich keine Lebensmittel in Supermärkten kaufe“, sagt der Autor. Argumenten, diese Art von Ernährung sei zu teuer, hält er entgegen, dass er auf lange Sicht gesehen deutlich gesünder lebe und sich so Arztkosten und Ausgaben für Medikamente oder Ähnliches minimieren ließen. Olschewskis Frau trägt seinen Lebens- und Ernährungsstil komplett mit. Das Paar kocht jeden Tag zwei Mahlzeiten zusammen. „Das Kochen ist Familienzeit. Dann stehen wir beide in der Küche und verbringen Zeit zusammen“, sagt er. Schätzungsweise verbringen die Olschewskis anderthalb Stunden täglich zusammen in der Küche oder am Esstisch.

Genesung der Esskultur

An seiner Gesundheit arbeitet der 37-Jährige allerdings nicht nur in der Küche. Jeden Morgen läuft er eine Runde, macht zudem Kraftsport. Er sieht die Ernährung und Bewegung als Alters- und Lebensvorsorge. Olschewski zeichnet ein eindrucksvolles Bild: „Der Mensch ist für Bewegung gemacht. Jeder, der sich nicht bewegt, geht einen Schritt in Richtung Grab.“

Auf seiner Website plädiert Olschewski für eine „Genesung unserer Esskultur“. Was er damit meint, erklärt er im gemeinsamen Gespräch genauer: „Wir haben eine Fresskultur. Wir wollen möglichst viel, möglichst billig und vor allem nichts selber machen. Das ist durchweg schädlich. Der Stellenwert des Essens ist in unserer Gesellschaft einfach viel zu gering.“ Dieser Entwicklung will der Autor mit seinem Engagement entgegenwirken. Er hat dazu eine einfache Regel entwickelt. „Jeder Mensch sollte sein Bestes dafür tun, einen Beitrag zu unserer Gemeinschaft zu leisten. Dazu gehört auch gesund zu sein, und so den anderen nicht auf der Tasche zu liegen.“

Leben langfristig verändern

Neumodische Diät-Formen wie Low-Carb, Low-Fat oder Paleo, also Steinzeiternährung, hält er nicht für grundsätzlich falsch. „Natürlich funktionieren sie, wenn man sich vorher vollkommen schlecht ernährt hat. Aber seine Ernährung nur für einen begrenzten Zeitraum umzustellen, um abzunehmen, reicht nicht.“ Vielmehr müsse man seine Ernährung und damit auch sein Leben langfristig umstellen, um gesund zu bleiben. Auch vegetarische und vegane Ernährung sei zwar von der Idee nicht falsch. „Aber es ist nicht bewiesen, dass es gesünder ist, kein Fleisch zu essen. Und vegan zu essen macht das Leben entweder kompliziert, weil das Angebot stark begrenzt ist oder es macht die Menschen krank.“

Neben der Gesundheit ist das zweite Steckenpferd des Ernährungsplans die Sozialverträglichkeit. Durch die regionale und saisonale Ernährung stelle er sicher, selbst zu entscheiden, was er esse und sei nicht vom Supermarktangebot abhängig. Außerdem könne er so nachverfolgen, von wem die Produkte kommen und wie hochwertig sie sind. Noch dazu stärke er damit die regionale Ökonomie und Ökologie.

Olschewski lebt zusammen mit seiner Frau in einer kleinen Wohnung im Obergeschoss in einer Twister Siedlung. Eigentlich ungewöhnlich für jemanden, der so viel Wert auf die Natur und die Umwelt legt. „Ich würde mir wirklich wünschen, in der Natur auf einem Hof oder Ähnlichem zu leben“, sagt er. Er schaue immer mal wieder nach passenden Objekten aber es sei noch nichts Zufriedenstellendes dabei gewesen. Irgendwann soll es aber mit dem eigenen Hof klappen, sodass der Autor dann seinen Lebens- und Ernährungsstil mit seinem Zuhause verbinden kann.


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