Im Zickzack über die Grenze Neuer Radwanderweg in Twist-Schöningshdorf

Meine Nachrichten

Um das Thema Twist Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Twist. Am Naturschutzgebiet Bargerveen an der deutsch-niederländischen Grenze ist in Schöninghsdorf ein neuer Radwanderweg freigegeben worden.

Der Fahrbahndamm unter dem Radweg ist eine Antwort auf einen scheinbar kaum lösbaren Konflikt. Um das Wasser in dem seit 50 Jahren unter Schutz stehenden Hochmoorrest Bargerveen zu halten, wurden ursprünglich auf der niederländischen Seite der Grenze Torfdämme angelegt. Auf der deutschen Seite entstanden nach der Abtorfung landwirtschaftlich genutzte Flächen, die in Gefahr standen, überschwemmt zu werden, falls der Damm bricht. Die Lösung wurde mit der Einrichtung einer Pufferzone gefunden. Ein Damm aus lehmigem Sand hält das Wasser im Moor und von den Äckern fern. Oben können jetzt die Besucher den Blick ins Moor und auf den Waldstreifen auf deutscher Seite genießen.

Nynke Houwing, Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Projekts Bargerveen-Schoonebeek, lud die Gäste dazu ein, mit Laufrädern, Fahrrädern und mit dem Moorexpress den neuen Weg zu entdecken. Inzwischen ist alles rechts und links des Weges eingegrünt. „Noch vor wenigen Monaten lockten schwere Baumaschinen die Schaulustigen an,“ erinnert sich Henk Jumelet, Mitglied der Gedeputeerde Staten (Verwaltungsausschuss) der Provinz Drenthe. Die neue Pufferzone an der deutsch-niederländischen Grenze ist Teil eines Projekts, das den Wasserhaushalt im Moorgebiet besser regulieren und das Miteinander von Natur, Landwirtschaft und Tourismus verbessern soll. Sechs Millionen Euro werden insgesamt dafür investiert, sagte Jumelet, der Landkreis Emsland ist mit 200.000 Euro dabei. Es sei gut, dass es gelingt, EU-Fördermittel für die Entwicklung der Grenzregion einzuwerben. Dafür dankte er der Ems-Dollart-Region (EDR). Die Zusammenarbeit der Grenzgemeinden und der Behörden beider Länder funktioniert, stellte er fest, was sich an der positiven Entwicklung des Grenzgebiets zeige. „Darauf können die Beteiligten stolz sein.“

Armin Gallinat, zuständig für das Programm-Management Interreg bei der EDR, wies darauf hin, dass über das Projekt Bargerveen-Schoonebeek hinaus in der Förderregion „Grenzenlos Moor“ im Naturpark Moor-Veenland bis Mitte 2018 rund 6,5 Millionen Euro worden sind, die Hälfte der Mittel von der EU, weitere Anteile vom Land Niedersachsen, der Provinz Drenthe und den Kommunen. Es sei zu hoffen, dass in der neuen Förderperiode weitere interessante Projekte verwirklicht werden können.

Der Beigeordnete der Gemeinde Emmen, Robert Kleine, dankten dem Lenkungsausschusses des Projekts Bargerveen-Schoonebeek, der viel für den Erhalt des einzigartigen Hochmoorgebiets und die Interessen der Anlieger leistet. Ans van Wijk, Gebietsmanagerin der Naturschutz- und Forstbehörde Stadsbosbeheer machte auf die Bedeutung dieser deutsch-niederländischen Radwegeverbindung aufmerksam. Im vergangenen Jahr wurden trotz der Bauarbeiten 23.000 Radfahrer im Bargerveen gezählt. Der Geschäftsführer der Emsland-Touristik, Uwe Carli, kündigte an, dass man am seit zwölf Jahren verfolgten Ziel festhalten will, die Region grenzüberschreitend für Erholung und Tourismus zu entwickeln.

Am historischen Grenzstein 160.V stand ein Schlagbaum, den Zöllnerdarsteller Hans de Haas bediente. Nach einer mit viel Humor durchgeführten Grenzkontrolle, durfte die Gruppe den Schlagbaum anheben und passieren. In Gegenrichtung wurde eine Frauengruppe aus Twist vom Niederländer nach Ausweisen und mitgeführtem Alkohol gefragt. Mit Überredungskunst schafften sie es, die Grenze zu überqueren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN