Kirchliche Kunst an der Grenze Neues Museum in Nieuw Schoonebeek geplant

Von Martin Laning

Der alte Kirchturm und das Pastorat von Nieuw Schoonebeek. Foto: Historisch Vereniging Nei-SchoonebeekDer alte Kirchturm und das Pastorat von Nieuw Schoonebeek. Foto: Historisch Vereniging Nei-Schoonebeek

Twist. Ein Museum mit kirchlicher Kunst aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet soll im Herbst in Nieuw Schoonebeek eröffnet werden.

Die Besiedelung des Bourtanger Moors brachte es mit sich, dass sich zwischen 1795 und 1914 Katholiken aus Nordwestdeutschland in den neuen Moordörfern auf der niederländischen Seite der Grenze niederließen. Das Aufblühen der Torfindustrie lockte zwischen 1870 und 1914 evangelisch-reformierte und katholische Facharbeiter aus den Niederlanden in die Dörfer auf der deutschen Seite der Grenze. Das evangelisch-reformierte Kirchengebäude in Schöninghsdorf-Süd, dessen Bau bis 1897 von Emma von Waldeck und Pyrmont, der Gattin des niederländischen Königs Wilhelm III. unterstützt wurde, ist ein Baudenkmal, das diese Entwicklung dokumentiert.

Dieses Neben- und Miteinander der Konfessionen hat den am 15. Juli 1914 in Nieuw Schoonebeek geborenen katholischen Pastor Hendrikus (Hein) Janning geprägt. Seine Sammlung kirchlicher Kunst blieb nach seinem Tod am 18. Mai 1980 in Workum in Friesland, wo es in einem kleinen Museum zu besichtigen ist. Jetzt wird dieses Gebäude eine neue Bestimmung bekommen.

Daher fragten die Workumer in Jannings Geburtsort an, ob hier Platz für die Sammlung vorhanden ist. Andre Lambers, Vorsitzender des Heimatvereins Historische Vereniging Nei-Schoonebeek, ging gern darauf ein. Eine Arbeitsgruppe des Vereins hat zusammen mit der Pastoor-Janning-Stichting jetzt fast ein Jahr an den Plänen für einen Umzug der Sammlung und der Finanzierung gearbeitet. Die Janningkapelle und weitere Bestände sind inventarisiert und die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss. Sobald die Beteiligten sich einig sind, soll der Umzug von Friesland nach Drenthe erfolgen. Den genauen Standort des Museums will Lambers noch nicht bekanntgeben. „Wird müssen noch ein paar Kleinigkeiten auch zum Standort klären,“ sagt der Vereinsvorsitzende.

Das Pastoor-Janning-Museum soll sowohl Kirchen- als auch Heimatmuseum werden. Die Gemäldesammlung und weitere Ausstellungsstücke mit religiösem Bezug werden in Verbindung mit der Entwicklung der Moorregion gebracht. Mit Bild- und Tondokumenten sollen die Besucher einen Eindruck vom Alltagsleben im Grenzgebiet vor mehr als 100 Jahren bekommen, kündigt Lambers an.

Noch in diesem Jahr soll der erste Museumsteil eröffnet werden. Geld stehe für den Umzug und den ersten Bauabschnitt zur Verfügung, teilt der Heimatvereinsvorsitzende mit. Jetzt wird bereits an der Finanzierung des zweiten Abschnitts gearbeitet. Wichtig ist aus Sicht von Lambers, dass dutzende Freiwillige bereit stehen, beim Umzug zu helfen und später das Museum zu betreuen.

Inhaltlich soll ein Schwerpunkt auf die kirchliche Sozialarbeit (Caritas/Diakonie) gelegt werden. Missernten und Wirtschaftskrisen brachten die Siedler im Moor immer wieder in existenzielle Krisen. Von den Kirchen geförderte soziale Angebote, Bildungsarbeit und Gesundheitsfürsorge sollten die Not lindern helfen. Dazu sucht der Verein noch weitere Dokumente und Ausstellungstücke.