"Redaktion vor Ort" startet Mittagessen "Miteinander" feiert in Twist Premiere

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Redaktionsleiter Hermann-Josef Mammes (links) startete sein Tour "Redaktion vor Ort" beim Mittagessen "Miteinander" in Twist. Foto: Chris Theisling.Redaktionsleiter Hermann-Josef Mammes (links) startete sein Tour "Redaktion vor Ort" beim Mittagessen "Miteinander" in Twist. Foto: Chris Theisling.

Twist. Am Donnerstagnachmittag habe ich meine Sommertour "Redaktion vor Ort" mit tollen Gesprächen, leckerem Grillfleisch, selbstgemachten Salaten und Rharbarberkompott im Ansgarheim in Twist gestartet.

Das Mittagessen unter dem Motto "Mittag Miteinander" ist zugleich eine Premiere für die Veranstalter. Der Arbeitskreis "Menschen in Not", bestehend aus zehn ehrenamtlichen Helfern, engagiert sich bereits seit Jahren in Twist. Mit dem Mittagstisch bietet der Arbeitskreis ab sofort ein neues Angebot für Senioren aber auch Alleinstehende im Ansgarheim an.

Erstes Treffen

Zum ersten Treffen waren 15 Menschen um 12 Uhr ins Ansgarheim gekommen. "Es geht vor allen Dingen um das Gemeinsame um das Miteinander", sagt Heike Theisling. Organisatorin Tanja Spiekermann fügt hinzu: "Es ist wichtig, dass Alleinstehende unter Menschen kommen." Auch in Twist leiden nicht wenige unter Einsamkeit. Auch beim ersten Treffen gibt es nicht wenige Alleinstehende, deren Ehepartner verstorben sind. 

Schleppend angelaufen

Dabei hoffen beide Frauen, dass in Zukunft viele weitere Personen das Angebot wahrnehmen. "Auf unsere Ankündigung im Kirchenblättchen hatten sich nur fünf Personen gemeldet", so Theisling. Daraufhin hätten die Mitglieder des Arbeitskreises gezielt Personen in ihrem Bekanntenkreis angesprochen. Das Konzept selbst hat Gemeindereferentin Spiekermann aus Holthausen-Biene übernommen. Dort gebe es seit 2014 ein  regelmäßiges Mittagstreffen. Hier böte sich Zeit, zum Kennenlernen, Plaudern und natürlich für das gemeinsame Essen. Grundsätzlich sei das Angebot offen für alle Generationen. 

Aktiver Arbeitskreis

Dabei war der Arbeitskreis schon in der Vergangenheit sehr aktiv. Er veranstaltete früher das "Café Miteinander". Dort trafen  sich, wie mir die Organisatoren berichteten,  besonders Familien mit einem Migrationshintergrund. Dank der gelungenen Integration und des Wegzuges einiger Flüchtlinge hatte sich das Angebot überholt und wurde eingestellt.

Tückische Holzkohle 

Während am Donnerstag der pensionierte Lehrer Hans Bartling vor dem Ansgarheim mit den Tücken der Holzkohle kämpft und grillt, wobei er von Hartmut Woitas unterstützt wird, sitzen drinnen im Gemeindehaus die Frauen und Männer um eine reich gedeckte Tafel am Mittagstisch. Viele kennen sich schon lange, und Gesprächsthemen über das Dorfleben gibt es reichlich. Änne Disselborg, leitet die Tafel in Twist. Sie kann das Gerücht im Dorf bestätigen, dass sich zum Jahresende ein Umzug der Einrichtung gemeinsam mit der Kleiderkammer anbahnt. Ein neuer Standort sei aber in Aussicht. Auf meine Nachfrage, erzählt sie, dass die Twister Tafel einmal in der Woche für Bedürftige für eine Stunde öffnet. Bis zu 40 Familien nutzen dann das sehr preiswerte Lebensmittelangebot. Dabei ärgert sie sich: "Viele kommen trotz der Bedürftigkeit einfach nicht vorbei." Eine Besucherin vermutet, dass gerade ältere Menschen sich oft für ihre Bedürftigkeit "schämen". Dabei sagt mir Disselborg auf Nachfrage, dass die Discount-Märkte in der Region sehr spendenfreudig  seien, und es immer reichlich Lebensmittel gebe. 

Leckere Fleischplatte

Während Heike Theisling gerade mit einer weiteren Fleischplatte hereinkommt, dreht sich das Thema am Tisch um Twister, die "ihr Haus verkaufen oder vermieten wollen". Zu einem konkreten Fall nimmt Bartling Stellung: "Das höre ich zum ersten Mal." Nach dem Grillfleisch und den leckeren selbstgemachten Kartoffel-, Tomaten und Brokkoli-Salaten gibt es noch Nachtisch. "Ich mag besonders den sauren Rhabarberkompott." Ich erfahre von einer älteren Twisterin, dass die Rhabarberzeit bald vorbei ist. Eine andere Frau bevorzugt doch lieber den süßen Vanillepudding. 

Schöne Anekdoten

Mehrfach wechseln wir das Gespräch vom Hochdeutschen ins Plattdeutsche. Eine Frau berichtet von einem Nachbarn, der eigentlich nur das Unkraut abbrennen wollte, aber "dabei die ganze Hecke abfackelte". Natürlich dürfen Anekdoten von früher nicht fehlen. Dabei wird viel gelacht. Zum Abschluss des Essens sagt eine Twisterin: "So viel hätte ich Zuhause nicht gegessen." Dem Lob an die Küche kann ich mich nur anschließen. Zum Abschluss zahlen alle 3,50 Euro. 


Die Arbeitskreis-Mitglieder hoffen, dass mein Zeitungsartikel dazu beiträgt, dass beim nächsten Treffen noch mehr Twister das Angebot wahrnehmen. "Wir wollen der Vereinsamung etwas entgegensetzen." Dabei soll wieder im Ansgarheim gegrillt werden. Der Termin ist der 19. Juli um 12 Uhr. Eine telefonische Anmeldung nimmt Gemeindereferentin Tanja Spiekermann unter Telefon: 05937/913483 bis zum 16. Juli entgegen. 


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