Neue interaktive Exponate in Betrieb Anbau an Erdöl-Erdgas-Museum Twist im Rohbau fertig

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Twist. Seit einigen Tagen glänzt es im Twister Ortszentrum. Der Anbau des Erdöl-Erdgas-Museums als „Der Tank“ ist im Rohbau erstellt. Dach und Wandverkleidung des Turms entsprechen den originalen Farbtönen eines echten Lagertanks – und die gibt es ja im Emsland reichlich zu sehen.

„Leider konnte der Tank des Museums aus baurechtlichen Gründen nicht originalgetreu gebaut werden“, schreiben die Museumsverantwortlichen in einer Pressemitteilung. „Aber alle Beteiligten – der Heimatverein Twist als Träger des Museums, der Förderverein, die Gemeinde Twist und Museumsleitung – wollen damit auch die Nähe zur im Emsland und für die Entwicklung des Emslandes so bedeutenden Industrie dokumentieren.“

Und so wird die im Erdgeschoss des Tanks bereits eingebaute Quintuplex-Pumpe als Industriedenkmal erhalten bleiben. Gab es davon einmal in der Region sechs Pumpen, die das Reinöl zur Raffinerie nach Lingen-Holthausen fließen ließen, so steht nun die letzte erhalten gebliebene in Twist. Dank des Einsatzes von ehemaligen und aktiven Mitarbeitern der Firmen Engie (neu: Neptune), J+B Küpers, Jan Kwade + Sohn, Schipper sowie des Fördervereins wurde die Pumpe über Jahre in Georgsdorf gelagert, aufgearbeitet und schließlich per Kran auf die neuen Fundamente gesetzt. Immerhin wiegen alle Teile der Pumpe rund 13 Tonnen.

Literatursammlung

Im Obergeschoss wird dann die in Deutschland wohl einmalige Literatursammlung endlich eine angemessene Ausstellung finden. Über 140 laufende Meter Fachliteratur, Chroniken, Unternehmensberichte, Firmenzeitschriften und historische Fachliteratur werden bald der Öffentlichkeit zugänglich sein. Zwar wird die sachgerechte Anordnung noch einige Zeit dauern, aber die Museumsleitung hofft, dass der gesamte Bestand Anfang 2019 komplett genutzt werden kann. Vom Erd- und Obergeschoss werden Übergänge die Verbindung in das bisherige Museumsgebäude schaffen. Die Zugänge sind behindertengerecht.

Und auch im alten Gebäudeteil hat sich etwas getan. Mit dem neuen Viskose-Gerät wird die unterschiedliche Fließfähigkeit von Wasser und Reinöl sichtbar gemacht. Muskelkraft dagegen verlangt das „Druckspiel“. Mit einer Doppelgriffpumpe ähnlich einer Fahrradpumpe muss Druck aufgebaut werden. Schafft man 1 bar, ist ein Fußball prall, bei 2 bar läuft der Wasserhahn und bei 3 bar ist ein normaler Fahrradreifen aufgepumpt – alles wird dabei virtuell auf einem Bildschirm begleitend dargestellt.

Interaktive Elemente

Auf mehreren Touchscreens können die Besucher ebenfalls virtuell ihre Fähigkeiten als Seismologen bei der Suche nach Ölquellen, mit Erprobungsbohrungen, bei der Ölförderung und dem Transport von Öl zu Raffinerien erproben. Und dabei wird auch angezeigt, wie lange man „per Finger“ für die jeweilige Aufgabe braucht. Dazu bekommt der Nutzer auch fachgerechte Erläuterungen. Alle neuen Anschaffungen waren nur dank der Förderung aus dem „Ausstattung- und Investitionsprogramm für kleine Kulturträger in Niedersachsen“ des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaften und Kultur sowie des Heimatvereins Twist als Co-Finanzierer möglich.

„Nach den ersten Erfahrungen sind die neuen Exponate nicht nur informativ, sondern bringen auch Spaß – vor allem wenn Gruppen zusammen aktiv werden“, heißt es in der Mitteilung. Vorgestellt wurden die neuen Exponate bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins. Sie sind ab sofort für jeden Besucher zugänglich.

Wegen der Verbindung zwischen dem neuen und dem bestehenden Gebäudeteil wird das Erdöl-Erdgas-Museum Twist in etwa zwei Monaten für drei bis vier Wochen geschlossen werden müssen. Die genauen Termine werden rechtzeitig in den Medien und auf der Internetseite des Museums veröffentlicht.


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