Ein Beruf mit Tiefgang Robin Aveskamp wird Bergbautechnologe in Twist

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Twist. Erstmals bildet die Firma Neptune Energy im Erdölbetrieb Rühlermoor einen Bergbautechnologen, Fachrichtung Tiefbohrtechnik aus. In der Serie „Mein Job und ich“ wird der Beruf vorgestellt.

Robin Aveskamp war 2015 der Erste, der bei dem in Lingen ansässigen Unternehmen eine solche dreijährige Ausbildung begonnen hat. Aber das soll nicht so bleiben, sagen die Leiterin der Personalabteilung, Nicole Graf und technischer Ausbildungsleiter Heinz-Geert Wever. Aveskamp ist einer von nur 15 Auszubildenden zum Bergbautechnologen pro Jahr der Fachrichtung Tiefbohrtechnik in Deutschland. Im Sommer soll der dritte Auszubildende bei Neptune Energie seine Karriere starten.

2009 wurde Bergbautechnologe Ausbildungsberuf in Deutschland. Neptune Energy hat sich dem Ausbildungsverbund für Bergbautechnologen der Fachrichtung Tiefbohrtechnik (AVBT) angeschlossen. Um Ausbilden zu dürfen, hat sich das Unternehmen seit 2015 durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zertifizieren lassen.

Herr Aveskamp, wie sind sie dazu gekommen, sich zu bewerben?

„Ich habe mich ganz spontan entschieden. Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz habe ich die Zeitung durchforstet und die Anzeige gesehen. Neugierig geworden, informierte ich mich im Internet und so ist das Interesse gewachsen. Darum habe ich mich beworben.“

Gibt es einen Bezug in ihrer Familie zu der Branche, in der sie jetzt ausgebildet werden?

„Nein. Dass hier Öl gefördert wird wusste ich schon, ich stamme ja aus Wietmarschen, aber dass es sich um das größte Ölfeld auf dem Festland in Deutschland handelt, nicht. Die Arbeit auf den Winden, an den Anlagen und das Bohren nach Öl finde ich interessant.“

Welche Voraussetzungen müssen Bewerber mitbringen?

„Der Realschulabschluss wird empfohlen, aber mit einem guten Hauptschulabschluss geht es auch. Wichtig ist, dass man gut in Mathematik, Physik und Chemie ist und mit Technik umgehen mag.“

Wie sieht der Ausbildungsweg aus?

„Im ersten Lehrjahr geht es in der Praxis um Metallverarbeitung und Grundfertigkeiten im Umgang mit Technik. In der Schule lernt man Geologie. Im zweiten Jahr gibt es einen Lehrgang Anlagenbetreuung, dazu Hydraulik und Spülung. Jetzt im dritten Lehrjahr sind die Vertiefung des Wissens und die Verfeinerung der technischen Fertigkeiten angesagt.“

Welche Berufsschule besuchen Sie?

„Es gib eine bundesübergreifende Klasse, die im Blockunterricht an einer Berufsschule in Haldensleben, Sachsen-Anhalt, unterrichtet wird.“

Ihre Ausbilder betreten ebenfalls Neuland, wie ist das so?

„Ich gebe meinen Ausbildern Tipps für Verbesserungen der Ausbildung. Die Firma ist sehr daran interessiert Rückmeldungen zu bekommen und immer offen für Verbesserungsvorschläge.“

Herr Wever, welche Möglichkeiten haben fertig ausgebildete Bergbautechnologen zur beruflichen Weiterentwicklung?

„Da gibt es viele Wege. Der Aufstieg zum Schichtführer ist möglich, außerdem die Weiterbildung zum Bohrtechniker an der Bohrmeisterschule in Celle.

Frau Graf, ein neues Ausbildungsangebot aufzunehmen ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Warum nimmt Neptune Energy das auf sich?

„Wir haben einen großen Bedarf an Mitarbeitern mit hoher technischer Expertise. Durch den Ausbildungsberuf des Bergbautechnologen hoffen wir darauf, zukünftige Fachleute für unser Unternehmen zu gewinnen.“

Bei einem Rundgang auf dem Betriebsgelände zeigt Robin Aveskamp, womit er an seinem Arbeitsplatz zu tun hat. In der Lagerhalle steht auf einer Schwerlastpalette ein rotes fassförmiges Gerät. „Ein Annular Blowout-Preventer. Ein Bauteil, das im Notfall verhindert, dass aus einem Bohrloch Öl, Gas und Lagerstättenwasser unkontrolliert austreten können.“ Wer daran arbeitet, trägt eine hohe Verantwortung, deshalb ist besondere Sorgfalt gefragt. Auf dem Hof steht die neu angeschaffte, mobile Bohranlage MD 80. Acht Achsen des Lkw-Fahrgestells tragen das Gewicht des Bohr- und Windengerüsts und der damit verbundenen Aggregate. Hier müssen die Elektrik und die Elektronik für den nächsten Einsatz geprüft werden, denn das schwere Gerät soll präzise arbeiten, wenn neue Bohrungen niedergebracht, oder die Technik und Ausstattung vorhandener Bohrlöcher gewartet werden.


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